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Luke & Donald
Einschüchternd, imposant, dominant, überirdisch – all das ist Luke Donald auf den ersten Blick wirklich nicht. Aber wie zur Hölle hat es der Bengel bloß an die Weltspitze geschafft?
Wenn ich alt bin, werde ich meinen Enkeln erzählen, dass ihr Opa einst der beste Golfer der Welt war.“ Luke Donald mag auf dem Papier knapp 34 Jahre alt sein, trotzdem umweht den Familienvater ein imaginärer Hauch von Pubertät und Ausweiskontrolle beim Bestellen von alkoholischen Getränken. Und obwohl Luke Donald noch immer aussieht wie ein Student im ersten Semester, in Wirklichkeit aber die aktuelle Nummer 1 im Profigolf ist, wirken seine Bescheidenheit und seine tadellosen Umgangsformen weder aufgesetzt noch distanzierend.
Vielmehr ist er der Prototyp des Engländers der ganz alten Schule. Nach mehr als einem Dutzend Lebensjahren in den USA parliert er mit hörbar urbritischem Akzent über die banalsten Dinge der Welt genauso unaufgeregt wie über seinen Masterplan der totalen Dominanz im Profigolf.
„Hoffentlich werde ich irgendwann so einschüchternd rüberkommen wie Tiger, als er die Nummer 1 war”, so die neue Nummer 1 der Welt. „Ich mag einer der Typen sein, die sehr ruhig und ein wenig verschlossen wirken können. Aber da brennt ein gewaltiges Feuer in mir. Vielleicht sehen das die Leute eines Tages.“
Konkurrenz. Als Luke Donald 1997 mit 20 Jahren den Schritt in die USA wagen wollte, um dort College Golf zu spielen, erkannten nicht allzu viele Menschen seine Talente – von dem Feuer in ihm ganz zu schweigen. Er bewarb sich bei der Stanford Universität vor den Toren von San Francisco, nicht zuletzt weil Tiger Woods dort studiert und Golf gespielt hat. Jedoch waren an der privaten Hochschule eher potenzielle Führungskräfte für das angrenzende Silicon Valley als kunstbegeisterte Amateurgolfer aus Hertfordshire, England, gefragt. Der Trainer der Stanford Cardinals, Golfcoach Wally Goodwin, bot Luke zwar einen Platz im Team an, der zugehörige Studienplatzblieb ihm jedoch von der Universität verwehrt.
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