Der alte Mann und das Golf
Schon einen Vorsatz für das neue Jahr gefasst? Nein? Dann ist es aber höchste Zeit. Kleine Hilfestellung? Also: In Zeiten des hektischen Jahresausklangs tut es vielleicht ganz gut, ein bisschen Philosophisches rauszukramen.
Muss ja nicht gerade die Frage sein, wie Einstein als Golfspieler zurechtgekommen wäre, aber eine bittere Wahrheit ist: „Golf ist wie eine Liebesgeschichte: Nimmst du’s nicht ernst genug, bereitet es keinen Spaß; tust du’s aber, so bricht es dir das Herz.”
Diese Golfer-Weisheit zitierte nicht Einstein, dafür aber Harry Valérien bei den St. Euracher Gesprächen. Er beruft sich dabei auf die ehemalige Top-Proette Mae Louise Suggs, die wiederum vor über 60 Jahren schon diese Philosophie in Worte fasste. Harry Valérien, inzwischen 88 Jahre auf den Beinen, sprach in einem vorweihnachtlichen Gespräch fesselnd und beeindruckend über seine golferischen Erinnerungen.
Der Top-Journalist, u. a. dreifacher Bambi-Preis-Träger, dreifach mit der „Goldenen Kamera” ausgezeichnet, war überhaupt der erste Reporter Deutschlands, der mit der Kamera auf der Schulter die ersten Golf-TV-Übertragungen lieferte – von den nationalen Golf-Meisterschaften im Jahre 1955. Jetzt sitzt er hier, geistig hellwach und mit einem Funkeln in den Augen, als stünde die nächste Masters-Übertragung aus Augusta an.
Er sagt, in seiner für ihn typisch messerscharfen Akribie, einen Satz, der so alles, aber wirklich alles über Golf aussagt, nämlich: „Golf ist mehr Frust als Lust.” Wer diese sechs Worte einmal kapiert hat, für sich wirklich verinnerlicht hat, wird von jeder Golfrunde, egal, wie er gespielt hat, zufrieden, wenn auch in Demut, zurückkommen.
Der Kern der Aussage: Golf soll Spaß machen, Ausgleich schaffen für die Hektik des Alltags – und nicht noch mehr Stress hervorrufen. Harry, der nie viel besser als Hcp 20 spielte und seit zwei Jahren, wie er sagt, „statt den Golfschläger den Gehstock schwingt”, freut sich auch heute noch sichtbar über all den Frust, den er durch Golf erlebt hat. Und sagt: „Golf war das Beste, was mir passieren konnte.”
Nicht vergessen: den Vorsatz für 2012 festlegen.
Ihr

Oskar Brunnthaler
Chefredakteur GOLF TIME
GOLF TIME Chefredakteur Oskar Brunnthaler