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Die Kernschmelze des Kyle Stanley
San Diego, Kalifornien – Es gibt Dinge im Golf, die will man eigentlich nicht sehen. Ein in Tränen aufgelösten Spieler ist nur dann ein schöner Anblick, wenn er vor Freude weint. Der US-Amerikaner Kyle Stanley hingegen weinte, weil er einen der epochalsten Zusammenbrüche im Golf hinlegte seit Jean Van den Velde 1999 in Carnoustie beschloss, die Open auf der 18. Spielbahn wegzuwerfen.
Es waren zeitweise sieben Schläge, die Kyle Stanley von einem Feld trennte, in dem niemand den ernsthaften Versuch startete, einen jungen Mann von seinem ersten PGA Toursieg abzuhalten. Bei 18 unter Par begann Kyle Stanley seine Runde und spielte auf Bahn 1 und 2 gleich einmal Birdies. Nach neun Löchern lag er 21 unter Par, was den Abstand auf Brandt Snedeker zwar nicht vergrößerte, aber auch nicht schrumpfen ließ.
Snedeker seinerseits brachte sich nach seiner schwachen 74 vom Vortag in Position, um den sicheren zweiten Platz einzufahren. Und ich gebe ehrlich zu, als Kyle Stanley kurz nach 0 Uhr deutscher Zeit auf den 18. Abschlag trat, um mit drei Schlägen Vorsprung ein Par 5-Loch zu spielen, an dem vornehmlich Birdies fabriziert werden, war ich kurz davor, die Übertragung ab- und das Licht auszuschalten.
Dann hätte ich wohl verpasst, wie Kyle Stanley „Geschichte“ schrieb. Sein dritter Schlag landete drei Meter hinter der Fahne, nahm aber leider aufgrund zuviel Backspins Fahrt auf und rollte vom Grün über die Böschung in ein Wasserhindernis. Stanley lag schließlich erst mit Schlag 5 und ca. acht Metern Entfernung zum Loch auf dem Grün, was ihm immer noch zwei Putts zum Sieg ließ.
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Brandt Snedeker und Kyle Stanley







