Schon wieder Glauert
Pfaffing - Zwei fehlerfreie 66er Runden an den ersten beiden Tagen, eine 69 zum Abschluss und ein Gesamtscore von 15 unter Par - an drei Tagen nur ein einziges Bogey. Und auch das nur, weil der mächtige 300-Meter-Drive an Bahn 16 ein paar Zentimeter im Aus landete. Der zweite Drive passte, ein Wedge zum Grün, zwei Putts, Bogey – ein Schönheitsfehler, mehr nicht. Wem diese Zahlen als Beleg der aktuellen Überlegenheit von Maximilian Glauert nicht genügen, der mag einen Blick auf die Vorstellung des 24-Jährigen am Schlussloch der Pfaffing Classic 2011 werfen.
Glauert weiß, dass der Schotte Paul O’Hara und Allen John aus St. Leon-Rot mit 14 unter Par im Clubhaus sind, und er ein Birdie braucht, um das Turnier zu gewinnen. Und er spielt dieses Birdie. Locht seinen Putt aus vier Metern an diesem 320 Meter langen Par 4 souverän ein. „Ich habe mich sehr gut gefühlt, und das Spielen hat einfach Spaß gemacht“, so Glauert. „Meine Eisen und Wedges waren wirklich sehr sehr gut, nur der Putter könnte noch ein bisschen heißer sein. Aber natürlich bin ich sehr zufrieden.“
Völlig zurecht: Nachdem er in der letzten Woche mit seinem Sieg bei der HDI-Gerling German PGA Championship bewiesen hatte, dass er auf nationaler Ebene keine Konkurrenz fürchten muss, stellte er diesmal erneut auch seine internationale Klasse unter Beweis. Bei perfekten Wetterbedingungen an den drei Turniertagen auf der Golfanlage Pfaffing, mit viel Sonne und absoluter Windstille, zeigten die Spieler der EPD Tour ihr großes Können. Sie schrieben sich fehlerfreie Runden und Birdies in Serie auf die Scorekarten, insgesamt fielen in der Turnierwoche 379 Birdies und 14 Eagle. Der Cut lag nach 36 Löchern bei 1 unter Par. Es ist deutlich zu spüren, dass es dem Ende der Saison und damit einigen wichtigen Entscheidungen entgegen geht: „Wir sehen derzeit wirklich sehr sehr gutes Golf auf unserer Tour“, so Turnierdirektor Kariem Baraka.
Drei Turniere stehen noch aus bis Saisonschluss, und sowohl in der EPD Tour Order of Merit als auch im Wettbewerb Ticket-to-Qualifying School ist noch nichts entschieden. In der Rangliste übernahm Glauert mit seinem zweiten Saisonsieg nach der Sueno Pines Classic und seinem insgesamt 11. Top-10-Resultat wieder Platz 1, vor dem Niederländer Reinier Saxton und Sebastian Buhl. Buhl wiederum führt den Wettbewerb Ticket-to-Qualifying School an, der am Ende der Saison das Startgeld für die finanziell aufwendige Q-School bringt. In dieser Sonderwertung der Saisonturniere 14 bis 20 ist Glauert nun Zweiter.
Spannung und hochkarätiger Sport sind damit in jedem Fall bis zum Saisonende am 3. Oktober garantiert, wenn in Hünfeld bei der Fulda EPD Tour Championship der letzte Putt des Jahres fällt. Am 4. Oktober feiert Maximilian Glauert seinen 25. Geburtstag – der größte Wunsch ist nicht schwer zu erraten. „Und mal auf der European Tour an den Start gehen zu dürfen, das wäre auch Klasse. Aber bisher hat mich niemand eingeladen.“ Wenn Maximilian Glauert weiterhin so stark spielt wie in den letzten Wochen, dann wird dieser Wunsch auch ohne Einladung bald einmal in Erfüllung gehen.
Maximilian Glauert