Wagner triumphiert auf Hawaii
Waialae, Hawaii – Psychologisch gesehen ist die Spitzenposition bei einem Golfturnier kein Platz, den man gerne einnehmen möchte – zumindet nicht an den Tagen Eins bis Drei. Am Donnerstag dominierte der Kanadier Graham Delaet das Geschehen und stürzte am Folgetag postwendend ab.
Am Freitag ging Matt Every souverän in Front, doch am Samstag verflachte seine Formkurve deutlich und mit Ach und Krach stolperte er gleichauf mit Maggert ins Clubhaus. Das Spitzenduo hatte eine Nacht Zeit darüber nachzudenken, was wäre wenn…? Visionen von sorgenfreien Jahren auf der Tour, Teilnahmen an Majors und anderen lukrativen Großereignissen gaben sich ein Stelldichein mit heller Panik.
Auf dem Platz erzeugt diese explosive Psychomischung meist keinen effektiven Treibstoff, und so lag Every schon nach sechs Löchern vier Schläge über Par, die er allerdings zeitweise wieder aufholen konnte – letztlich stand doch nur eine 72 auf dem Zettel. Maggert hingegen zitterte reihenweise kurze Putts daneben und beendete den Tag mit einer blamablen 74.
Nach neun Bahnen drängelten sich gleich fünf Spieler auf Platz 1, Keegan Bradley, Matt Every, Jeff Maggert, Harrison Frazar und Johnson Wagner. Am Ende konnte Wagner weniger wegen eines fulminanten Birdie-Feuerwerks gewinnen, sondern aufgrund seiner Ruhe und Konstanz.
Er spielte die zweiten neuen Bahnen mit zwei Birdies aber vor allem ohne Bogey, und behielt so als einziger der zahlreichen Führenden bei der Sony Open einen kühlen Kopf samt Schnauzbart.
Johnson Wagner