Portugal mal anders

Die mittelalterliche Burg auf den Hügeln von Obidos: Eines der sieben „Weltwunder“ Portugals, eine architektonische Mischung aus arabischem und christlichem Baustil, 1755 bei einem Erdbeben fast vollständig zerstört, im 20. Jahrhundert komplett restauriert. Inzwischen ist das Hauptgebäude der Burg ein exklusives Hotel

Wie wär’s einmal mit einem Golf-Trip, bei dem alles andere wichtiger ist als das Golfspiel?

Sie sitzt auf dem Thron, etwas steif und unnatürlich, das vermummte Haupt ziert die portugiesische Krone und die Untertanen müssen ihr die Hand küssen – so befohlen von Don Pedro, inthronisierter König von Portugal. Die neue Königin neben dem Thron ist Dona Ines Castro, die Geliebte von Don Pedro – und seit zwei Jahren tot. Sie wurde 1355 im Auftrag von Don Pedros Vater, König Alfonso IV., von Handlangern enthauptet – der Herrscher bescherte der heimlichen Liebe seines Sohnes aus politischen Gründen ein jähes Ende.

Als König Alfonso 1357 starb, rächte sich der Sohn an den Mördern seiner Geliebten, ließ alle Beteiligten ebenfalls enthaupten. Gleichzeitig erklärte er seine tote Ines zur Königin von Portugal, ließ die Leiche überführen, in die prächtigste Robe kleiden und neben sich auf den Thron setzen.

Ich stehe zwischen zwei mächtigen Sarkophagen im Kloster Santa Maria da Victoria (Unesco-Weltkulturerbe) in Alcobaca, Oeste, überwältigt von der Love-Story aus dem 14. Jahrhundert.

Hier ruhen also König Don Pedro, gestorben 1367, und seine Dona Ines Castro – die wohl erste „West Side Story” der Welt.

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