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Sluiter siegt zur Premiere

Tim Sluiter Tim Sluiter

Ulm - In der letzten Woche hatte er seine gute Form mit Platz 9 bei der Bad Waldsee Classic bereits angedeutet. Jetzt feierte Tim Sluiter (21) aus dem niederländischen Enschede, seinen ersten Sieg auf der EPD Tour. Mit 12 unter Par nach drei Runden entschied er den Chronos Cup souverän für sich. Nach 54 Löchern und Runden mit 69, 67 und 65 Schlägen hatte er neun Zähler Vorsprung vor dem Zweitplatzierten Torben Baumann (72, 71, 67). Rang drei teilten sich auf dem Par-71-Platz des GC Ulm schlaggleich zwei weitere Deutsche: Benjamin Wuttke und Benjamin Miarka kamen mit 2 unter Par ins Clubhaus.

„Der erste Sieg ist wirklich etwas ganz Besonderes. Ich wusste von der ersten Minute an, dass mir dieser Platz ganz ausgezeichnet liegt“, kommentierte Sluiter überglücklich seinen ersten Turniererfolg als Golfprofessional und die gelungene Turnier-Premiere in Ulm. Die EPD Tour gastierte erstmals in ihrer Geschichte im Golf Club Ulm, und der herrliche aber enge Parkland-Course forderte vor allem Präzision am Abschlag. Böiger Wind an den ersten beiden Tagen erhöhte die Schwierigkeit noch, zwang die Spieler wiederholt, mit Eisen abzuschlagen, wodurch der Schlag zum Grün sehr lang wurde. Dort warteten schnelle und vor allem treue Grüns – „die besten Grüns der Saison“, so Sluiter, der an den drei Tagen nur 27, 29 und 25 Putts benötigte. „Meine Wedges waren sehr gut, ich habe den Ball nahe an die Fahne schlagen können und aus unter drei Metern wirklich keine Birdie-Chance ausgelassen.“ Seine 65er Runde am Finaltag war zwar kein neuer Platzrekord, den hatte Daniel Wünsche mit 63 Schlägen im ProAm aufgestellt. Aber die neun Schläge Differenz zum Zweitplatzierten Torben Baumann (-3) sind der größte Vorsprung, mit dem in der Saison 2010 ein Spieler auf der EPD Tour ein Turnier für sich entscheiden konnte.

Nun bleibt abzuwarten, ob Sluiter noch rechtzeitig zum Schlussspurt angesetzt hat: Durch den Sieg rückt er in der Order of Merit von Rang 18 vor auf Platz 12. Um noch in den Kampf um die fünf Top-Platzierungen eingreifen zu können, die am Saisonende das Ticket für die Challenge Tour 2011 bringen, würde er wohl noch einen weiteren Sieg und ein weiteres Top-Resultat benötigen. Doch es stehen nur noch zwei Turniere aus in dieser Saison: Der Preis des Hardenberg GolfResort (5. bis 7. September) und die Fulda EPD Tour Championship (24. bis 26. September). Zu Jahresbeginn hatte sich Sluiter auf der Asian Tour versucht, verpasste dadurch die Winter Series der EPD Tour in der Türkei und in Marokko. Dann entschied er, seine erste Saison als Golfprofessional doch auf der EPD Tour zu spielen. „Ich werde alles versuchen, um die Top 5 noch zu erreichen. Ich weiß, es wird schwer, aber ich bin sehr zuversichtlich.“

Für die größte Überraschung aus deutscher Sicht sorgte in Ulm Lokal-Matador Torben Baumann, ehemaliger Spitzen-Amateur aus Baden-Württemberg, der seit Jahresbeginn im benachbarten Golfclub Donau-Riss eine Ausbildung zum Golflehrer absolviert und seinen Wohnsitz vor kurzem nach Ulm verlegt hat. Bei bislang fünf Starts auf der EPD Tour überstand er zum ersten Mal den Cut – und landete prompt auf Platz 2: „Ich konnte zuletzt wieder etwas mehr trainieren“, erklärte Baumann die Leistungssteigerung. Jetzt will er „erst mal die Ausbildung zum Golflehrer fertig machen“, um danach in Ruhe über eine eventuelle Karriere als Turnierspieler nachzudenken.

Rein aufs Turniergolf konzentriert sich vielen Jahren Benjamin Miarka aus Hannover. Der beim Chronos Cup mit Namensvetter Benjamin Wuttke geteilte 3. Platz brachte den Sprung von Rang 7 auf Position 5 der EPD Tour Order of Merit. Damit ist Miarka zum einen von Stage 1 der Qualifying School befreit – ebenso wie die vor ihm platzierten Max Kramer, Daniel Wünsche, Grant Jackson (England) und Dennis Küpper, sowie der Niederländer Jurrian van der Vaart, die Nummer 6 der Rangliste. Gleichzeitig hat er beste Aussichten, auf die Challenge Tour zurückzukehren, der er bis 2009 angehörte.



 
GOLF TIME 8/2011

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