Spieler ziehen sich warm an ...
Lytham St. Annes, England - Es ist angerichtet und, um es gleich vorweg zu nehmen, das Wetter ist schlecht und wird es wohl auch bleiben. Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und wenn die 141. Open Championship ab Donnerstag auf dem Royal Lytham & St. Annes Golf Club offiziell ihren Lauf nehmen wird, dann wird sich den Spielern ein Open-Venue präsentieren, das alles von ihnen abverlangen wird.
Das hatte bereits Tiger Woods am Sonntag, während seiner ersten Proberunde, erfahren müssen, der mit seinem Privatjet um 7.30 Uhr gelandet und bereits eine Stunde später auf dem Platz unterwegs war. "Das Rough ist mörderisch und wenn der Ball tief darin liegt, dann ist er so gut wie unspielbar", so Tiger im Anschluss an seine Runde.
Das ist natürlich so gewollt, denn der Royal Lytham & St. Annes, ein Links Course unweit der Westküste Englands, hat ansonsten so gut wie keine Hindernisse: Es gibt nur wenig Bäume, die ins Spiel kommen, der Platz ist beinahe eben und verfügt über keinerlei Wasserhindernisse - außer vielleicht von oben. Daher bleibt den Verantwortlichen des R&A nur die Option enger Fairways und eben mörderischer Roughs.
Zehnmal wurde die Open hier bereits gespielt, zuletzt 2001, als David Duval als Sieger den Claret Jug 'gen Himmel streckte. Der Amerikaner war mit Davis Love III am Montag unterwegs und die "Amerikanische Fraktion" wurde an diesem Tag ergänzt durch unter anderem Rickie Fowler, Bubba Watson, Ben Curtis, Lucas Glover, Johnson Wagner, Jim Furyk, Justin Leonard und Dustin Johnson.
Luke Donald, die Nummer eins der Welt, spielte sich mit seinem Landsmann Lee Westwood warm und warm angezogen hatten sich alle, denn zum Regen gesellte sich auch Wind, was gerade für die britischen Pros nicht unbedingt "Neuland" bedeutete. Titelverteidiger Darren Clarke holte vor zwölf Monaten im Royal St. George's sein Major und das unter den denkbar unwirtlichsten Umständen. Der Nordire gab am Montag offiziell den Claret Jug zurück an Peter Dawson, den Chief Executive des R&A und "Hüter des heiligen Grals" sozusagen und verzichtete seinerseits erst einmal auf eine Proberunde.
Anders seine britischen Kollegen Rory McIlroy, Padraig Harrington und Justin Rose: Sie nutzten die Gunst der Stunde, um sich auf die anstehende Aufgabe nach bestem Können vorzubereiten.
Aus deutschsprachiger Sicht sind diese Woche drei Spieler am Start: Marcel Siem, der am heutigen Dienstag bereits um 7.00 Uhr Ortszeit mit Nicolas Colsaerts und Anders Hansen abschlug, Martin Kaymer, der die Füße noch stillhält und der Österreicher Manuel Trappel. Letzterer, seines Zeichens Amateur, hatte sich durch seinen Sieg bei der European Men's Individual Championship 2011 in Schweden für die Open qualifiziert und spielt heute seine zweite Proberunde in Folge.
Alle Augen sind also diese Woche auf die Grafschaft Lancashire gerichtet und die der Spieler vor allem auch nach oben. Denn das Wetter hat schon bei so mancher Open für Überraschungssieger gesorgt, Darren Clarke kann ein Lied davon singen ...
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