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Schwartzel holt das Green Jacket

Titelverteidiger Phil Mickelson streift Champion Charl Schwartzel das Green Jacket über

Augusta, Georgia - Charl Schwartzel gewinnt die 75. Austragung des Masters und holt sich mit einer 66er Schlussrunde (-6) sein erstes Major.

Der Tag hätte nicht besser beginnen können für den 26-jährigen Südafrikaner, der die Woche zum zweiten Mal in Augusta aufteete: Er begann mit drei Schlägen Rückstand hinter dem Führenden Rory McIlroy und ein Chip-In zum Birdie auf dem ersten Loch mit dem 6er-Eisen brachten Schwartzel gleich in die richtige Spur. Ein sensationelles Eagle auf dem dritten Loch lenkten das Momentum weiter auf die Seite des Südafrikaners, der übrigens als dritter Südafrikaner nach Gary Player (1961, 1974, 1978) und Trevor Immelman (2008) das Masters für sich entscheiden sollte.

Der erste Dämpfer des Tages erfolgte prompt am vierten Loch (Par 3) in Form eines Bogeys und Schwartzel machte den Turn bei 2 unter, spielte solide Pars bis zum 15. Loch. Dann zündete der Südafrikaner den Turbo, spielte von Loch 15 bis 18 vier Birdies in Folge und lief seinen Verfolgern regelrecht davon. Er setzte sich mit seiner 66 (-6) mit zwei Schlägen ab und sicherte sich sein erstes Major mit insgesamt 274 Schlägen (-14). Der Lohn: 1.440.000 Dollar sowie ein Sprung in der Weltrangliste vom 29. auf den elften Rang.

"Das ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl", so Schwartzel, "davon habe ich schon als kleiner Junge geträumt und ich kann mich nur bei meinem Freund Louis Oosthuizen bedanken, der vergangenes Jahr die British Open für sich entschieden hat. Er inspirierte mich damit sehr und zeigte mir, dass ein Major machbar ist. Dies ist der größte Tag in meiner Karriere."

In der Zwischenzeit Drama beim Führenden Rory McIlroy: Der 21-Jährige, der im Schlussflight mit Angel Cabrera auf die Runde ging, hielt dem Druck nicht stand und begann den Tag gleich mit einem Bogey, als er das Grün mit seinem Annäherungsschlag überspielte.

Davon erholte sich der junge Nordire nicht mehr: Er landete am zweiten Loch im Fairwaybunker, traf die Bunkerkante, schlug danach in den Grünbunker und konnte gerade noch das Par retten. An der 5 kassierte er ein weiteres Bogey, bis schließlich an Loch 7 das erste und einzige Birdie des Tages folgen sollte. Nach dem Turn, den McIlroy mit 37 Schlägen (+1) erreichte, dann die Katastrophe: An der 10 verzog Rory seinen Abschlag links zwischen die Häuser - wo bis dato noch nie ein Spieler gelegen hatte. Er spielte zurück aufs Fairway, verzog aber prompt den nächsten Schlag, wiederum links und zwischen die Bäume. Bei dem Versuch, das Grün endlich zu erreichen, traf er einen Baum und musste letztlich eine 7 notieren.

Doch damit nicht genug: An der 11 traf der Youngster aus Holywood, Nordirland, das Grün zwar mit dem zweiten Schlag und lag zum Birdie aus zwei Metern. Doch er verschob den Putt und ebenfalls den Rückputt aus rund einem Meter. Das Resultat: Ein weiteres bitteres Bogey.

Eine ähnliche Situation am zwölften Loch: Rory traf das Grün, benötigte dann aber vier Putts - er war nicht mehr in der Lage, den Ball zweimal in Folge aus unter einem Meter ins Loch zu befördern.

An der 13 (Par 5) dann der Abschlag erneut links in den Graben und von da an war McIlroy nurmehr auf Schadensbegrenzung konzentriert. Ein weiteres Bogey an der 15 ließ den 21-Jährigen letztlich mit einer 80 (+8) ins Clubhaus kommen und auf dem geteilten 15. Platz.

"Ich brauche das nicht zu beschönigen und habe offensichtlich richtig schlecht gespielt", so McIlroy, "aber ich sehe das als einen Lernprozess und werde daraus meine Lehren ziehen."

Während all dies im Schlussflight passierte, lieferten sich zeitweise acht Spieler einen erbitterten Kampf um die Führung, darunter Tiger Woods, der bisweilen furios ausspielte, unter anderem an der 8, auf der er ein Eagle spielte. Gleichzeitig verschob Woods jedoch auch Putts aus einem Meter, genauer gesagt zwei davon und bremste sich dadurch in Schlüsselszenen selbst aus.

Am Ende gingen dem Weltranglisten-Fünften die Löcher aus und er musste sich mit einer 67 (-5) bei -10 mit dem geteilten vierten Platz, zusammen mit Geoff Ogilvy (67, -5) und Luke Donald (69, -3), zufrieden geben.

Besser waren nur Adam Scott und Jason Day. Scott hatte zeitweise die Führung auf den zweiten 9 übernommen und es sah bis zur 15 so aus, als würde er der erste australische Masters-Champion werden. Doch dann begann Scott zu streuen und verpasste wichtige Birdie-Chancen. Er kam letztlich mit einer dennoch starken 67 (-5) ins Clubhaus und teilte sich den zweiten Platz mit Day (68, -4) bei -12.

Einen versöhnlichen Abschluss bei seiner dritten Masters-Teilnahme fand schließlich auch Alex Cejka: Als einziger Deutscher nach dem Cut beendete der 40-Jährige das Turnier nach seiner 70 (-2) auf dem geteilten 35. Platz bei Even Par.



 
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