Bradley gewinnt im Stechen
Johns Creek, Georgia - Keegan Bradley heißt der neue Stern am Golffirmament: Der 25-jährige PGA Tour-Rookie setzte sich am Sonntag auf dem Atlanta Athletic Club im Stechen über drei Löcher gegen Jason Dufner durch.
Auch wenn das letzte Major der Saison nach dem Cut eher an großen Namen mangelte, so war die Schlussphase eine der wohl spektakulärsten in der Geschichte des Turniers: Nachdem Bradley, der einen Schlag hinter Dufner und Brendan Steele in die Schlussrunde gegangen war, ein Triple-Bogey an der 15 hinnehmen musste, lag er fünf Schläge zurück, mit nurmehr drei Löchern zu spielen. Da erinnerte sich der Sohn eines Clubpros aus Vermont daran, dass gerade auf den Schlusslöchern des Atlanta Athletic Clubs noch alles anders kommen könnte.
Und so kam es dann auch: Bradley gelangen auf der 16 und 17 jeweils Birdies, mit einem Par an der 18 und einer resultierenden 68er Runde (-2) kam er mit insgesamt 272 Zählern (-8) ins Clubhaus. Soweit, sogut. Entscheidend war der unvorhersehbare Einbruch von Jason Dufner auf den letzten Löchern: Der Amerikaner musste drei Bogeys auf den Löchern 15, 16 und 17 hinnehmen, mit einem Par auf dem 18. Loch kam er mit einer 69 (-1) von der Runde und ebenfalls 272 Zählern.
Im folgenden Stechen, das die Spieler erneut auf die 16 führte, übernahm Bradley zunächst die Führung mit einem Birdie gegenüber einem Par von Dufner. Der ließ die Vorentscheidung auf der 17 mit einem Bogey gegenüber einem Par von Bradley folgen. Da nützte das Birdie von Dufner auf der 18 gegenüber dem Par von Bradley auch nichts mehr, war nur noch kosmetische Korrektur. Mit -1 gegenüber Even Par setzte sich Bradley zu seinem größten Triumph durch.
"Als ich das Triple Bogey auf der 15 gespielt hatte, sagte ich mir: 'Lass dir jetzt nicht von einem einzigen Loch das gesamte Turnier versauen'," so der Champion, der als 108. in der Weltrangliste in die 93. Austragung der PGA Championship gestartet war.
"Es fühlt sich unbeschreiblich an", so Bradley weiter, "ich glaube, ich träume und habe Angst, gleich aufzuwachen .."
Den dritten Platz belegte der Däne Anders Hansen nach einer 66 (-4) und insgesamt 273 Zählern (-7), gefolgt von Robert Karlsson (67, -3), David Toms (67, -3) und Scott Verplank (70, E) auf dem geteilten vierten.
Adam Scott wurde alleiniger Achter nach seiner 68 (-2), gefolgt von Lee Westwood und Luke Donald (beide 68, -2), die sich den achten Rang teilten.
Bradley ist erst der dritte Spieler seit über 100 Jahren, der ein Major bei seinem ersten Anlauf für sich entscheiden konnte. Er ist der erste Rookie überhaupt, der zwei Turniere in einem Jahr gewinnen konnte, wovon eines ein Major darstellt. Zuvor gewann der 25-Jährige das HP Byron Nelson Championship.
Erstaunlich auch die Namen derer, die am Cut gescheitert waren: Neben Titelverteidiger Martin Kaymer waren dies unter anderem Tiger Woods, Dustin Johnson, Graeme McDowell, Jason Day, Ernie Els, Ryu Ishikawa und Alvaro Quiros.
Keegan Bradley







