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Letzte Chance für Stars & (Tiger)-Stripes
John’s Creek, Georgia – Die USA stecken in der Krise. Nicht nur aufgrund der Beben in den Finanzmärkten, viel schlimmer, der amerikanische Profigolfsport erlebt eine beispiellose Rezession.
Seit Phil Mickelsons Masters-Sieg 2010 gab es keinen Major-Titel mehr zu feiern, im Ryder Cup gab es wieder nur den zweiten Platz und sogar das inoffizielle fünfte Major, die Players Championship, schnappte sich mit K.J. Choi ein Koreaner. Nun steht das letzte Major des Jahres auf dem Programm und Tiger Woods überraschend am Start. Kann er die Ehre der USA wiederherstellen, die in den letzten drei Jahren einem Iren, einem Koreaner und einem Deutschen zum Sieg gratulieren mussten?
„Where have you gone, Tiger Woods…?“
Im weltberühmten Song „Mrs. Robinson“ von Simon & Garfunkel heißt eine Textzeile „Where have you gone, Joe DiMaggio, a nation turns its lonely eyes to you …“ Wenn man den Namen des Baseball-Spielers durch „Tiger Woods” ersetzt, spiegelt dies den Zustand der amerikanischen Golferseele wider. Man möchte Tiger so gerne weiterhin als Lichtgestalt des Golf erleben, doch seine Flamme scheint langsam kleiner zu werden und hat zudem immens an Strahlkraft eingebüßt. Tapfer folgen ihm die Massen noch immer auf Schritt und Tritt. Doch schon bei seinem letzten relevanten Ergebnis, dem geteilten fünften Platz beim Masters 2011 wurde klar, dass Tiger nicht mehr in der Lage ist, die Konkurrenz allein durch seine Präsenz zu beeindrucken.
Es gibt viele neue Namen, die Woods nach seiner Rückkehr erst einmal lernen muss: Ryo Ishikawa, Rickie Fowler, Jason Day oder Matteo Manassero sind nur die jüngsten Neuzugänge einer Generation, die Tiger als Kinder inspiriert haben mag, die ihn heute aber nur noch aus dem Fernsehen kennt. Anderen aufstrebenden Top-Golfern wie Bubba Watson oder Dustin Johnson konnte Woods auf dem Platz auch nicht mehr den Schneid abkaufen. Sie sehen in ihm weniger den Leitwolf als vielmehr einen Ritter von trauriger Gestalt.
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