Scott verteidigt hauchdünne Führung
Akron, Ohio - Der Neuseeländer Steve Williams ist es gewohnt, die Tasche der Nummer 1 zu tragen. Seit zwei Wochen ist er der neue festangestellte Caddie des Australiers Adam Scott, der bei der WGC Bridgestone Invitational das Feld anführt.
Über Williams' ehemaligen Arbeitgeber Tiger Woods muss man im Zusammenhang mit seinem Comeback-Versuch kaum noch ein Wort verlieren. Eine insgesamt verheerende Putt-Statistik bei keinem getroffenen Fairway auf den ersten neun Loch sprechen eine deutlich Sprache. 72 Schläge für 18 Bahnen sind ein gutes Ergebnis, nur leider nicht bei dieser Veranstaltung. Comeback gelungen? Das kommt auf die Ansprüche an.
Adam Scott hingegen spielt das Golf, mit dem Tiger eigentlich die Tour zu dominieren pflegte. Chirurgisch präzise teilt er mit seinem Fade die Fairways und konsultiert bei fast jedem Schlag seinen Caddie Steve Williams. Die Teamchemie stimmt zweifelsohne und Scott gilt mit 12 unter Par zurecht als Favorit für den Sonntag.
Das Hauptgesprächsthema allerdings ist der Japaner Ryo Ishikawa. Nur einen Schlag hinter Scott lauert der 19jährige Shooting-Star auf seine Chance. Schon im zarten Alter von 15 Jahren holte er seinen ersten Profiturnier-Sieg auf der japanischen Tour und gewann das Turnier "The Crowne" mit einer Rekordrunde von 58 Schlägen. Im Interview erklärte er, dass er sich in der Form seines Lebens fühle und am Sonntag weniger aufgeregt als voller Vorfreude sei, endlich herauszufinden, ob er schon reif für einen Sieg auf der PGA Tour ist. Er wäre der jüngste Champion eines zur Tour zählenden Events seit 1911! Ishikawa spielt übrigens dieses Jahr für den guten Zweck, seine gesamten Preisgelder spendet er zugunsten der Flutkatastrophenopfer in Japan.
Martin Kaymer hingegen kam nach einer längeren Regenunterbrechung am frühen Mittag überhaupt nicht mehr in Tritt und fabrizierte sechs Bogeys auf den hinteren neun Bahnen. Eine Woche vor dem Versuch seiner Titelverteidigung bei der PGA Championship wird er beim Titelrennen an diesem Sonntag nur Zaungast sein.
Das Finale könnte spannender kaum werden und es riecht wie in den vergangenen Wochen so oft nach einer Entscheidung im Stechen. Zehn Spieler melden berechtigte Ansprüche auf den Titel an, neben Ishikawa liegt Scotts Landsmann Jason Day auf dem geteilten zweiten Platz, dahinter folgen der Schotte Martin Laird und Keegan Bradley bei 10 unter Par. Luke Donald, Rickie Fowler und Fredrik Jacobson lauern bei -9.
Adam Scott, Caddie Steve Williams







