Fällt heute eine Entscheidung?
San Francisco, Kalifornien - Auf Facebook oder Twitter konnte man am frühen Nachmittag die hämischen Kommentare lesen, die in etwa den Tenor hatten: "Die USGA lässt die Sektkorken knallen! Kein Spieler mehr bei einem Ergebnis unter Par".
Dies war zwar nur eine Momentaufnahme, doch die Kritiker der U.S. Open hatten endlich Gelegenheit, ihren Unmut in die Welt hinaus zu schreien: Das Turnier wurde als "Obszönität" bezeichnet, da die Spieler auf "unfaire Art und Weise" an und über ihre Grenzen hinaus geführt werden. Doch wer ein Birdie-Festival erleben will, hat das ganze Jahr mehr als genug Gelegenheiten, bei zahllosen Profiturnieren. Die U.S. Open soll der ultimative Härtetest sein und außerdem: Solange ein Amateur mit 17 Jahren eine Par-Runde spielen kann, sollte die Wiese des Olympic Club für die Top-Spieler der Welt zu bezwingen sein.
Bevor wir Ihnen das dramatische Set-up für die Finalrunde der U.S. Open erläutern, möchten wir einem Mann größten Respekt und Lob aussprechen, der in den letzten beiden Tagen mit der beste Golfer bei der U.S. Open war: Alex Cejka! Nach einer grausamen 78er Auftaktrunde ließ der Deutsche Runden von 69 und 70 folgen. Hut ab, Alex, wir sind verdammt stolz auf Dich! Aktuell liegt Cejka bei +7 auf dem geteilten 32. Rang und mit etwas Glück könnte er vielleicht unter die Top 20 vorstoßen.
Der andere deutsche Profi im Feld liegt sogar in aussichtsreicher Position und könnte am Sonntag unter Umständen bei der Vergabe der Trophäe ein Wörtchen mitreden. Martin Kaymer leidet ebenfalls noch unter der leicht verpatzten Auftaktrunde (74), denn am Freitag folgte eine 71 und gestern sogar eine 69. Mit +4 rangiert er auf dem geteilten 14. Platz, fünf Schläge hinter dem Duo Jim Furyk und Graeme McDowell an der Spitze.
Ganz oben auf dem Leaderboard tummeln sich zwei Spieler, die schon einmal das Vergnügen hatten, den U.S. Open-Pokal in Händen halten zu dürfen. Furyk gewann 2003, der Nordire Graeme McDowell 2010 in Pebble Beach. McDowell spielte gestern eine fulminante 68, während Furyk in einer Gruppe mit Tiger Woods eine weitere Par-Runde ins Clubhaus brachte und damit der einzige Spieler im Feld ist, der nach keinem der drei Spieltage ein Pluszeichen vor seinem Ergebnis stehen hatte. Damit dürfte er der Top-Favorit auf den Sieg sein. Aber was kann man auf diesem knackschweren Platz schon vorhersagen.
Die große Frage ist und bleibt, was die USGA als Ausrichter des Turniers am Sonntag tun wird. Es gibt zwei Variablen: Den Platz wässern oder die Grüns weiter trocknen lassen bzw. die Fahnen so stecken, dass man auf Angriff spielen kann oder unmenschliche Pin-Position stecken. Da man wohl keinen Sieger mit einem Ergebnis unter Par möchte und die ganze Woche schon einen Hang zum Sadismus zelebriert, werden die Rasensprenger wohl eher nicht in Aktion treten und die Fahnen da stecken, wo die Breaks zahlreich sind.
Wer wird also gewinnen?
Jim Furyk und Tiger Woods





