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Hubbelrath entthront St. Leon-Rot

GC Hubbelrath

Bad Saarow - Am Ende floss nicht nur der Sekt in Strömen, sondern sogar die ein oder andere Freudenträne. Nach neun Vizemeisterschaften und der extrem bitteren Niederlage im Stechen vor einem Jahr ist ein junges Team aus dem Rheinland endlich am Ziel: Der Deutsche Mannschaftsmeister 2011 bei den Herren heißt GC Hubbelrath! „Das ist so ein schöner Moment. Wir sind so oft knapp gescheitert, aber jetzt haben wir es endlich geschafft“, jubelte ein sichtlich bewegter Maximilian Mehles.

Kurz zuvor hatte sein Nationalmannschaftskollege Maximilian Rottluff in einem packenden Match gegen Sean Einhaus die Nerven behalten und den entscheidenden halben Punkt für den 6,5 zu 5,5-Erfolg der Hubbelrather gegen Seriensieger St. Leon-Rot gesichert hatte. In der dritten Auflage des Herrenfinales Hubbelrath gegen St. Leon-Rot hatten die Rheinländer am Vormittag gut vorgelegt: Alle vier Viererpartien gingen auf das Konto von Hubbelrath und ließ ein deutliches Endergebnis erwarten. In den Einzelpartien sollte es aber noch mal spannend werden. St. Leon-Rot holte fünf Punkte, so dass die Entscheidung um den ersten Platz in der letzten Partie fallen musste. Auch diese war hochspannend und ging bis ans 18. Loch.

Rottluff musste gegen Sean Einhaus alles abrufen, um seinem Team nach insgesamt neun zweiten Plätzen seit 1977 endlich den ersehnten ersten Meistertitel zu sichern. Ausgerechnet im Jahr des fünfzigjährigen Bestehens des GC Hubbelrath ist dies der Herrenmannschaft mit Kapitän Dr. Christoph Osing gelungen. Sichtlich bewegt nahmen Nicolai von Dellingshausen, Maximilian Mehles, Maximilian Rottluff, Philippo Okan, Ferdinand Weber, Fabian Löhr, Marc Christopher Siebiera, Thomas Schneiders, Sam Pennington und Philip Kaymer die Goldmedaille von DGV-Vizepräsident Eicko Schulz-Hanßen entgegen. Der GC St. Leon-Rot erhält nun zum zweiten Mal nach 2003 die Silbermedaille, bleibt aber dennoch ungeschlagen hinsichtlich der im letzten Jahr erlangten Serie von sieben Meistertiteln in Serie.

Im Spiel um den dritten Platz standen sich die Qualifikationsersten vom Frankfurter GC und das Team des GC Mannheim-Viernheim gegenüber. Mehr als ausgeglichen präsentierte sich diese Begegnung. Mit Gleichstand von 2 zu 2 Punkten trennten sie sich zur Mittagspause. In den Einzelpartien am Nachmittag wurden abwechselnd Punkte für den ein oder den anderen Club gemeldet. Am Ende holten die Frankfurter knapp mit 6,5 zu 5,5 Matchpoints die Bronzemedaille.

Schon am Samstag mussten sich zwei Clubs in die zweite Bundesliga verabschieden: Der Münchener GC und der GC Altenhof, die erst im letzten Jahr ins Oberhaus gekommen waren. Ihren Platz nehmen in der nächsten Saison altbekannte Vereine ein: der Hamburger GC (als Aufsteiger aus der zweiten Bundesliga Nord) und der GC Feldafing (Aufsteiger der zweiten Bundesliga Süd).

Sophia Popov konzentrierte sich gerade auf ihren nächsten Schlag auf dem Fairway von Bahn 15, als aus dem Wald von Bad Saarow plötzlich lauter Jubel ertönte. Kurz später kam Team-Kollegin Lena Schäffner auf die Bahn gerannt, sprang Popov in die Arme und verkündete die gute Nachricht vom fünften Titelgewinn der St. Leon-Roter Damen bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften. Die „Roten“ Damen verbuchten in ihren drei Viererpartien des Finals drei frühe Siege und legten so den Grundstein für den fünften Titelgewinn. Zu selbstverständlich durften es die Damen des GC St. Leon-Rot aber nicht nehmen. Immerhin hatten ihre Olchinger Gegnerinnen den Titelverteidiger G&LC Berlin-Wannsee im Viertelfinale per Stechen besiegt und diese damit in den Abstiegskampf geschickt. Aber den erneuten Sieg nach 2004, 2005, 2008 und 2009 wollten sich die Württembergerinnen Sophia Popov, Karolin Lampert, Leigh Whittaker, Ann-Kathrin Lindner, Ann-Catrin Schmitt, Meike Fleck, Lena Schäffner und Nicole Lingelbach sowie ihr neuer Kapitän Christoph Herrmann nicht nehmen lassen. Sie holten sich noch viereinhalb Punkte in den Einzelpartien und siegen deutlich mit 7,5 zu 1,5. Aber auch die Damen des GC Olching freuen sich trotz des verlorenen Finales. Vom Aufstieg direkt zur Silbermedaille lässt sich durchaus als Erfolg verbuchen.

Im Spiel um Platz drei der Damenmannschaften präsentierte sich der GC Am Reichswald als Favorit gegen den Hamburger GC. Das Zwischenergebnis in den Vierern lautete 3 zu 0 aus Sicht der Nürnbergerinnen. Spätestens am 15. Grün waren alle Matches entschieden. Am Nachmittag erkämpften sich dann die Norddeutschen drei wichtige Punkte in den Einzelpartien, mussten aber auch zweieinhalb abgeben. Nach sportlichem Kampf erhielten so die Nürnbergerinnen die Bronzemedaille.

Am Vortag war schon die Entscheidung gefallen, welche zwei Damenteams im nächsten Jahr in der zweiten Bundesliga spielen müssen: G&LC Berlin-Wannsee und der GC Rheinhessen. Das dramatische daran: mit dem G&LC Berlin-Wannsee stieg das Team ab, das mit dem Ziel Titelverteidigung nach Bad Saarow gekommen war und durch zwei jeweils im Stechen verlorene Matches den bitteren Gang in die zweite Liga antreten muss. Aber auch die Rheinhessinnen hatten in den letzten beiden Jahren noch eine Medaille gewonnen und nicht mit einem Abstieg gerechnet. Für die kommende Saison melden sich dafür die Damen des GC Hubbelrath wieder zurück (Aufsteiger zweite Bundesliga Süd). In der zweiten Bundesliga Nord waren die Bremerinnen des GC zur Vahr erfolgreich und sind somit aufgestiegen.



 
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