McIlroy unter Druck

Medinah, Illinois – Rory McIlroy, der zweimalige Major-Champion, wird wohl der wichtigste Spieler im europäischen Team sein, so äußerte sich jedenfalls Jim Furyk in der letzten Woche über den Nordiren. Der 23-jährige behauptet jedoch, dass er nur einer von zwölf Spielern im Team der europäischen Mannschaft sei und möchte sich nicht unter Druck setzen lassen.
„In dieser Woche bin ich nicht die Nummer eins der Weltrangliste“, erklärte McIlroy, „ich gehöre zu einem Team von zwölf Spielern und sonst nichts. Es ist eine Team-Leistung. Es sind zwölf Jungs, die nach nach dem selben Ziel streben und ich bin ein Teil davon.“
Nun ja, keiner kann voraussehen, in welcher Form McIlroy am Freitag an den Start gehen wird. Eines steht jedenfalls fest, in den letzten Wochen hat er eine saubere Bilanz vorzuweisen. Fünf Starts, dabei drei Siege, inklusive dem Erfolg mit acht Schlägen Vorsprung bei der PGA Championship, sprechen für sich.
„Auch wenn er den FedExCup nicht gewonnen hat, war die Art, wie er die letzten Monate gespielt hat, außergewöhnlich“, sagte der europäische Captain José Maria Olazábal. „Ich würde sagen, dass Rory im Moment dem nahe kommt, was Tiger in den Jahren 1999 bis 2002 an den Tag gelegt hat. Er ist voller Selbstvertrauen und er hat alle Schläge drauf“, stärkt Olazábal seinem Ausnahmespieler den Rücken.
Der „Ritterschlag“ für McIlroy kommt von beiden Seiten, denn Furyk sagte auch vor der THE TOUR Championship: „McIlroy wird gegenwärtig wie Tiger beobachtet, doch Tiger ist Tiger und jeder würde sich freuen, wenn beide im Ryder Cup gegeneinander antreten würden." Wird es in den Einzel-Matches am Sonntag zu dieser Auseinandersetzung kommen? Diese Frage stellt sich jeder Golffan.
Anders als im Presidents Cup, bei dem die Captains die Paarungen selbst zusammenstellen können, müssen die Ryder Cup-Captains die Namen und die Startreihenfolge ihrer Spieler, unabhängig voneinander, bereits im Voraus festlegen. Damit kann nur „Fortuna“ die Paarung McIlroy gegen Woods bestimmen.
„Der Sonntag wird sein, wie er sein wird“, sagt Olazábal. „Ich weiß, alle fiebern diesem Match entgegen. Wir müssen jedoch warten und schauen, was passiert. Wir spekulieren hier, doch ich denke der Ryder Cup insgesamt ist wichtiger als ein Single-Match“.
U.S. Captain Davis Love III erkannte auch an, dass dieses Match „mit Sicherheit viel Spaß machen würde“. Die zwei Heroen spielten in den FedExCup Playoffs fünfmal zusammen in einer Gruppe und Woods notierte dabei viermal die niedrigere Runde, doch Matchplay ist eine andere Geschichte. „Ich denke, es ist nicht in der Vereinbarung der Captains, dass wir es nicht machen werden“, führt Love auf die Frage aus, ob er sich mit Olazábal verständigen würde, um zu versuchen, diese Paarung für den Sonntag zu garantieren.
„Ich bin mir aber sicher, dass dies gegen den eigentlichen Geist des Ryder Cup verstoßen würde. Ich möchte nicht der Erste sein, der in den Raum der Europäer geht, um Paarungen abzusprechen,“ erklärt Love III.
In den USA dreht sich momentan alles um Tiger Woods und Rory McIlroy und es stellt sich die Frage, wie der junge Nordire mit dieser Situation umgehen wird. Die ersten Matches in den Vierer-Partien werden zeigen, wie stabil der Nordire mental ist oder ob er sich durch die Belastung durch die Medien, die Gegner und die Zuschauer beeinflussen lassen wird.
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Rory McIlroy und Tiger Woods





