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Das weiße Monster

Blick über die zweiten Neun des Ocean Course in Kiawah Island, das Clubhaus im Hintergrund

Kiawah Island, South Carolina - Der Ocean Course im Kiawah Island Golf Resort ist einer der wohl spektakulärsten Golfplätze auf amerikanischem Boden und war in der Vergangenheit bereits mehrfach Austragungsort großer Turniere, allen voran des Ryder Cup 1991, der wegen seiner heftigen emotionalen Umstände auch als "War at the Shore" in die Geschichte eingegangen ist.

Damals siegten die Amerikaner, nachdem Bernhard Langer seinen Putt auf dem damaligen 18. Grün aus rund zwei Metern verpasst hatte - aber das ist eine andere Geschichte ...

Der Platz wurde von Pete Dye speziell für den Ryder Cup 1991 designt und im selben Jahr eröffnet. Er zieht sich am östlichsten Zipfel von Kiaway Island zunächst durch sumpfiges Marshland und dann, auf den zweiten Neun, in klassischer Links-Manier durch die Dünenlandschaft, entlang der Atlantikküste. Dabei verlaufen insgesamt zehn Löcher direkt entlang des Atlantiks und die anderen acht parallel dazu.

Dye hatte für das Projekt Ryder Cup eine ganz spezielle Vision, die er wahrlich einzigartig umsetzte: Die ersten neun Löcher sollten eher für die Amerikaner designt sein, während auf den zweiten Neun klassisches Links-Golf für die Europäer ins Spiel kommen sollte. So hatten am Ende beide Teams eine "ausgeglichene" Herausforderung.

Fast unmöglich zu spielen wird der von den Champions-Tees 7.676 Yards (7.018 Meter) messende Platz (Par 72) - zumindest für Amateure - wenn Wind ins Spiel kommt. Es hatte sich in der Vergangenheit gezeigt, dass bis zu acht Schläger mehr (!) genommen werden mussten, um das Ziel zu erreichen.

Historisches Venue: Der Ocean Course in Kiawah Island

Neben dem Ryder Cup 1991 war der Ocean Course bereits unter anderem Austragungsort des World Cup of Golf 1997, der Erstaustragung des UBS Cup 2001, des WGC-Word Cup 2003, der PGA National Championship 2005 und der Senior PGA Championship 2007.

Mit der Austragung der 94th PGA Championship 2012 - dem ersten Major übrigens, das in South Carolina ausgetragen wird - wird der Platz zudem erst der vierte in der Geschichte sein, der bei allen vier Majors, die von der PGA of America veranstaltet werden, als Austragungsort diente.

1997 kehrte Pete Dye erstmals zum Ort seines Schaffens zurück, um den Platz einer Generalüberholung zu unterziehen. So wurde um jedes Grün das Tidwarf Bermuda-Gras gegen 419 Bermuda ersetzt, dieselbe Grassorte, die sich auch auf den Fairways findet. Dadurch sollten die Bälle nicht so krass mehr davonrollen, wenn die das Grün verfehlten, wie noch beim Ryder Cup 1991.

2002 wurde zudem die Abschlag-Landezone an Loch zwei erweitert. An Loch vier fügte Dye mehr Fairway in der Abschlag-Landezone zur Linken hinzu und zudem drei Pot-Bunker zur Rechten. Das 18. Grün wurde komplett versetzt und befindet sich nun näher am Atlantik als noch 1991. Unser Bestreben, den Putt von Bernhard Langer, 1991 auf dem letzten Loch während der Single Matches, nachzustellen, war daher von Vorneherein zum Scheitern verurteilt.

2003 ließ Dye alle Grüns überarbeiten - das bis dahin verwendete Tidwarf Bermudas Gras erwies sich als nicht mehr resistent genug für die harten Bedingungen, die der Atlantik mit sich bringt. Seitdem wird eine speziell für den Ocean Course gezüchtete Variante von Paspalum Turfgrass verwendet mit Namen OC03. Weitere Veränderungen beinhalten die Fairwaybunker an den Löchern 9, 11, 13, 16 und 18.

Insgesamt hat sich durch diese zahlreichen Anpassungen der ursprüngliche Spirit, mit dem Dye den Ocean Course designte, nicht verändert. Er ist nach wie vor einer der spektakulärsten Golfplätze der Welt und eine wahres, weißes Monster - vor allem, wenn der Wind bläst ...

Alle Fotos Copyright @ GOLF TIME Verlag GmbH

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