21.07.2013 | 17:51

Muss passen

golftime
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Worauf sie beim Kauf eines Drivers unbedingt achten sollten. Teil 1. Ein Wort vorweg – für uns bei Clubmate Golf ist der Fittingprozess ein Zusammenspiel mehrerer messbarer Faktoren, die den Ballflug beeinflussen. Einige davon sind sehr wichtig, andere sind erst nachrangig zu betrachten. Den optimalen Ballflug zu ermitteln ist also keine angewandte Magie, sondern „lediglich“ die Optimierung bestimmter Messgrößen. Was Sie hierbei beachten sollten und welche Marketing-Mythen dabei nicht gerade hilfreich sein können, werden wir hier versuchen zu verdeutlichen. 1. Länger = weiter Es ist noch gar nicht so lange her, da spielte ein gewisser Tiger Woods einen Driver mit einer Schaftlänge von 43.5 Inches und war damit sehr erfolgreich. Die Durchschnittslänge der Driver auf der PGA Tour hat sich seit einigen Jahren auch kaum verändert und liegt bei 44.5 Inches. Viele Anbieter sind aber in den letzten Jahren dazu übergegangen, die Driver ab Werk in Längen zwischen 45.5 und 48 Inches auszuliefern. Die Argumentation ist so einfach, wie einleuchtend: Ein längerer, leichterer Schaft ermöglicht es, den Schläger auf höhere Geschwindigkeiten zu beschleunigen. In Tests mit Robotern wird nachgewiesen, dass jedes Inch mehr Schaftlänge ca. 8 Yards (7 Meter) mehr Weite bedeutet. Nachteil an dieser Argumentation ist der Faktor Golfer: Die wenigsten sind in der Lage, mit diesen extrem langen Schlägern den Sweetspot zu finden und diesen konstant zu treffen. Jede Abweichung vom Sweetspot bedeutet aber auch bei modernen Drivern eine deutliche Längeneinbuße. Ein weiterer Nachteil der langen Schäfte ist eine meist deutliche Einbuße an Präzision: Aus unseren Fittings wissen wir, dass bei Driverlängen über 44,5“ die Schlaggenauigkeit deutlich abnimmt (pro 1“ ca. 10 m Abweichung von der Ideallinie). Insofern ist die Argumentation zwar physikalisch korrekt, lässt sich aber so in der realen Welt nur in Ausnahmefällen realisieren. Wenn Sie wissen wollen, wie präzise Sie Ihren Driver treffen, dann besorgen Sie sich sog. Impact Labels oder Malkreide. Schlagfläche bekleben/einfärben und dann mal das Treffermuster kontrollieren. Wenn dieses sehr wild ist, kann ein kürzerer Schaft durchaus eine Verbesserung bedeuten. 2. Sweet-Spot wird immer größer Ein Sweetspot ist und bleibt ein Spot – und zwar von überschaubarer Größe. Auf der gesamten Schlagfläche gibt es bei jedem noch so modernen Driver nur einen Punkt, der perfekte Resultate generiert. Jede Abweichung von diesem verschlechtert die erzielten Ergebnisse. Sicherlich ist es richtig, dass bei manchen Schlagflächendesigns die Geschwindigkeitsverluste durch Offcenter-Treffer geringer sind, als noch vor einigen Jahren. Aber auch bei diesen Designs kann man deutliche Einbußen bei der Ballgeschwindigkeit messen, wenn man den optimalen Punkt nicht getroffen hat. Achten Sie beim Fitting auf den sogenannten Smash-Faktor: Je öfter Sie es schaffen, auf Werte in der Nähe von 1.5 (Smashfaktor = Ballgeschwindigkeit : Schlägerkopfgeschwindigkeit) zu kommen, desto besser funktioniert die Schlagfläche für Sie in Kombination mit dem verwendeten Schaft. Johannes Herbig, Jahrgang ‘61, ist Inhaber der Fitting-Schmiede Clubmate Golf in Pfungstadt sowie im Jordan Golfdom in Köln. Info: www.clubmategolf.com © GOLF TIME Verlag GmbH

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