10.05.2015 | 05:42

Wie die Jungfrau zum Kind, Els gewinnt

golftime
golftime

Lytham St. Annes, England – Stoppt die Druckpressen! Nicht Adam Scott sondern Ernie Els gewinnt die 141. Open Championship. Nach Jean Van de Velde 1999 hat wohl kein anderer Spieler einen sicher geglaubten Sieg so leichtfertig aus den Händen gegeben wie Adam Scott. Der Finaltag der 141. Open Championship war geprägt von Fehlern und Fehlschlägen. Adam Scott ging mit vier Schlägen Vorsprung vor Graeme McDowell und Brendt Snedeker in die Schlussrunde, während Tiger einen weiteren Zähler aufzuholen hatte. Scott schien an Loch 1 ein wenig Nerven zu zeigen, als er einen kurzen Putt am Loch vorbei schob und sofort das erste Bogey kassierte. Sofort konterte der Australier mit einem Birdie und konnte sich im Laufe seiner Runde einige Fehler erlauben, ohne über weite Strecken ernsthaft unter Druck zu geraten. Währenddessen hielt Ernie Els Kontakt zur Spitzengruppe, hatte aber zeitweise acht Schläge Rückstand auf Scott. Wie gerne hätten die Zuschauer auf dem Innenstadt-Kurs und an den Fernsehgeräten weltweit ein direktes Duell Scott vs. Woods gesehen, schon allein die Begegnung mit Tigers ehemaligem Taschenträger, Adam Scotts Caddie Steve Williams, wäre hochinteressant geworden. Doch Tiger erlaubte sich auf der siebten Spielbahn ein echtes Bunkerdesaster, als er die Kantenhöhe eines Pottbunkers unterschätzte und den Ball gegen die Wand in eine noch misslichere Lage drosch. Der nächste Schlag war ein artistisch anspruchsvoller Schlag, der ebenfalls leicht misslang und als dann noch ein Zwei-Meter-Putt zum Double-Bogey danebenging, war Tiger endgültig aus dem Rennen. Auf den zweiten neun Bahnen spielte Woods auf den Löchern 10 und 12 Birdies, um dann drei Bogeys zu kassieren. Auf der 18. Spielbahn schaffte Tiger es dann, mit einem Birdie doch noch den geteilten dritten Platz zu sichern. Tigers Mitspieler Brendt Snedeker setzte sein Bogey-Feuerwerk des Vortages fort und verlor schnell den Anschluss und auch Graeme McDowell, der mit Adam Scott spielte, brachte sich durch unnötige Fehler und einen haarsträubenden Fehlschlag mit dem Holz 3 um seine Siegchancen. Snedeker berappelte sich auf den Bahnen 15 und 16 wieder etwas und sicherte mit zwei Birdies in Folge zumindest den geteilten dritten Platz im Feld ab. Ernie Els hingegen arbeitete sich auf seinen Back Nine an Adam Scott heran und lochte auf der 18 einen Birdie Putt zur 68 (-2), um dann im Clubhaus zuschauen zu dürfen, ob Scott nerven zeigen würde. Scott wiederum spielte unspektakuläres wie effektives Golf: Der Australier hatte bis zur 15. Bahn kaum Begegnungen mit dem Rough oder einem der gefährlichen Bunker, vielmehr ging er kein Risiko ein, traf massig Fairways und Grüns und konnte sich ansonsten entspannt auf dem Polster ausruhen, dass er sich an den ersten drei Tag erspielt hatte. Ein Birdie auf Loch 14 bescherte dem 32-jährigen Australier vier Spielbahnen vor Schluss eine Führung von vier Schlägen. Dann allerdings schien Scott zu bemerken, dass er nun einen Triumphmarsch zum Claret Jug vor sich hatte und hatte wie man so schön sagt, urplötzlich die Buxe gestrichen voll. Mit vier Bogeys in Folge schoss er sich spektakulär aus dem Rennen, auf der 18 rasierte der Putt zum Par und einem möglichen Play-off die Lochkante, wollte aber nicht fallen. Urplötzlich war Ernie Els, der das Turnier zu keinem Zeitpunkt angeführt hatte, der völlig überraschte wie überraschende Sieger. Zehn Jahre nach seinem letzten Open-Sieg nahm “The Big Easy” grinsend und kopfschüttelnd die Glückwünsche entgegen. Bei seiner Siegerrede fand Els auch tröstende Worte für seinen guten Freund Adam Scott, der diesen bitteren Tag erst einmal wird verdauen müssen. Hier die finalen Ergebnisse der 141. Open Championship: Hier klicken für ausführlichen Bericht

Weitere Artikel

More Info
Anzeige

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Anzeige