14.01.2020

Drei Ideen für Ihre bislang beste Golfsaison

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Unsere Experten von Below Par zeigen Ihnen, wie Sie die kommenden Golf-Saison zu Ihrer bislang besten machen können. Drei Ideen, um 2020 durchstarten zu können.


Freddy und Patrick Braun von www.belowpar.de
In unserem heimischen Fitnessstudio zeigt sich seit dem Jahreswechsel ein gewohntes Bild: Es ist voll. Deutlich voller als sonst. Doch das gibt sich erfahrungsgemäß wieder. Spätestens Mitte Februar tauschen viele das Laufband wieder gegen die Couch ein und vergessen ihren ursprünglich guten Vorsatz. Das Fitnessstudio ist das Paradebeispiel für Ziele, die letztendlich doch nicht erreicht werden. Für gute Vorsätze, die auf dem Papier zwar schön aussehen, sich jedoch in der Umsetzung als nicht so leicht erweisen. 

Warum wir das ansprechen? 

Einmal, weil das neue Jahr(zehnt) erst ein paar Tage alt ist. Neujahrsvorsätze, Ziele und alles, was dazu gehört, sind für viele sehr präsent. Und einmal, weil wir immer wieder Parallelen zwischen Fitness und Golf finden. Wer zum ersten Mal die Hanteln schwingt und danach in den Spiegel schaut, sieht keine Veränderung. Wer die Hanteln für einen ganzen Monat schwingt, erkennt vielleicht etwas. Wer jedoch ein ganzes Jahr dabei bleibt, nimmt eine Veränderung wahr. 
So ähnlich geht es uns beim Golf. Die Anzahl der Golflehrer und Golflehrerinnen, die uns über die Jahre von Schülern erzählt haben, die nach dem “Tipp für den Durchbruch”, den “Schlüssel” oder das “Geheimnis der Profis” gefragt haben, ist erstaunlich groß. Wir überschätzen, was wir in einer Trainingseinheit erreichen können, unterschätzen jedoch, was über den Verlauf einer ganzen Saison möglich ist. Wie im Fitnessstudio auch, sehen wir nach einer Runde Golf erst einmal nicht viel, wenn wir danach in den Spiegel, beziehungsweise auf die Scorekarte schauen. 
Wer jedoch konsequent dabei bleibt, stellt zum Ende der Saison einen großen Fortschritt fest. Konsequent dabei bleiben ist in diesem Fall ein Synonym für effektives Training. Wer effektiv trainiert, kommt vorwärts. Mit oder ohne Ziel. Mit oder ohne gutem Vorsatz. 

Drei Zutaten für effektives Training 

Effektives Training besteht für uns aus den folgenden drei Zutaten. 

#1: Fokus 

Haben Sie schon einmal ein Projekt in der Hälfte der Zeit, die Sie eigentlich gebraucht hätten, fertig gestellt? Ja? Lassen Sie uns raten: Sie haben das geschafft, weil Sie enorm fokussiert an die Sache herangegangen sind?! Je näher die Deadline eines Projektes rückt, desto fokussierter arbeiten wir daran. Wir eliminieren Ablenkungen, weil wir uns keine verschwendete Sekunde erlauben dürfen. Wir versinken in unserer Arbeit und betreten den Zustand, der für allerlei Höchstleistungen verantwortlich ist: Flow. 

Dieser Zustand liegt dem Konzept der Power-Hour zugrunde. Die Power-Hour stammt von Georgetown University Professor Cal Newport und dessen Buch „Konzentriert arbeiten — Regeln für eine Welt voller Ablenkungen“. Während der Power-Hour trainieren wir alleine und ohne Ablenkungen. Wir durchlaufen 1-2 Übungen, die wir keinesfalls unter- und erst dann abbrechen, wenn die Stunde abgelaufen ist (Trinkpausen ausgenommen). Eine Stunde fokussiertes Training zieht deutlich mehr Erfolg und Fortschritt nach sich zieht, als drei Stunden halbherziges Bälle schlagen. 

#2: Übungen, die unsere „Playing Skills“ schulen 

Die Power-Hour ist der Rahmen unseres Trainings. Füllen sollten wir diesen Rahmen mit hilfreichen Übungen, auf die wir uns während der Power-Hour konzentrieren können. Eine solide und wiederholbare Technik ist zweifelsohne wünschenswert. Eine solide und wiederholbare Technik hilft uns allerdings nur dann weiter, wenn wir sie anwenden können. Profi Coach James Lockrose verriet uns im Interview: 

“Ich bin der Meinung, dass viele Spieler einen ziemlich konstanten Schwung haben. Dieser Schwung mag vielleicht nicht auf allen Ebenen liegen, doch darum geht es nicht. Die meisten Amateure, die ich beobachte, bewegen Schläger und Körper auf eine sehr wiederholbare Art und Weise. Das ist die halbe Miete.“
James Lockrose

Die andere Hälfte der Miete sind so genannte Playing Skills. Eben diese werden im Laufe der Saison immer wichtiger. Auf dem Platz müssen wir uns von Schlag zu Schlag umstellen. Wir haben alle drei Minuten eine andere Entfernung vor uns, die eine andere Bewegung erfordert. Und wir müssen vor jedem Schlag eine Entscheidung treffen. Wer vor einem Schlag schon einmal zwischen zwei Schlägern hin- und hergerissen war, weiß, dass das leichter gesagt ist, als getan. Auf dem Platz hat jede dieser Entscheidungen eine Konsequenz. Zweite Versuche gibt es nur, wenn wir den Ball in ein Hindernis oder über die weißen Pfosten schlagen. 
Konsequenzen können frustrierend sein, ein Gefühl von Druck und Nervosität auslösen oder zu Leistungsangst führen. Wechseln Sie Ihr Ziel im Training daher regelmäßig. So üben Sie nicht nur den Schlag selbst, sondern auch die Entscheidung, die jedem Schlag voraus geht. Trainieren Sie mit einer konkreten Übung und definieren Sie dabei eine „Erfolgsquote“, wie z.B.: „Nur wenn X Bälle in einem Umkreis von Y gelandet oder zur Ruhe gekommen sind, ist die Übung beendet.“ 

 #3: Holen Sie sich Hilfe! 

Dass Superstars, wie Tiger Woods, Rickie Fowler oder Lexi Thompson mit einem Trainer arbeiten, sollte uns eigentlich überraschen. Kaum jemand spielt besser oder weiß mehr über den Sport, als die Jungs und Mädels auf der Tour – und trotzdem arbeiten alle mit mindestens einem Trainer zusammen. Warum? Auch Golfprofis sind Emotionen ausgesetzt, die nicht immer vorteilhaft sind. Ein zusätzliches Augenpaar verhindert, dass sie vom Weg abkommen. Wer sich Hilfe holt, muss zudem nicht alles selbst machen. 
Ein guter Trainer, eine gute Trainerin, ein gutes Buch oder Trainingsplan, geben uns neue Impulse, weisen uns auf Dinge hin, die wir selbst nicht sehen und helfen uns die Klarheit zu finden, die wir brauchen, um uns kontinuierlich zu verbessern. Regelmäßigkeit und effektives Training gehen Hand in Hand Direkt zu Beginn dieses Artikels sprachen wir von den Parallelen, die wir immer wieder zwischen Fitness und Golf entdecken. Ohne Regelmäßigkeit machen wir in beiden Bereichen keine Fortschritte. 


  • Eine Stunde, drei Mal die Woche ist besser als drei Stunden, einmal die Woche.

 
  • Drei Stunden, einmal die Woche sind immer noch besser, als zehn Stunden, einmal im Monat.

 
  • Wer besser werden will, muss sich zu dieser Art von Regelmäßigkeit verpflichten — und sollte dabei ehrlich zu sich selbst sein. 

Denn ein Trainingsprogramm ist nur dann sinnvoll, wenn wir es aufrechterhalten und dauerhaft in den Alltag integrieren können. 

Denken Sie an unser Fitnessstudio-Beispiel. Am 1. und 2. Januar sind die Studios voller Menschen, die sich über Nacht in Arnold Schwarzenegger verwandeln möchten und direkt bei der ersten Einheit drei Stunden Vollgas geben. 

Dieser Null auf Hundert-Ansatz ist nur begrenzt tragbar. Unterdrücken Sie den Wunsch, gleich alle Treppenstufen auf einmal zu nehmen. Motivation kommt und geht, Gewohnheiten bleiben, doch Gewohnheiten erfordern — gerade zu Beginn — eine gewisse Regelmäßigkeit.




Danke


Wir möchten den letzten Abschnitt dieses Artikels nutzen, um uns bei allen Lesern und Leserinnen zu bedanken! Wir sehen Ihre Aufmerksamkeit nicht als selbstverständlich an. Wir wissen, wie viel andere Artikel Sie im Moment lesen könnten und trotzdem haben Sie sich für diesen entschieden. Das motiviert uns, weiterhin Vollgas für Sie zu geben. 

Und wenn Sie ein Wunschthema haben, über das Sie zukünftig mehr lesen wollen, dann schreiben Sie uns doch:  [email protected] 

Wir lesen jede E-Mail!

Freddy und Patrick Braun sind Brüder, Plus- und Singlehandicapper (+1,4 & 3,6), Bundesliga-Spieler und die Köpfe hinter der Golftrainings-Website BelowPar.de. Freddy spielte vier Jahre lang College Golf in den USA, wo er mit der Wilmington University bei den nationalen Meisterschaften 2016 unter die Top 8 Teams des Landes kam. Während seiner Zeit in den USA lernte er unter anderem von PGA-Tour-Trainern und gewann mehrere Turniere mit dem Team.

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