20.06.2016

Ganz schön bekloppt

golftime
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»Es ist schon fraglich, ob Jürgen Klopp,  Motivationskünstler, aber auch ewiger  „Zweiter“, Europas  Ryder Cup Team zum Sieg gegen die USA führen kann.«

Sie haben Millionen auf ihrem Konto, fliegen im Privat-Jet zu ihrem Arbeitsplatz, brauchen sich um Hotelreservierungen oder -buchungen nicht zu kümmern. Kurz: Sie haben alles, wovon Otto Normalverbraucher nur träumen kann. Und dennoch: Sind die Herrn Stars, die Idole von Millionen, die Spitzensportler glücklicher? Wirklich zufriedener? Nur selten.
Deshalb die berechtigte Frage: Was fehlt denen da oben, die alles haben, und dennoch nicht funktionieren? Nicht wirklich funktionieren? Ganz einfach: die Motivation. Der psychologische Kick, der dem Spitzenathleten, der sein Handwerk perfekt beherrscht, fehlt. Dem es schlicht egal ist, ob er Fünfter, Zwanzigster oder Fünfzigster wird. Ja, gewinnen will er schon. Wenn aber der Zug abgefahren ist, die Chance, das Turnier zu gewinnen, vertan ist, dann schleicht sich die tödliche Gleichgültigkeit ein.
Um diese psychologische Misere in den Griff zu bekommen, lassen sich Trainer alles Mögliche einfallen. Top-Prämien, zum Beispiel, was nur selten weiterhilft. Oder trainingsfrei am darauffolgenden Tag, was nur selten weiterhilft. Oder eine Siegesfeier samt Korso durch die Stadt zum Rathaus, was nur selten weiterhilft.
Gewiefte Trainer, im Erkennen dieser Satt-sein-Problematik, greifen immer öfter zum Motivations-Kick durch andere prominente Sportler/Trainer. So hat jüngst Ryder Cup-Captain Darren Clarke den Wunsch geäußert, Jürgen Klopp, den Fußball-Trainer (FC Liverpool, zuvor Dortmund) zu engagieren. „Er ist ein Energiebündel, ein hervorragender Motivationskünstler…“ Dass Klopp von Golf keine Ahnung hat, ist ihm egal, es geht ihm rein um „die Jungs heiß machen“. 
Übrigens nichts Ungewöhnliches. Vorgänger Paul McGinley holte vor zwei Jahren Alex Ferguson, damals 27 Jahre lang Trainer von Manchester United, als Motivations-Onkel nach Gleneagles. Und die Amerikaner haben stets Michael Jordan, den Basketballer, als moralische Stütze an ihrer Seite. 
Fest steht, dass Jürgen Klopp als klassischer „Zweiter“ in die Sportgeschichte eingeht – zuletzt mit Liverpool insgesamt fünf Finalpleiten in Folge.
Also gerade richtig für den Ryder Cup im Herbst in Hazeltine, wenn es gegen die USA geht? Fraglich. Denn „Zweiter“ beim Ryder Cup können die Jungs von Darren Clarke auch ohne Jürgen Klopp werden. Ganz gewiss.
Ihr Oskar Brunnthaler

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