18.09.2014 | 10:23

Hier geht die Rechnung auf

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GOLF TIME USA-Korrespondent Dominik Krautschun versorgt Sie wöchentlich mit News und Geschichten rund um das Thema Golf – direkt aus den Vereinigten Staaten. Diese Woche: Wenn Zahlen im TV die Hauptrolle spielen. Sport in den USA ist eine ernstzunehmende Angelegenheit. Und wichtige Dinge sollte man ja am besten auch mit Zahlen belegen können. Die FedExCup-Playoffs vergangene Woche waren zum Beispiel für den US-Sender Golfchannel eine gute Gelegenheit zu zeigen, dass Zuschauer nonstop mit Zahlen gefüttert werden müssen, damit überhaupt irgendjemand versteht, wer wann wieso den FedExCup hätte gewinnen können. Horschel hat es den Leuten mit seinem Sieg dann zum Glück einfach gemacht, da die Rechenbeispiele sich in seinem Fall recht simpel gestaltet haben. Er gewinnt den Cup, wenn er gewinnt… Für Statistik-Fans aber war diese Woche, schließlich markierte sie das Ende der offiziellen Saison 2013/14, wie Weihnachten und Geburtstag zusammen, denn die Zahlen-Freaks hinter den Kulissen sind zu Hochform aufgelaufen. Seit Anfang 2000 sammelt die PGA Tour nämlich zusammen mit seinem Technologie-Partner CDW via ShotLink Daten im Überfluss. Am vergangenen Sonntag zündeten sie mit ihren Zahlen und Statistiken ein wahres Feuerwerk. Bei jedem Turnier (knapp 40 Events pro Saison) gehen Mitarbeiter mit den Spielern mit und sammeln per Hand, GPS und Laser auf jedem Loch und für jeden Spieler alle, aber auch wirklich alle, Daten. Pro Woche nimmt man bei einem Event, in dem ein volles Feld antritt, u.a. die Daten von knapp 32.000 Golfschlägen auf. Alle gesammelten Daten werden von Computern in 500 (!) verschiedene Kategorien unterteilt. Die PGA Tour hat sogar einen eigenen Angestellten von ShotLink, Alex Turnbull, der während der TV-Übertragungen von Golf-Events nichts anderes macht, als relevante Statistiken zum aktuellen Geschehen ausfindig zu machen und sofort bereitzustellen. Alleine kann Turnbull hier natürlich nicht den Überblick behalten. Per Funk ist er mit Kamermännern auf dem Platz und Mitarbeitern des Golfchannel, Kommentatoren und Produzenten verbunden, die ihn darauf hinweisen können, falls gerade etwas Außergewöhnliches passiert. Der wichtigste Mitarbeiter von Turnbull ist aber ein Computer. Eine eigene Software analysiert in Echtzeit alle eingegebenen Daten und schlägt Alarm, wenn sich etwas außerhalb der Norm ereignet. Und dadurch erfährt man dann so Dinge wie, dass Chris Kirk zum Beispiel 14 mal in Folge aus dem Bunker heraus noch sein Par retten konnte, dass Webb Simpson diese Saison keinen Drei-Putt innerhalb einer Entfernung von bis zu 17 Metern zum Loch hatte, dass Tiger Woods in seinem letzten Turnier sämtliche Fairways auf der rechten Seite verfehlt hat, oder dass Billy Horschel in den gesamten vier Wochen der Playoffs keinen Putt innerhalb von zwei Metern vorbeigeschoben hat. Kein Wunder, dass der Mann gewonnen hat. Schreiben Sie mir: [email protected] Ausgewählte Beiträge werden hier veröffentlicht. Dominik Krautschun, Jahrgang ‘70, lebt in Naples, Florida, der “Golf Capital of the World”. Der Schreibtisch des Hcp -4,3-Golfers steht auf der Driving Range des Miromar Lakes Beach & Golf Club. © GOLF TIME Verlag GmbH Artikel zu diesem Thema:

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