29.03.2016

Kopf hoch, Ulrich!

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Johannesburg, Südafrika – Ulrich van den Berg ist ein Mann, der einen langen Atem hat. Der 41-jährige Südafrikaner konnte sich 2008 erstmals für die European Tour qualifizieren. Doch sein Debüt-Jahr verlief damals nicht nach Wunsch und brachte ihn an den Rand der Verzweiflung.

Ulrich van den Berg spielt für den Glendower GC in seiner Heimatstadt Johannesburg. 1997 war bisher vielleicht das beste Jahr in der Karriere des heute 41-Jährigen. Als Amateur kann er die South African Stroke Play-Meisterschaften gewinnen, holt sich den Titel der Transvaal Amateurmeisterschaften und gewinnt auch das Western Province Stroke Play.

1999 wechselt van den Berg mit einem Hcp von 0 ins Profilager und beginnt auf der Sunshine Tour in Südafrika zu spielen. Sieben Siege kann van den Berg in den kommenden Jahren feiern. Der Mann kann wirklich Golf spielen. Doch für die Qualifikation zur European Tour reicht es damals noch nicht. Vier Mal tritt van den Berg bei der Qualifikation an und scheitert jeweils deutlich.

Doch 2007 scheint endlich das Jahr van den Bergs gekommen zu sein. Souverän erspielt er sich die Spielberechtigung, kann für 2008 eine komplette Saison auf der European Tour planen. Doch das Schicksal hat andere Pläne für Berg. Kurz nach Saisonbeginn wird bei seinem Vater eine schwere Krankheit diagnostiziert. Van den Berg entscheidet sich dafür, seinen Vater zu pflegen. Seinen Beruf stellt er hinten an. Im gleichen Jahr stirbt schließlich sein Vater. Das Familienschicksal hinterlässt van den Berg in eigenen Worten als „gebrochener Mann“.

Van den Berg darf zwar mit einer Medical Exemption 2009 wieder auf der European Tour spielen, doch das Golf des Südafrikaners ist nicht mehr das, was es einmal war. Nach 2009 verschwindet Ulrich van den Berg in der Versenkung und spielt jedes Jahr nur eine Handvoll Turniere, sein Preisgeld-Jahresverdienst liegt meist bei ca. 12.000 Euro.

Bis er 2015 wieder von sich reden macht. Wie aus dem Nichts tritt er bei der Qualifying School an und holt sich gegen Spieler, die leicht seine Söhne sein könnten, den geteilten Sieg und damit endlich wieder die Spielberechtigung für die European Tour.

Sechs Turniere hat van den Berg in dieser Saison bereits auf der European Tour gespielt. Nur ein einziges Mal konnte er sich einen Scheck abholen. Für einen geteilten 38. Platz bei der ISPS HANDA Perth International bekommt Ulrich van den Berg 7.283 Euro. Diese Woche ist Ulrich van den Berg bei der Hero Indian Open in Neu Delhi am Start. Wünschen wir ihm, dass er hier endlich mal sein Konto aufbessern kann.

Jede Woche stellt GOLF TIME-Autor Dominik Krautschun in seiner Kolumne „It’s a hard life!“ Spieler vor, deren Leben auf den großen Touren nicht so glamourös ist wie das der Superstars, die mit Privatjets um die Welt jetten. Feedback gerne an [email protected]

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