14.10.2014 | 14:39

Professionelles Golf ist eine teure Angelegenheit

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GOLF TIME USA-Korrespondent Dominik Krautschun versorgt Sie wöchentlich mit News und Geschichten rund um das Thema Golf – direkt aus den Vereinigten Staaten. Diese Woche: Sie wollen ein Playing Pro werden? Na, dann bringen Sie eine Menge Geld mit… Vor wenigen Tagen erzählte mir der Head Pro vom Old Corkscrew Golf Club, dass 99 Prozent der Golfer, die diesen anspruchsvollen Jack Nicklaus-Signature Course in Südwest-Florida gespielt hatten, keinen Score unter 100 Schlägen ins Clubhaus gebracht haben. Es ist erst einige Wochen her, da hat jedoch ein junger Golfer der Florida Golf Coast University, die nur 20 Minuten von hier entfernt liegt, auf diesem Par 72-Platz eine anständige 67 (-5) unterschrieben. Der junge Mann hat ein Hcp von +3 und hegt nach seinem College-Abschluss Ambitionen, ins Profilager zu wechseln – insofern er jemanden findet, der ihm den Einstieg in die Welt der Playing Pros finanziert. Alex Cejka hatte mir zu Anfang dieses Jahres erklärt, dass sich allein die Reisekosten für eine Saison auf der web.com Tour auf ca. 100.000 US-Dollar belaufen. Und das sind dann keine First Class-Flüge oder 5-Sterne Hotels, auf die sich der geschundene Profi nach acht Stunden Golf pro Tag freuen kann. Mit 100.00 Dollar rangiert man hier eher in der 2-Sterne Motel-Kategorie und der Economy Class im Flieger. Und man darf nicht vergessen – noch hat man keinen Cent Preisgeld verdient. Trotzdem gibt es unzählige junge Golfer, die der Meinung sind, dass sie das Zeug dazu haben, sich mit ihrem Golf auf den verschiedensten Pro-Touren der Welt nicht nur ihren Lebensunterhalt verdienen zu können, sondern vielleicht sogar reich zu werden. Und mal ehrlich, wer hat nicht schon mal nach einer wirklich guten Runde insgeheim davon geträumt, den Rest seines Lebens auf einem Golfplatz zu verbringen und dafür Millionen Dollars zu kassieren? Es gibt sogar jenseits und diesseits des Atlantiks einige Amateure, die der Meinung sind, dass sie mit etwas Glück und hartem Training doch noch die Chance haben werden, ein Playing Pro zu werden. Und wenn es dann doch nur noch die Senior Tour sein wird – einige Runden unter Par sollten dafür doch schon reichen, oder nicht? Die Realität sieht leider anders aus. Ganz anders. Mc McLaughlin aus Ohio zum Beispiel. Er ist wie Tausende anderer auch ein hoch begabter junger Golfer. McLaughlin hat seit der Junior High School Wettkampf-Golf und später sogar für die angesehene University of Virginia College Golf gespielt. Sein Handicap damals: +3,2. Nach seinem College-Abschluss, den er Anfang 2013 als Academic All-American beendete, wechselte McLaughlin ins Profilager. Seitdem hat der 23-Jährige, der den Ball ohne große Probleme 300 Yards schlägt, sich auf der drittklassigen NGA Hooters Tour und Hopkins Tour durchgeschlagen. In der Saison 2013 hatte er keine Runde die schlechter als 72 Schläge war. 2014 arbeitete er weiter an seinem Spiel und bestritt 13 Turniere auf der NGA Hooters Tour. Die besten Spieler dieser Mini-Tours haben die Chance, einen Platz bei der Q-School für die web.com Tour zu ergattern. Ob McLaughlin das Startgeld für die web.com Tour Q-School allerdings in absehbarer Zukunft wird bezahlen können, ist eine andere Frage. In der Saison 2014 hat McLaughlin 6912.50 Dollar verdient. Und damit liegt er noch gut im Rennen, denn von den 222 Spielern, die diese Saison auf der NGA Tour an den Start gegangen sind, liegt McLaughlin damit immerhin noch auf Rang 42. Der schlechteste Spieler der aktuellen Saison auf der NGA Hooters Tour übrigens, John Chutz, hat in der Saison 2014 gerade einmal 250 Dollar verdient. Sie denken der Mann kann nicht Golf spielen? Nun, John Chutz hat sich beim Local Qualifying für die U.S. Open mit einer 71 für die Sectional Qualifiers qualifiziert und scheiterte dort am Einzug in das Feld der U.S. Open mit einer 69er-Runde (-2) an nur einem Schlag. Noch Fragen? Schreiben Sie mir: [email protected] Ausgewählte Beiträge werden hier veröffentlicht. Dominik Krautschun, Jahrgang ‘70, lebt in Naples, Florida, der “Golf Capital of the World”. Der Schreibtisch des Hcp -4,3-Golfers steht auf der Driving Range des Miromar Lakes Beach & Golf Club. © GOLF TIME Verlag GmbH Artikel zu diesem Thema:

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