Bemüht ... 21.04.2017

Tiger Woods Schwungstudie
Tiger steht im Verhältnis zu früheren Schwüngen deutlich aufrechter im Set-up. Dies ist rückenschonender als in seiner Anfangszeit.
Tiger Woods Schwungstudie
Im ersten Teil seiner Rückschwungbewegung rotiert Tiger seinen Oberkörper mehr nach rechts und nimmt seine Arme nahezu unverändert zur Ansprechposition mit. Die Hände befinden sich leicht unterhalb des Schlägers.
Tiger Woods Schwungstudie
Im weiteren Verlauf fängt Tiger an, den Schläger aus seinen Handgelenken heraus leicht steil abzuwinkeln.
Tiger Woods Schwungstudie
In dieser Position ist der Oberkörper bereits annähernd um 90 Grad nach rechts gedreht, während sich die Hände noch vor seinem Brustbein befinden. Anders als J. Foley will C. Como, dass Tiger hier wieder mehr seinen rechten Fuß belastet.
Tiger Woods Schwungstudie
Am obersten Punkt des Rückschwungs kann man gut erkennen, wie eintrainiert die Positionen sind. Hank Haneys Parallelogramm lässt grüßen.
Tiger Woods Schwungstudie
Auch im Übergang zur Vorwärtsbewegung sind klassische Bewegungsmuster aus B. Harmons Zeiten wiederzuerkennen. Die Körperwinkel werden kleiner, gut zu sehen an seinem alten, ungesunden Laster, dem Abtauchen des Kopfes.
Tiger Woods Schwungstudie
Jetzt sehen wir die größte Veränderung: Tigers rechte Schulter ist hier sehr weit hinten, dies bringt ihn in sein neugewolltes, hohes Finish. Ich hoffe, seine angespannte Gesichtsmuskulatur hat nichts mit seinen physischen Beeinträchtigungen zu tun.
Tiger Woods Schwungstudie
Tiger erzeugt mit seinem Hybrid kein Divot. Auch das ist eine Veränderung, da er früher deutlich direkter auf den Ball schlug. Laut Physiotherapeut ist dies schonender für seinen Rücken.
Tiger Woods Schwungstudie
Hier erkennen wir gut, wie Tigers Schläger früh nach links rotiert und doch nach rechts schwingt. Seine Schultern sind um einiges flacher als früher.
Tiger Woods Schwungstudie
Der Körper hängt noch rechts, die Unterarm- Rotation ist übertrieben. Eine konstante Ballflugkurve ist so nur mit perfektem Timing möglich.
Tiger Woods Schwungstudie
Hier kommt Tiger in sein bewährtes Finish, etwas höher als früher. Positiv zu sehen, wie Tiger jetzt erst den restlichen Körper mitdreht.
Tiger Woods Schwungstudie
Die ganze Spannung ist draußen, ausbalanciert steht Tiger auf seinem linken Fuß und ist vielleicht sogar froh darüber, dass die Schmerzen nachlassen.
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Der aktuelle Schwung der ehemaligen Nummer 1 der Welt spricht Bände: Die zahlreichen Trainerwechsel und vor allem Verletzungen haben ihre Spuren hinterlassen.

Ein Trainer nach dem anderen wurde verbrannt und jeder hatte dabei für sich mit besten Absichten versucht, Tigers Schwung wieder auf Vordermann zu bringen. Jetzt präsentiert sich die ehemalige Nummer 
1 der Welt nicht nur körperlich angeschlagen, sondern auch als eine Mixtur aus verschiedensten Bewegungsmustern: Butch Harmon, der Papa-Typ, der definitiv weiß, wie ein Golfschwung funktioniert. Hank Haney, der gerne mal ein Parallelogramm ins Schwungvideo malt. Jean Foley, der Zahlenfreak, der mithilfe von exakten Trackman-Daten den perfekten Treffmoment sucht. Oder aktuell Chris Como, der zusammen mit Dr. Kwon die ganze Thematik mithilfe von 3D und Sportwissenschaft auf zurollen versucht. 

Und hier sind noch nicht einmal die Heerscharen an Kurzspielgurus dabei. 

Ein Athlet, der auf diesem Level nur die Hilfe von außen sucht, hat es definitiv schwerer, denn er gibt einen großen Teil der Verantwortung ab. Video-Vergleiche mit den Schwüngen der letzten 20 Jahre lassen auf jeden Fall erkennen, dass Tiger in Bezug auf die Schwunggeschwindigkeit immer schneller geworden ist, mit vielleicht einer Ausnahme, bei der Hero World Challenge 2016.

Ich träume weiter von einem echten Woods- Comeback und, wer weiß, wenn Tigers persönlicher „Timing-Schwung-Wecker“ doch noch einmal richtig klingeln sollte, ob es nicht doch noch für ein Comeback reicht!


DANNY WILDE, PGA G1 Professional, A-Trainer DGV/DOSB, TPI Golf Instructor 3. Sportlicher Leiter und Akademie Headcoach im Golf Valley München.
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