Ein Duo für die Zukunft 25.06.2017

Nicolai von Dellingshausen und Max Schmitt
Zwei positive Überraschungen: Nicolai von Dellingshausen und Max Schmitt (Foto: BMW Golfsport)
Max Schmitt
Schmitt war am Samstag auf der Runde mit Ryder-Cup-Spieler Victor Dubuisson (Foto: BMW Golfsport)
Max Schmitt
Er beendete das Turnier als 58 unter anderem schlaggleich mit Ernie Els und Andy Sullivan (Foto: BMW Golfsport)
Nicolai von Dellingshausen
Noch besser lief es für Nicolai von Dellingshausen (Foto: BMW Golfsport)
0
Aus deutscher Sicht kann man nicht unbedingt von einer guten Bilanz bei der BMW International Open sprechen. Dennoch gibt es zwei positive Überraschungen.

Dass am Ende der BMW International Open Nicolai von Dellingshausen als bester Deutscher auf dem Leaderboard stehen würde, damit hätten - bei allem Respekt - nicht viele gerechnet. Doch der Düsseldorfer überzeugte. Vor allem am Sonntag, als er bei regnerischen Bedingungen fehlerfrei über den Platz des München Eichenried kam und eine beeindruckende 67 unterzeichnete. Am Ende kletterte er noch ein ganzes Stück auf dem Leaderboard, was ein ordentliches Preisgeld zur Folge hat, das zusätzliche Sicherheit gibt in der jungen Profikarriere.

Dass von Dellingshausen, 24, Golfprofi werden würde, steht noch nicht allzu lange fest. Es gab ein paar Optionen. Doch irgendwann kam der Moment, da musste eine Entscheidung her. Von Dellingshausen hatte einiges vorzuweisen. Ein VWL-Studium, eine bestandene Pilotenprüfung und ein Handicap von +4. Im vergangenen Jahr fiel die Entscheidung für die Golfkarriere und wurde Profi.

Noch ein Sieg bis zur Challenge Tour

Der Start verlief bestens, zwei Turniere konnte der Düsseldorfer bereits auf der Pro Golf Tour gewinnen. Er führt die Geldrangliste souverän an, ein weiterer Titel hätte den direkten Aufstieg in die zweite Liga, die Challenge Tour, zur Folge. Die BMW International Open war für von Dellingshausen ein kleiner Exkurs. Eine Kostprobe, wie sich Golf auf European-Tour-Niveau anfühlen kann. Dort, wo es irgendwann hingehen soll. "Ich war so nervös, ich konnte den Ball kaum auf das Tee legen", erklärte er am Sonntag. Doch die anfängliche Nervosität verflog schnell.

Von Dellingshausen, der durch eine Wildcard für das Turnier qualifiziert hatte, hat sich auf diesem Exkurs nicht nur seine Einladung gerechtfertigt, sondern sich auch bestens verkauft.Natürlich ist es ein weiter Weg von der Challenge Tour bis zum gestandenen European-Tour-Profi. Ein Weg, den viele nicht schaffen. Doch von Dellingshausen ist motiviert, sich bis nach ganz oben durchzukämpfen. Der Deutsche hat in dieser Woche gezeigt, dass er dort ganz gut mithalten kann.  

Schmitt, die Überraschung

Da kam Max Schmitt von seiner Runde und stand den Medien Rede und Antwort. Erst das Fernsehen, gefolgt vom Radio, dann der Rest. Er tat dies so, als hätte er es schon 100 Mal gemacht. Er berichtete von einem guten zweiten Tag bei der BMW International Open und wirkte dabei zufrieden, aber nicht euphorisch. Es sei schließlich nicht die beste Runde seiner Karriere gewesen, berichtete er, aber eine sehr gute. 

Der 19-Jährige stand nach seiner Runde im Fokus, weil er sie mit einer 67 beendete, die trotz einer 74 zum Auftakt locker für den Einzug ins Wochenende reicht. Der Cut war das Ziel und Schmitt zufrieden, dass er trotz des mäßigen Auftakts den Sprung ins Wochenende geschafft hat. Nun wird in den verbleibenden Runden in den Genussmodus gewechselt. Das Turnier klang mit einer 70 und einer 75 bei regnerischen Bedingungen bei insgesamt zwei unter Par aus.

Bald der Schritt ins Profilager?

Preisgeld wird für diese Leistung nicht fließen, denn Schmitt ist noch immer Amateur. Ende des Jahres könnte der Sprung ins Profilager folgen, doch noch ist sich Schmitt nicht ganz sicher. 2017 gewann er bereits ein Turnier auf der Pro Golf Tour, hinzu kommen zahlreiche Erfolge mit dem Golf Team Germany und die Teilnahme am Junior Ryder Cup 2014. Doch der Schritt zum Profi soll aus voller Überzeugung über die Bühne gehen.

Der Auftritt bei der BMW International Open dürfte auf der Pro-Contra-Liste für die Entscheidung „Profi - ja oder nein“ am Ende des Jahres eine wichtige Rolle spielen. Die Entscheidung fällt in Absprache mit der Familie und den Trainern aus dem Golf Team Germany, so Schmitt.

Als einer der besten Deutschen der BMW International Open wird Schmitt auf das Preisgeld schauen, das er hätte verdienen können. Der erste Auftritt auf der großen Bühne dürfte den jungen Deutschen motivieren, den langen Weg in Richtung European-Tour-Spieler anzugehen. Man kann davon ausgehen, dass Schmitt noch des Öfteren im Fokus der Medien stehen wird.
Artikel zu diesem Thema:
Kommentare 0 Bitte registrieren (erstmalig) Sie sich bzw. loggen Sie sich ein, um einen Kommentar zu schreiben
AUCH VON INTERESSE