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Coverstory: PHIL MICKELSON DER STRAHLEMANN
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Bubba auf verlorenem Posten? 18.08.2014

Bubba Watson
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GOLF TIME USA-Korrespondent Dominik Krautschun versorgt Sie wöchentlich mit News und Geschichten rund um das Thema Golf – direkt aus den Vereinigten Staaten. Diese Woche: Bubba Watson steht im Zentrum eines sog. Shitstorms. Zu Recht? Nein! Ich sollte diese Woche vielleicht zuerst anmerken, dass ich kein großer Fan von Bubba Watson bin. Ehrlich gesagt bin ich sogar froh, wenn er bei einem Turnier nicht im Feld ist. Mir ist sein Driver zu Pink und sein Schwung zu wild. Die Videos der Boyband "Golf Boys", deren stolzes Mitglied er ist, finde ich auch nicht witzig. Und auch wenn der Mann schon zwei Mal das Masters gewonnen hat – meine Golfwelt kommt ganz gut ohne den Redneck aus Bagdad, Florida, aus. Was sich allerdings in den vergangenen Monaten nach und nach ereignet hat, macht mich nicht nur als Golfjournalisten und Fan unglücklich – sondern als Mensch, der sich freut, wenn es anderen gut geht, und der im Idealfall (so weit es eben geht) den kategorischen Imperativ nach Kant als recht sinnvolle, ethische Handlungsanweisung ansieht. Das sehen viele Leute allerdings etwas anders: Seit geraumer Zeit wird in sämtlichen US-Golfmedien, sei es im Fernsehen, in Printmagazinen, auf Websites, bei Twitter, Facebook und Instagram, geballter Hass gegenüber Bubba Watson öffentlich gemacht. Den Gipfel des sogenannten Shitstorms musste Bubba Watson jetzt bei der 96. PGA Championship über sich ergehen lassen. Nachdem er im strömenden Regen lauthals über das Wetter geflucht hatte und schließlich seinen Caddie angewiesen hatte, den Ball für ihn aufs Tee zu setzen, damit er unter seinem Regenschirm trocken bleiben konnte, brachen bei den US-Medien und den Golffans alle Dämme. Wie könne er nur? Was erlauben Watson? (um mit Trappatoni zu sprechen) etc, etc. Beim Long Drive-Contest wollte der ausgewiesene Longhitter die Tage vorher auch schon nicht mitmachen. Was für ein Spielverderber! Was für ein Irrer! Was für ein ......! Die Kommentare schwollen also an zu einem Meer von wüsten Beschimpfungen – die darin gipfelten, dass Watson, der großen Wert darauf legt, seinen christlichen Glauben in die Welt zu tragen, als von Gott abgefallen zu brandmarken. Wären irgendwo auf dem Valhalla Golf Club Teer und Federn zur Hand gewesen... Man mag sich gar nicht ausmalen, was manche Leute in Kentucky damit hätten anfangen können. Und während im TV daraufhin sämtliche Fehltritte Bubbas aus den vergangenen Jahren auf der PGA Tour oder bei internationalen Turnieren genüßlich ausgebreitet und in Dauerschleife gezeigt wurden (es gibt ja leider eine Menge Fehltritte), zog sich der 35-Jährige zurück. Er verweigerte zuerst jegliche Interviews und teilte schließlich per Twitter mit, dass es ihm leid tue und er versuchen würde, ein besserer Mensch zu werden. Jeden Tag. Mal ehrlich, wann hat Ihnen das letzte Mal jemand gesagt, dass er versuchen würde ein besserer Mensch zu werden? Und das jeden Tag? Ich habe mir jetzt vorgenommen Bubba Watson ab sofort besser zu finden. Jeden Tag ein bisschen. Was machen Sie? Schreiben Sie mir: [email protected] Ausgewählte Beiträge werden hier veröffentlicht. Dominik Krautschun, Jahrgang ‘70, lebt in Naples, Florida, der "Golf Capital of the World". Der Schreibtisch des Hcp -4,3-Golfers steht auf der Driving Range des Miromar Lakes Beach & Golf Club. © GOLF TIME Verlag GmbH Artikel zu diesem Thema:


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