42018
Coverstory: Stephan Jäger WAHRE LIEBE
Newsletter-Abo

Bleiben Sie am Ball: Abonnieren Sie unseren, zweimal pro Woche erscheinenden, Newsletter.

Die Inspektion nicht vergessen 01.12.2017

Clubmate Golf
Nicht die Inspektion vergessen
Johannes Herbig
Johannes Herbig, Inhaber der Fitting-Schmiede Clubmate Golf
0
Für fast alle Clubmaker und Fitter, die naturgemäß hauptsächlich mit Golfschlägern zu tun haben, kommt nun die etwas ruhigere Jahreszeit. Wobei dies bei genauerer Betrachtung gar nicht sein müsste.

Denn nun ist die perfekte Zeit, um sich über seine Ausrüstung für die neue Saison Gedanken zu machen. Wer sich jetzt im Markt orientiert, seine aktuelle Ausrüstung überprüfen lässt, um sich gegebenenfalls frühzeitig mit neuem Material ausstatten zu lassen, der startet schon gut gerüstet in die neue Saison und hat – je nach Wetterlage oder Trainingsplanung – schon seine ersten Einheiten mit den neuen Schlägern absolviert und kann bei den ersten Turnieren im Jahr durchstarten. Wer sich erst im April/Mai/Juni mit neuem Material befasst, wird auch die folgenden Monate noch brauchen, um sich an mögliche Veränderungen zu gewöhnen, was dem eigenen Spiel nur selten zuträglich ist.

Neuheiten schon im Herbst

Früher gab es einen nachvollziehbaren Grund, warum man sich erst ab frühestens März mit neuen Schlägern befasst hat. Auf der PGA Show in Orlando wurden im Januar die neuen Produkte vorgestellt, ab Feb­ruar waren sie frühestens im Handel und ab März wurde meist ausgeliefert. Diesen einfachen Produktzyklus gibt es aber nun schon eine Weile nicht mehr. Die meisten Hersteller bringen ihre Neuheiten bereits im Herbst oder Winter auf den Markt, weil es viele Regionen gibt, die kein Saisongeschäft kennen. Dort kann ganzjährig gespielt werden und somit kann auch über das Jahr verteilt fast beliebig ein guter Zeitpunkt für den Start einer neuen Serie gefunden werden. So sind beispielsweise die neuen Produkte von Titleist schon verfügbar, Callaway hat die Epic-Serie erweitert, TaylorMade bringt eine komplette Eisenfamilie an den Start und auch kleinere Marken wie Cleveland sind schon mit Neuheiten unterwegs. Warum also warten, wenn man sich doch sowieso darüber im Klaren ist, dass im neuen Jahr auch neue Schläger in die Tasche kommen sollen? 

Griffwechsel

Und noch etwas kann man als gewissenhafter Golfspieler jetzt durchaus in Angriff nehmen. Viele von Ihnen werden sich vor unserem ungemütlichen Herbst-Winterwetter zumindest über einen gewissen Zeitraum in Sicherheit bringen und einen schönen Golfurlaub in warmen Gefilden planen. Ihre Griffe haben aber über das ganze Jahr schon leiden müssen. Gönnen Sie sich ruhig nach einer langen Saison vor dem Urlaub neue Griffe. Sie werden überrascht sein, wie gut sich Ihre Schläger wieder anfühlen. Warum ich dies an dieser Stelle schreibe, hat einen einfachen Grund: Wir haben in den vergangenen Wochen vermehrt Schlägersätze in einem erbarmungswürdigen Zustand in die Werkstatt bekommen. Die Krone der verschlissenen Griffe ging an den Schlägersatz eines älteren Mannes, dessen beklagenswerte Gummis schon nicht mehr rund waren, sondern nur noch aus einer Vielzahl von Griffmulden bestanden. Ein Griff hatte sogar die Bodenhaftung verloren und war über einen Großteil seiner Länge nicht mehr mit dem Schaft verbunden. Würden
Sie mit zehn Jahre alten Autoreifen, genauso alten Bremsplatten und einseitig abgefahrenem Reifenprofil auf der Straße unterwegs sein wollen? 

Loft und Lie überprüfen

Die meisten Griffhersteller empfehlen einen Wechsel nach ca. 40 – 50 gespielten Runden. Training ist natürlich auch Verschleiß, was aber meist nur einen Teil des Satzes betrifft, der öfter zum Einsatz kommt. Aber spätestens nach einem Jahr regelmäßiger Nutzung sollten die Schläger im Bag überholt werden und neue Griffe montiert bekommen. Bei dieser Gelegenheit können Sie bei einem guten Club­maker auch durchaus mal Loft und Lie Ihrer Eisen überprüfen lassen. Sollte da etwas nicht passen, besteht sicher vor Ort die Möglichkeit, das schnell zu ändern – zumindest bei geschmiedeten Eisen ist das vollkommen unproblematisch.

Hart oder Weich?

Bei der Auswahl Ihrer neuen Griffe sollten Sie sich vorher darüber im Klaren sein, worauf Sie besonderen Wert legen. Eher hart oder eher weich? Spielen Sie bei Wind und Wetter? Dann ist ein Griff mit Cordanteil eine sehr gute Option. Haben Sie gegebenenfalls Probleme mit Arthrose in den Händen? Auch hierfür gibt es besondere Griffe, die bei diesem Thema eine Hilfe darstellen können. Lassen Sie sich von einem guten Schlägerbauer beraten und warten Sie nicht zu lange. Wir erschrecken immer wieder, wenn wir acht bis zehn Jahre alte Schläger in die Werkstatt bekommen, bei denen noch die –inzwischen vollkommen durchgehärteten und glatten – Originalgriffe montiert sind. Wir wünschen Ihnen einen goldenen Golfherbst und viel Freude bei der Vorbereitung auf die neue Saison.

Johannes Herbig, Jahrgang ’61, Inhaber der Fitting-Schmiede Clubmate Golf mit Stützpunkten in Pfungstadt und im Jordan Golfdom, Köln


Artikel zu diesem Thema:
Kommentare 0 Bitte registrieren (erstmalig) Sie sich bzw. loggen Sie sich ein, um einen Kommentar zu schreiben
AUCH VON INTERESSE