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Cops & Babys im Country Club 23.07.2013

Good Morning America!
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GOLF TIME USA-Korrespondent Dominik Krautschun versorgt Sie wöchentlich mit kuriosen News und Geschichten rund um das Thema Golf – direkt aus den Vereinigten Staaten. Diese Woche: Cops und Babys in einem noblen Golf & Country Club … Der Metropolis Country Club in White Plains, New York, hat wie die meisten Golf & Country Clubs in den USA strenge Regeln: Unter anderem ist es verboten Jeans zu tragen, im Clubhaus ist der Hut abzulegen, Handys sind verpönt, und jeder Gast muss auf dem Clubgelände von einem Mitglied begleitet werden. Tom Neijens, Staatssekretär der Belgischen Mission der Vereinten Nationen in New York, war sich dieser Regeln wohl bewusst, als er vergangenen Monat mit seiner Familie auf der Terrasse des Clubhauses Platz nahm, um mit seiner Frau Roseline und Töchterchen Luka zu Mittag zu essen. Wissend, dass er kein Mitglied kannte, das ihn einladen würde, erkundigte sich der Diplomat beim Personal, ob er dennoch auf der Terrasse Lunch bestellen könne. Nachdem das Personal dies bejahte, genoss die Familie aus Belgien den Blick über das 18. Loch und studierte die Karte. Nachdem Tom und Roseline ihre Bestellung aufgegeben hatten, meldete sich allerdings auch Töchterchen Luka zu Wort und meldete ihren Hunger an. Da die kleine Luka allerdings noch nichts mit einem Burger anfangen kann, der Zwerg wird noch gestillt, begann Neijens Frau ihrem Baby - geschützt von einem Tuch – die Brust zu geben. Ein Vorgang, der den Mitgliedern des noblen Country Clubs missfiel. Und so wurde Neijens Frau von der Chefin des Restaurants aufgefordert, das Baby doch bitte auf der Damentoilette zu stillen. Die Mitglieder würden sich gestört fühlen. Neijens, ein Mann von gesundem Selbstbewusstsein, wollte das nicht zulassen: "Man kann von niemandem verlangen, dass er sein Mittagessen auf der Toilette einnehmen soll – wieso sollte man das also von einem Baby verlangen?", entrüstete sich Neijens später in einem Interview mit der New York Post. Neijens weigerte sich also, seine Frau mit dem Baby aufs Klo zu schicken. Daraufhin entschied sich die Clubhaus-Leitung, die Polizei zu rufen. Nur wenige Minuten später erschien ein Officer des Greenburgh Police Department. Neijens beschreibt die Szene folgendermaßen: "Der Sheriff stürmte im Laufschritt auf die Terrasse, forderte die anderen Anwesenden auf, sofort ins Clubhaus zu gehen und die Türen zu schließen. Dann ging er in John Wayne-Manier – eine Hand am Revolver, die andere am Taser – auf uns zu und forderte uns nachdrücklich auf, zu gehen. Wir wären unerlaubt auf das Gelände eingedrungen, und aufgrund eines schwarzen Rucksacks meiner Frau würden die Mitglieder die Befürchtung haben, dass wir Terroristen seien." Würden sie nicht sofort verschwinden, müsse er sie alle festnehmen, rief der Sheriff. Neijens Frau Roseline war den Tränen nahe, und entgegnete, dass Terroristen doch sicher kein Baby in einem luxuriösen Clubhaus stillen würden. Die Antwort des Sheriffs war laut Neijens durchaus irritierend: "In Sri Lanka benutzen Terroristen auch Babys als Tarnung." Joseph De Carlo, der Chef der Polizei von Greenburgh, beschreibt die Szene im Rückblick dagegen etwas anders: Seinen Informationen zufolge sei die Familie unerlaubt auf dem Gelände des privaten Golf & Country Clubs gewesen, und sein Deputy hätte nur seine Pflicht getan, als er Neijens aufforderte, das Gelände zu verlassen. "Meine Sheriffs sind keine Cowboys. Die Familie sollte das Gelände verlassen, weil sie gegen das Gesetz verstoßen haben – und nicht, weil eine Mutter ihr Baby gestillt hat." Der Chairman des Metropolis Country Club hat übrigens keine Anzeige erstattet, und auch die Belgische Mission der Vereinten Nationen in New York will zu diesem Vorfall keine Stellung nehmen. Was auch immer tatsächlich vorgefallen ist. Es lässt sich mit Sicherheit nicht mehr rekonstruieren. Eine Frage ist allerdings doch interessant: Wann haben Sie das letzte Mal in Ihrem Clubhaus eine Frau gesehen, die ihr Baby stillt – und wie waren die Reaktionen der Mitglieder? Schreiben Sie mir: [email protected] Ausgewählte Beiträge werden hier veröffentlicht. Dominik Krautschun, Jahrgang ‘70, lebt in Naples, Florida, der "Golf Capital of the World". Der Schreibtisch des Hcp -4,3-Golfers steht auf der Driving Range des Foxfire Golf & Country Club. Hermann Renz Ein erneuter Grund NICHT in dieses von paranoiden Menschen bewohnte Land zu reisen und dort zu golfen. So langsam haben die Jungs da überm Teich wirklich einen an der Waffel. Man muß natürlich auch beachten, daß es in den USA gerade einen kleinen Krieg bezüglich Stillen in der Öffentlichkeit gibt. Die kleinkarierten Eastcoaster fühlen sich in ihrer Sittlichkeit gestört und es geht diesbezüglich wohl auch ordentlich ab. Dieser Vorfall, daß eine stillende Mutter davongejagt wird, ist sicher nicht der letzte gewesen. Meine Kenntnisse erhalte ich im Übrigen von einer „Fachfrau“ (meiner Gattin), die freiberufliche Hebamme ist. © GOLF TIME Verlag GmbH Artikel zu diesem Thema:


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