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Das Euro-Major 10.05.2015

Zum zwölften Mal wird The Open Championship auf dem Gelände des Royal Liverpool Golf Club ausgetragen, und bei diesen zwölf Ma- jors gab es erst drei amerikanische Champions, dafür aber sechs aus Europa
Phil Mickelson
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Liverpool, England – Das älteste Major-Turnier kehrt nach sieben Jahren in den Royal Liverpool GC zurück. Wenn es um Tradition geht, schlägt niemand das einzige Major-Turnier auf europäischem Boden. In einem Jahr, in dem der Ryder Cup im schottischen Gleneagles, nur unweit der Wiege des Golfsports St. Andrews, ausgetragen wird, muss man als Golfjournalist von Patriotismus geprägte Rhetorik zum Einsatz bringen dürfen. Royal Liverpool, der Schauplatz der Open Championship 2014, konnte schon eine prall gefüllte Geschichtschronik vorweisen, als das Gelände des Augusta National noch über 40 Jahre Baumschule vor sich hatte. 1885 eröffnet, gehört der Platz in Hoylake seit 1887 der Rota der Open Championship an, die regelmäßig als Bühne für die British Open genutzt werden. Zum zwölften Mal wird das Major auf dem Gelände des Royal Liverpool Golf Club ausgetragen, und bei diesen zwölf Majors gab es erst drei amerikanische Champions, dafür aber sechs aus Europa. Zugegeben, vier der sechs Europäer gewannen vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs und Fred Daly, der letzte Sieger für die alte Welt, bekam 1947 den Claret Jug überreicht. Zwischen 1967 und 2006 fand gar keine Open in Hoylake statt und diese letzte Auflage sah Tiger Woods als Champion. Statistisch gesehen haben die Europäer in Hoylake ebenso wie in der Gesamtbilanz der Open Championship die Nase vorne. Hier können die Europäer auf 71 Siege zurückblicken (davon 41 Schotten, 31 jedoch im 19. Jahrhundert, als der Wettbewerb meist eine rein schottische Meis- terschaft war), während die USA „nur“ 42 Siege auf der Habenseite vorweisen können (von den meisten dieser Turniere gibt es allerdings TV-Bilder und nicht nur Gemälde – aber Statistik ist nun einmal Statistik!). In den Zweitausenderjahren gewannen sechs Amerikaner acht Turniere, aber nur zwei Europäer drei Weinkaraffen. Der letzte Europäer war Überraschungssieger Darren Clarke aus Irland 2011, während Phil Mickelson 2013 seine erste Open als „Champion Golfer of the Year“ erlebte. Für uns gibt es viele Gründe, warum ein europäischer Golfer diese Open gewinnen wird, und die wenigsten davon sind rational. Tiger Woods ist vermutlich nicht in Form, Phil Mickelson hat 2014 noch nicht stattgefunden, und für Masters Champion Bubba Watson gibt es im hohen Rough des Royal Liverpool zuwenige Möglichkeiten, verzogene Bälle ungestraft zurück ins Spiel zu bringen. Bei seinem Sieg 2006 benutzte Tiger Woods fast nie den Driver, sondern spielte Shotmaker-Golf wie Justin Rose oder Sergio Garcia. Natürlich muss man auch die Australier Adam Scott und Jason Day auf der Rechnung haben, aber vor allem die neue Nummer 1 schleppt soviele Traumata über weggeworfene Open-Titel mit sich herum, das kann nichts werden (okay, das ist bei Sergio auch der Fall, aber das ist länger her!). Auch der Schwede Henrik Stenson wird wie letztes Jahr pünktlich zur Open wieder in Form kommen, während Matt Kuchar oder Jordan Spieth aus den USA wohl an zu viel Nettigkeit oder der Unerfahrenheit mit historischen Linksplätzen scheitern. „Von mächtigen Winden umtost, Geburtsstätte mächtiger Champions“, sagt man über Royal Liverpool, wo die Fairways eng, das Rough gnadenlos und die Grüns von der Sonne hartgebacken sind. Das klingt für uns nach Rory McIlroy, Ian Poulter, Lee Westwood oder Graeme McDowell. Vielleicht auch nach Jim Furyk, der ebenso wie Martin Kaymer bei der Players Championship die präzisesten Schläge auspackte. Und wer da das kürzere Ende gezogen hat, wissen Sie ja sicherlich. Viel Spaß vom 17. bis 20. Juli! Wir von GOLF TIME sind vor Ort und berichten täglich live. © GOLF TIME Verlag GmbH Artikel zu diesem Thema:


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