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Coverstory: Masters Tournament WUNDER WOODS
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Der König der Zocker 20.11.2015

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Als Glücksritter zockte er Al Capone und die Mafia ab, als Golfer erteilte er die Lektionen Ben Hogan oder Byron Nelson. Im Rahmen eines Mordprozesses wurde Alvin Clarence Thomas im Zeugenstand gefragt, wie er sein Geld verdienen würde. Die Antwort: „Ich spiele ab und zu Golf für Geld…“ Der Mann, den man in sämtlichen Staaten der USA nur unter seinem „Künstlernamen“ Titanic Thompson kannte, hatte ehrliche Menschen und berüchtigte Gangster in jeder erdenklichen Weise des Glücksspiels aufs Kreuz gelegt. Und ab und an spielte er dabei auch ein wenig Golf. Der kleine Alvin kam in Arkansas zur Welt, sein Vater verließ die Familie, als er fünf Monate alt war. Sein gottesfürchtiger Stiefvater erzog ihn mit harter Hand und sah in dem aufsässigen Bengel vor allem eine billige Arbeitskraft. Mit 14 kehrte er der Schule und mit 16 dem Elternhaus den Rücken, um sein Glück beim Glücksspiel zu versuchen. Als er einmal tagelang Billard spielte ohne eine Partie zu verlieren, fragten die Zuschauer, wer denn der junge Mann sei. Eines von Alvins Opfern antwortete: „Keine Ahnung! Aber so wie er unseren Untergang besiegelt, sollte er ‚Titanic‘ heißen.“ Zocker-König. Titanic Thompson verfügte über eine schier übermenschliche Geschicklichkeit. Er konnte ein geworfenes Geldstück mit einer Pistolenkugel treffen, war ein Meister im Hufeisenwerfen und Tontaubenschießen und seine Kartentricks waren so ausgefeilt, dass er selbst Kartenzauberern noch etwas beibringen konnte. Zudem war er in der Lage, einen Ball extrem weit zu werfen, was ihm bei einer Wette mit Unterweltkönig Al Capone zugute kam. Mit dem gefährlichsten Mann der USA wettete Titanic, dass er eine Orange über das Dach eines Gebäudes werfen könnte. Unbemerkt tauschte er die Orange schnell gegen eine handlichere Zitrone aus und gewann die Wette, ohne dass der Schwindel aufflog. Golf-Gaunerei. Nach seiner Armeezeit Anfang der Zwanzigerjahre kam Titanic mit Golf in Berührung. Er stellte sofort fest, dass er mit rechts und links gleich gut spielen konnte. Thompson lernte schnell und 1922 beging er seine erste Golfgaunerei. Der Unglücksrabe war ein Golflehrer namens Buddy Brainer, den Titanic zu einem Match um zehn Dollar pro Loch herausforderte, bei dem er absichtlich totale Golfinkompetenz demonstrierte. Brainer ließ sich auf eine Revanche ein, bei der Titanic drei Schläge pro Loch mehr machen durfte. Doch nun standen 1.000 Dollar pro Loch auf dem Spiel. Titanics erster Ball flog schon etliche Meter weiter und gerader als im gesamten Match zuvor und Buddy wurde dank diverser Zusatzwetten und Nebenabsprachen um satte 56.000 Dollar erleichtert. Als der geprellte Golfprofi versuchte, sein Geld mit Gewalt zurückzubekommen, musste Titanic aus San Francisco flüchten. Mit seiner zweiten Frau Alice zog er nach Beverly Hills und ließ sich vom renommierten Golflehrer Ed Dudley trainieren. In den folgenden Jahren zog Titanic immer die gleiche Masche ab: Erst gab er vor, kaum Golf spielen zu können und verlor ein wenig. Dann forderte er Revanche und gewann gewaltig. Noch besser war aber die Nummer, bei der er als Linkshänder spielend sein Match gewann. Dann zog er seinen Gegner auf und behauptete, er könne bei einer eventuellen Revanche gerne auch mit rechts spielen, was für ihn keinen Unterschied machte. Thompson war ein Meister der Täuschung. Er sorgte dafür, dass er jedes Match nur äußerst knapp gewann, egal ob es galt, 100 oder 65 Schläge zu unterbieten. Er spielte mit einem Arm in der Schlinge oder mit verbundenen Augen – wenn es um Golf ging, war Titanic eine Klasse für sich. Einmal wettete er mit den Mitgliedern eines Country Clubs um 50.000 Dollar, dass er im Winter weiter schlagen könnte als der Clubrekord. Er drosch seinen Ball auf einen zugefrorenen See, auf dem er über eine Meile weit schlitterte und strich das Geld ein. Hier klicken für ausführlichen Bericht


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