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Der perfekte Drive 17.04.2019

Matthias Schwab, Jahrgang 1994, European Tour-Spieler
Matthias Schwab, Jahrgang 1994, European Tour-Spieler
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Faktor Abschlag: Ein kontrollierter Drive ist das Geheimnis einer erfolgreichen Runde – und nicht die risikoreiche Länge.


Von Matthias Schwab, European-Tour-Spieler

Willi Hofmann ist seit mehr als zehn Jahren mein Schwungtrainer. Bei einem der ersten Trainings mit ihm sagte er: "Schlage oder spiele den Ball so, dass du ihn wiederfindest und weiterspielen kannst.“ Klingt sehr einfach, ist es auch, wenn man es richtig anstellt – vor allem beim Drive. Es hilft, Schlagverluste zu vermeiden. Ich schicke voraus, dass es im Golfsport sehr viele Wege zum richtigen, persönlichen Schwung und in der Folge auch zum persönlichen Erfolg gibt. Viele Spieler der Top 50 im OWGR schwingen sehr unterschiedlich und sind erfolgreich. Es kann daher nicht 
gesagt werden, man soll unbedingt auf diese oder jene Art und Weise schwingen. Leider beherzigen das viele Golflehrer nicht und versuchen jedem Spieler einen sogenannten „Einheitsschwung“ beizubringen. Das geht nicht, weil wir alle verschiedene Individuen mit unterschiedlichen Körpern, Fähigkeiten, mentalen Eigenschaften usw. sind. 

Wichtig ist, die „Basics,“ die Grundlagen, zu beachten. Das sind der Griff, der Stand, die Ausrichtung zum Ziel und wesentliche Elemente des Schwungs wie Körperspannung, Körperstabilität, Hand-Auge-Koordination und vor allem die Schwung-Wiederholbarkeit. Dazu kommt noch: Man soll meiner Meinung nach immer wieder mit einem Golflehrer, der individuell auf den Golfer und die Möglichkeiten im Golfsport eingeht, arbeiten. Der einen Schwung vermittelt, der vor allem der individuellen Körperbeschaffenheit, den koordinativen Möglichkeiten und den mentalen Fähigkeiten des Golfers usw. entspricht. 

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Aiming for the mountains #OEM2018

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1.) Die Pre Shot Routine 
Es gilt, sich immer wieder auf die gleiche, gut wiederholbare Art und Weise, auf den Schlag vorzubereiten. Das sollte eine immer wieder gleich ablaufende Schlagvorbereitung sein. Den Inhalt dieser Pre Shot Routine muss sich jeder Spieler selbst oder evtl. mit seinem Pro erarbeiten bzw. zusammenstellen.

2.) Der Griff
Es gibt meiner Meinung nach keinen einheitlichen Griff. Die Basics beim Griff müssen beachtet werden, aber dann gibt es individuelle Möglichkeiten für jeden Spieler. 

3.) Der Stand
Etwas mehr als schulterbreit stehen, Füße, Hüfte und Schulter parallel zum Ziel. 

4.) Das Zielen
Es gibt nahe, mittlere und weit entfernte Ziele, die anvisiert werden. Als Ziele, die man anvisiert, eigenen sich sehr gut in größerer Entfernung stehende Bäume, Häuser, Berge usw. Am besten ist es, Mitte Fairway zu zielen. Könner peilen diverse Fairwayhälften an. 

5.) Die Schwunggedanken
Die Schwunggedanken würde ich auch als Teil der Pre Shot Routine sehen. Die Schwunggedanken sollten dazu beitragen, den Schwung immer wieder gleich zu wiederholen, zu automatisieren. Es sollen damit auch Gedanken verbunden sein, die positiv motivieren und Selbstvertrauen geben. 

6.) Die Körperspannung
Körperspannung und Körperstabilität gehen Hand in Hand. Der Golfer muss selbst herausfinden, wie er seine Körperspannung aufbaut und wie diese dem Schwung am besten dienlich ist. Die Körperspannung hängt auch sehr eng mit der Kraft und den koordinativen Fähigkeiten des Golfers zusammen. Beides muss bereits im Winter und auch im Verlaufe der Saison immer wieder trainiert werden. Die Kraftkomponente im Golfsport ist wichtig, aber nicht entscheidend. Wichtiger ist die gut koordinierte, harmonische, immer wiederholbare Schwungbewegung. Kraft ist auch nicht gleich Drive-Länge. 

7.) Die Drive-Länge
Es sollte vor allem beim Anfänger nicht die Länge eines Schlages das Ziel sein, sondern vielmehr die Richtung. Es ist besser, 20 bis 30 Meter kürzer zu driven und dafür perfekt die Richtung zu halten. Das ist häufig die Stärke vor allem bei Senioren. Ein Doppelbogey hat seinen Ursprung meist in einem verhauenen Drive! Daher Richtung vor Länge! 

8.) Das Drive-Training
Auch hier gilt wie fast überall im Golfsport die Individualität. Es gibt Spieler, die müssen, um besser zu werden, um perfekt einen Schlag zu automatisieren, sehr viele Bälle schlagen. Andere wiederum vertrauen voll auf weniger Schläge und mehr Qualität in der Ausführung der Schläge. Beides kann zum Ziel führen. Der Spieler muss selbst herausfinden, was für ihn das Beste ist. 

In jedem Fall soll immer wieder mit einem Golflehrer trainiert und mit diesem der beste Weg zur Verbesserung des Spiels/Schwungs gefunden werden. Ich bitte hier um Verständnis, dass nicht alle wesentlichen Punkte des Drives behandelt werden können, z. B. die Tee-Höhe, die Ballposition vor dem Körper, das Take-Away beim Drive, die Ausholbewegung an sich, die Schwungeinleitung oben am Ende der Ausholbewegung, Hüftdrehung, Armpositionen beim Ausholen und Durchschwung usw. usw. Man sieht, der Drive-Schwung ist so wie auch die anderen Golf-Schwünge sehr komplex. Und das perfekt hinzubekommen, ist die Herausforderung, die Spaß macht und wo es sich lohnt, daran zu arbeiten. 


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