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Coverstory: Masters Tournament WUNDER WOODS
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Der traurige Clown 11.11.2015

Typisch Lee Trevino: Nur auf dem Golfplatz blühte der Amerikaner richtig auf, abseits der Bühne gab er sich wortkarg und verschlossen
Lee Trevinos letzter großer Sieg: PGA Championship 1984
Lee Trevino, der Super-Star: Nach seinem Open-Sieg 1972 mit Ehefrau Claudia
Super-Star Lee Trevino: Der Moment, als der entscheidende Putt bei den British Open 1972 fällt
Mit Tiger Woods und Jack Nicklaus 2002 beim Battle at Bighorn
Lebende Legenden: Lee Trevino, Gary Player, Arnold Palmer, Jack Nicklaus 2012
Lee Trevino: Erster British Open-Sieg 1971
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Der Sohn mexikanischer Einwanderer bringt sich selbst das Golfspiel bei, gewinnt sechs Majortitel und wird vom Blitz getroffen. Der junge Mann fährt ziellos durch das Zwielicht der Dämmerung irgendwo auf halber Strecke zwischen Houston und Hartford, Connecticut. Einsamkeit und Verzweiflung heißen seine Reisegefährten. Vor wenigen Tagen brachte er sich mit zwei Bogeys auf den letzten beiden Bahnen um den verdienten ersten PGA Tour-Sieg. Seine junge Frau und sein kleiner Sohn verstehen nicht, warum er nicht heim zu seiner Familie fährt, um sich von ihnen Trost spenden zu lassen. Am Stadtrand irgendeines Nestes spielen Jugendliche unter Flutlicht-Scheinwerfern Baseball. Lee Trevino parkt seinen Wagen in Sichtweite und beginnt frustriert einen Eimer frittierter Hähnchenteile und ein Sechserpack Dosenbier zu leeren. Die Erinnerung an die Niederlage bei der Houston Champions International übermannt ihn und er weint stumm bittere Tränen der Enttäuschung. Tex-Mex Lee Trevino hatte als Kind halb-mexikanischer Abstammung in einer heruntergekommenen Vorstadtsiedlung in Dallas wenig zu lachen. Er fühlte sich als Amerikaner, sprach wie seine Mutter kein Wort Spanisch, doch die weißen Südstaaten-Kids sahen in ihm nur einen Latino-Straßenköter auf zwei Beinen. Seinen leiblichen Vater, einen mexikanischen Einwanderer, hatte er nie kennengelernt, dafür war sein Großvater, ein brutaler Säufer, der sein Geld als Totengräber verdiente, umso schlimmer. Mit ihm und seiner Mutter wuchs Trevino in einer Baracke ohne Strom und sanitäre Einrichtungen in direkter Nachbarschaft zum Dallas Athletic Golf Club (heute: Glen Lakes Country Club) auf. Naturtalent Lee entging dank seiner Straßenintelligenz und seiner Schlagfertigkeit so mancher Schlägerei. Nach der siebten Klasse verließ er die Schule ohne Abschluss oder nennenswerte Zukunftsaussichten und jobbte als Caddie im benachbarten Golfclub. Dort nahm ihn der damalige Caddie-Master unter seine Fit-tiche. Hinter der Baracke der Taschenträger gab es drei rudimentäre Bahnen, auf denen die Jungs in ihrer Freizeit Golf üben durften. Lee bewies ein angeborenes Talent für das Spiel, das er mit abgewirtschafteten Schlägern und anderen Utensilien wie bspw. Gartengeräten erlernte. Als er das erste Mal eine Runde über 18 Loch spielen durfte, war er schon 15 und schoss eine 77. Trevino meldete sich mit 17 bei den Marines, wo er ganze vier Jahre diente, anstatt weiter intensiv an seinem Spiel zu feilen. Allerdings war die Zeit nicht völlig verloren, denn seine Vorgesetzten fanden schnell heraus, dass er ein hervorragender Golfer war und Lee wurde immer wieder für Matches abgestellt. Schließlich gewann er einige Armee-Turniere in Asien, bis er Anfang der sechziger Jahre nach seinem Ausscheiden als Golflehrer in El Paso anheuerte. Hier klicken für ausführlichen Bericht


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