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Die Ursachen für Gelenkprobleme 22.08.2018

Der Golfschwung setzt Bewegungsbedürfnisse voraus
Der Golfschwung setzt Bewegungsbedürfnisse voraus (Bild: Cecilie Arcurs / getty Images)
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GOLF IST GESUND! Das ist unbestritten, betrachtet man die positiven Effekte, die eine Golfrunde auf das Herz-Kreislauf-System hat. Auch der Stoffwechsel profitiert von langen „Walking-Aktivitäten“.


Dr. Norbert Dehoust ist Lehrstellenleiter der deutschen Gesellschaft für Manuelle Medizin (MWE) und der österr. Arbeitsgemeinschaft für Manuelle Medizin (ÖAMM)

Viele Golfer haben im Laufe ihrer sportlichen Karriere auch schon mit der ein oder anderen schmerzhaften Störung am Bewegungsapparat zu tun gehabt. Manchmal vergehen die Beschwerden von selbst, in anderen Fällen muss ein Arzt oder Physiotherapeut zu Rate gezogen werden. Dennoch bleiben bei nicht wenigen Golfern Schmerzen an den Gelenken oder der Wirbelsäule zurück und behindern das ungetrübte Vergnügen am Golfsport oder zwingen gar zur Aufgabe der sportlichen Betätigung. Muss das sein? Um diese Frage beantworten zu können, sollten wir die Anforderungen, die der Golfsport an den Bewegungsapparat stellt, und die Ursachen der Gelenkproblematik betrachten.

Körperliche Bewegungs voraussetzungen für den Golfschwung!


Idealerweise beginnt man mit dem Golfsport in jugendlichem Alter, in der ungetrübten Fülle der Beweglichkeit und der begierigen maximalen Lernfähigkeit der Muskulatur des Bewegungsorgans. Doch in der Realität beginnen die meisten eben erst im fortgeschrittenen Alter: Nicht bei jedem mag sich dann trotz unzähliger Trainerstunden der gewünschte Erfolg einstellen. Im Gegenteil: Oftmals bremsen auch noch Gelenkschmerzen unseren Eifer und Fortschritt. Dann blicken wir neidvoll auf der Driving-Range zu den leichtfüßigen Bewegungsausführungen der Jüngeren und fragen uns:

Liegt es vielleicht am mangelnden Talent?


Talent ist im Golfsport sicherlich genauso wichtig und hilfreich wie bei allen anderen Sportarten auch. Dennoch darf man diesen Faktor nicht überbewerten, gibt es doch viele Sportler, die in jungen Jahren sportlich nicht besonders talentiert erscheinen, als junge Erwachsene aber nach einiger Zeit doch einen respektablen Golfschwung zustande bringen. Was haben die, was die „späteren Golfbeginner“ nicht haben? Einen Teil der Antwort bekommt der geschulte Therapeut spätestens dann, wenn er eine orientierende Bewegungsprüfung des gesamten Bewegungsorgans durchführt und mit den Bewegungserfordernissen für den Golfschwung vergleicht. 

Bei vielen spät beginnenden Golfsportlern – und besonders bei jenen mit Gelenks- oder Wirbelsäulenbeschwerden – finden sich eindeutige Beweglichkeitsdefizite, welche die Ausführung des Schwungablaufs einschränken und somit ein Schwingen auf der richtigen Schwungebene verhindern. Was das bedeutet, wissen wir aus den leidvollen Erfahrungen der fehlerhaften Schwungformen. So etwa ist der Slice nicht immer ein rein technisches Problem. Er kann auch durch Bewegungseinschränkungen der Rotationsfähigkeit mancher Wirbelsäulenabschnitte bedingt sein wie auch durch die mangelhafte Außenrotationsfähigkeit des Schultergelenks.

Folge davon: kompensatorische Fehl bewegungen beim Schwungablauf!


Hat etwa ein Rechtshänder beim Rückschwung keine ausreichende Außenrotationskapazität des rechten Schultergelenks, wird er stattdessen eine reine Hebebewegung des rechten Arms durchführen. Dies kann zu einer Einklemmung von Weichteilen (Muskulatur, Bänder, Schleimbeutel) unter dem Dach des Schulterblatts führen. Schmerzen im Bereich des Schultergelenks müssen dabei nicht sofort auftreten, sie können sich auch erst nach und nach entwickeln, etwa nach einer Zusatzbelastung im Fitnessstudio. 

Auch eine einseitige Schlafposition auf der betroffenen Seite in Abhängigkeit von den Struktureigenschaften der Matratze kann diese Probleme akut werden lassen. Ebenso sind Schmerzen im Kniegelenk, an der Innen- oder Außenseite des Gelenkspalts denkbar. So manches Mal werden dann von Golfern Schmerzmittel oder entzündungshemmende Mittel eingesetzt, um doch noch eine Runde spielen zu können. Häufig denkt man dabei an Meniskusprobleme, doch in nicht wenigen Fällen spielen Veränderungen der Beweglichkeit der Gelenkkapsel des Kniegelenks eine weitaus größere Rolle. 


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