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Coverstory: PHIL MICKELSON DER STRAHLEMANN
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„Diese Woche ist das i-Tüpfelchen“ 24.06.2015

Stephan Jäger
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München – Hinter Stephan Jäger liegt die wohl aufregendste Golfwoche seiner bisherigen Karriere. Jäger qualifizierte sich für die U.S. Open und feierte in Chambers Bay seine Major-Premiere. Zwar schaffte es der 26-Jährige nicht ins Wochenende, war dabei aber in prominenter Gesellschaft. Im Interview spricht Jäger, der nur einen Steinwurf vom GC München Eichenried groß geworden ist, über die U.S. Open, sein Heimturnier und die Unterschiede zwischen den USA und Deutschland. Stephan, Sie sind direkt von der U.S. Open nach München gereist. Wie war das Erlebnis, zum ersten Mal ein Major-Turnier zu spielen? Stephan Jäger: „Es war super – und gerade am Anfang natürlich schon ein bisschen aufregend. Ich habe zum Beispiel mit Henrik Stenson ein paar Proberunden gespielt. Schon 2011 war ich hier als Amateur mit dabei. Damals war ich ehrlich gesagt noch nervöser als bei der U.S. Open.“ Sie sind hier aufgewachsen. Wie weit ist Ihr Zuhause vom Kurs entfernt? „So in etwa 800 Meter, ungefähr die Distanz von einem Par 5 und einem Par 3. Es ist nicht weit. Vielleicht fahre ich mit meinem Roller an den nächsten Tagen, den habe ich schon zehn Jahre. Es ist immer wieder gut, nach Hause zu kommen. Ich komme ja normalerweise nur Weihnachten hierher.“ Sie nehmen jetzt hier in München als Profi teil. Was haben Sie sich vorgenommen? Jäger: „Die Vorfreude ist groß, man sieht hier Freunde, Familie und Club-Mitglieder. Das hat man nicht so oft. Und dies ist mein Heimatplatz. Es gibt nichts Besseres. Seit ich denken kann spiele ich hier Golf. Jetzt das erste Mal hier als Profi dabei zu sein, ist schon super.“ Ist es für Sie als Lokalmatador ein Traum, die U.S. Open zu spielen und jetzt hier dabei zu sein? „Ich habe mich ja in der Woche vor der U.S. Open dafür qualifiziert und in dieser Zeit in Cleveland gespielt. Ich hatte die gesamte Woche mit organisatorischen Details zu tun, so dass das Spiel etwas gelitten hat, wobei ich den Cut nur um einen Schlag verpasst habe. So schlimm kann es nicht gewesen sein. Das war totale Vorfreude auf die Open. Und diese Woche hier zu Hause, vor Mitgliedern, Freunden und Familie zu spielen, das ist das i-Tüpfelchen.“ Sie waren bereits heute auf dem Platz. Wie spielt sich der Kurs? „Der Platz ist in sensationellem Zustand. Die Grüns sind super. Das Rough ist nicht so hoch wie sonst, aber richtig fett und saftig. Heute war es recht windig. Ende der Woche soll es wärmer werden. Es gibt ein paar neue Tee-Boxes, die ich noch nicht gesehen habe.“ Was können wir von Ihnen erwarten? „Ich bin hier um Golf zu spielen und nicht, um nur meine Eltern zu besuchen. Ich will gut dabei sein. Bei der U.S. Open dabei gewesen zu sein, war eine gute Erfahrung. Ich habe das Gefühl, dass ich gut in Form bin – und das kann mit den Fans im Rücken auch ganz positiv werden.“ Sie sind mit 16 Jahren in die USA gegangen. War das die richtige Entscheidung, und was hat Ihnen die Zeit gebracht? „Ich würde das genau so wieder machen. Das erste Jahr in der Highschool war schwierig. Was jedoch das Golferische angeht, kann man es einfach nicht vergleichen. In München kann man eben drei bis vier Monate pro Jahr nicht Golf spielen. Außerdem mag ich die Lebensweise in den USA ganz gern. Wobei es immer auch wieder schön ist, zurück zu kommen. Für das Golfspiel ist es in den USA perfekt. Das Wetter und die Golfplätze sind nicht vergleichbar.“ Was wollen und müssen Sie noch an Ihrem Golf verbessern? „Ich habe manchmal noch das Problem, emotional ins Golf reinzukommen. Ich würde gerne etwas neutraler werden. Beim langen Spiel kann ich noch etwas mehr herausholen. Im kurzen Spiel bin ich ganz gut, putten und chippen. Man darf die eigenen Stärken aber natürlich auch nicht vergessen.“ © GOLF TIME Verlag GmbH


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