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Coverstory: Caroline Masson POWER GIRL
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Licht und Schatten in Rot und Blau 01.10.2016

Rory McIlroy und Dustin Johnson
Justin Rose gibt Vollgas
Martin Kaymer agierte glücklos
Die Kapitäne Clarke und Love
Henrik Stenson spielte am Nachmittag Traumgolf
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Hazeltine, Minnesota – Nach einer aus europäischer Sicht grausamen Morgensession, die mit 4-0 für Europa endete, fanden die Titelverteidiger am Nachmittag bei den Fourballs auf die Erfolgsspur zurück. Mit drei Siegen aus vier Matches korrigierten die Europäer das Gesamtergebnis und verkürzten auf 5-3 für USA.

Es war der erste "Whitewash" seit 1975, den Team USA den Europäer bereiten konnten. Denn nach den Foursomes war die blaue Seite komplett weißgewaschen und alle Partien gingen an die Roten.

Foursomes (Vormittag):

Match 1: Henrik Stenson/ Justin Rose vs. Jordan Spieth/ Patrick Reed: 3&2 USA

Schon nach zwei Löchern schafften das US-Duo den ersten Lochgewinn des Ryder Cup 2016. Und obwohl Stenson und Rose solides Golf spielten, konnten sie sich zu keinem Zeitpunkt zurück ins Match kämpfen. Nach 16 Löchern gewannen Spieth und Reed mit 3&2.

Match 2: Rory McIlroy/ Andy Sullivan vs. Phil Mickelson/ Rickie Fowler: 1Up USA

Nach vier Bahnen lagen der FedEx-Cup-Sieger und der Rookie 2Up, dann jedoch drehten Rickie und Phil das Mazch und gewannen drei Löcher in Folge, um selbst mit 1Up in Führung zu gehen. Doch die Europäer wendeten das Blatt nochmals und gewannen zwischen Bahn 12 und 14 drei Bahnen in Folge, um erneut 2Up zu führen. Dann jedoch schafften die Amerikaner ein zweites Comeback und konterten mit drei Lochgewinnen zwischen Bahn 15 und 17. Schließlich gab es die Shakehands auf der 18 und den Punkt für USA.

Match 3: Sergio Garcia/ Martin Kaymer vs. Jimmy Walker/ Zach Johnson: 4&2 USA

Es ist eigentlich unfassbar, dass Kaymer und Garcia nach 11 Bahnen nur mit 1Up führten. Doch das Duo schaffte es einfach nicht, die unzähligen Birdie-Chancen zu verwerten. Dann jedoch gewannen die Amerikaner Loch 12 und 13 und drehten ein Match, das Europa hätte nie verlieren dürfen. Am Ende wurden die konsterniert wirkenden Europäer regelrecht aufgemischt.

Match 4: Lee Westwood/ Thomas Pieters vs. Dustin Johnson/ Matt Kuchar: 5&4

Der belgische Rookie Thomas Pieters konnte einem wirklich leid tun. An der Seite eines in katastrophaler Form aufspielenden Lee Westwood, der Drives vogelwild durch die Gegend ballerte und Putts aus kürzester Entfernung versemmelte, hatte der Belgier wenig zu lachen. Hätte er nicht den einen oder anderen brillanten Schlag beigesteuert, das Duo hätte eine legendäre Klatsche kassiert. Kapitän Darren Clarke wird sich für seine Entscheidung, seinem Kumpel Lee Westwood eine Wild Card geschenkt zu haben, eine Menge Kritik gefallen lassen müssen. Russell Knox wäre ohne Frage die bessere Wahl gewesen.

Am Nachmittag jedoch gab es drei blaue Hoffnungsschimmer, dass es doch ein spannender und ausgeglichener Ryder Cup werden könnte:

Jordan Spieth/ Patrick Reed vs. Henrik Stenson/ Justin Rose:  5&4 Europa

Die Zuschauer erlebten bei der zweiten Auflage dieses Matches am Freitag ein komplett anderes Match. Vor allem Henrik Stenson spielte bestechendes Golf, aber auch Justin Rose trug viel dazu bei, dass das Power-Duo Spieth/ Reed gehörig eingeseift werden konnte. Zwar führten die Amerikaner über die ersten drei Löcher mit 1Up, jedoch nahmen die olympischen Gold- und Silbermedaillisten schnell das Heft in die Hand und verloren nach Bahn 7 keinen Punkt mehr. Auf Loch 14 erfolgten die Handshakes und der erste Punkt für Europa war eingefahren.

J.B. Holmes/ Ryan Moore vs. Sergio Garcia/ Rafa Cabrera Bello: 3&2 Europa

Vom ersten Augenblick an befand sich das spanische Duo am Drücker und ließ den beiden Power-Hittern Moore und Holmes nie eine Chance, an Boden gut zu machen. Rookie Cabrera-Bello und Veteran Garcia harmonierten wie Olazàbal und Ballesteros in ihren besten Zeiten. Definitiv eine Paarung, die Clarke am Samstag noch einmal zum Einsatz bringen sollte. 

Brooks Koepka/ Brandt Snedeker vs. Martin Kaymer/ Danny Willett: 5&4 USA

Ohne Birdies gewinnt man keine Matches. Martin Kaymer bot in diesem Match ein schwaches Bild und spielte diesmal nicht nur extrem glücklos sondern schlicht nicht gut. Danny Willett schaffte die beiden einsamen Euro-Birdies dieser Paarung, während Koepka und Snedeker vor allem auf den Grüns ein wahres Birdie-Feuerwerk abfackelten. Nach 14 Bahnen war Schluß und Darren Clarke wird sich gut überlegen, ob er den Deutschen am Samstag noch einmal ins Rennen schickt.

Matt Kuchar/ Dustin Johnson vs. Rory McIlroy/ Thomas Peters: 3&2 Europa

Es war eine mutige Entscheidung von Darren Clarke, Thomas Pieters nach dem Waterloo an der Seite von Lee Westwood noch einmal ins Rennen zu schicken und Matthew Fitzpatrick sowie Chris Wood erneut aussetzen zu lassen. Doch an der Seite von Rory McIlroy konnte Pieters beweisen, wie gut er wirklich spielt. Zwar machte es das Duo auf den Löchern 14 und 15 nochmal unnötig spannend, doch auch dieses Match ging nicht über die volle Distanz. Auf dem 16. Grün lochte Rory McIlroy zum Eagle und zur Entscheidung ein.

Fazit: Darren Clarke kann am Sonntag auf Henrik Stenson, Justin Rose, Rory McIlroy, Sergio Garcia, Rafa Cabrera Bello und Thomas Pieters bauen. Diese sechs Spieler haben vor allem am nachmittag restlos überzeugt. Andy Sullivan und Danny Willett konnten nicht restlos überzeugen, könnten jedoch eine Chance erhalten, noch vor den Matchplays noch einmal ins Geschehen einzugreifen. Der glücklose Martin Kaymer sowie Lee Westwood, der völlig von der Rolle zu sein scheint, sollten am Samstag in keiner der beiden Sessions noch einmal antreten. Mann darf gespannt sein, wie die beiden Rookies Matthew Fitzpatrick und Chris Wood morgen bei ihrem Ryder Cup-Debüt aufspielen werden. Eine ähnliche Katastrophe wie am Freitagmorgen können sich die Blauen nicht leisten. Denn Wunder wie das von Medinah 2012 haben nun einmal Seltenheitswert.



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