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Drei Tipps für die Clubmeisterschaft 28.08.2019

Fit für das Highlight: Drei Tipps für die Clubmeisterschaft
Fit für das Highlight: Drei Tipps für die Clubmeisterschaft
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Für viele ist die Clubmeisterschaft das Event des Jahres, weshalb wir die Gelegenheit nutzen möchten, um drei Tipps mit Ihnen zu teilen, die uns in der Vergangenheit sehr geholfen haben.



Freddy und Patrick Braun von www.belowpar.de

Keine der im folgenden aufgeführten Strategien ist in Stein gemeißelt oder sollte als die einzig wahre Lösung verstanden werden. Ziel dieses Artikels ist es, Ihnen ein paar Ideen für die letzten Vorbereitungstage zu geben, sodass Sie am Samstag mit einem guten Gefühl und noch wichtiger: mit Selbstvertrauen aufteen können. 

#1: Wo drückt der Golfschuh? 

Wir finden: Auch kurz vor einem Turnier macht es Sinn, drei, vier, fünf Ihrer letzten AGAPS-Analysen zur Hand zu nehmen und noch einmal die Bereiche zu trainieren, die für Sie mental den größten Unterschied machen. In der turnierfreien Zeit würden wir Ihnen an dieser Stelle raten, den Bereich mit dem für Sie größten Potential zu trainieren. Kurz vor einem wichtigen Event geht es uns allerdings primär darum, dass unser Kopf am richtigen Platz ist. 

Haben Sie schon einmal eine gute Runde gespielt, bei der Sie mit hängendem Kopf über den Platz geschlürft sind? Wir auch nicht. Genau das meinen wir mit „den Kopf am richtigen Platz haben“. Beim Golf — vor allem unmittelbar vor und während einer Turnierrunde — geht es um Vertrauen. Wenn Ihnen das Vertrauen in einem bestimmten Bereich des Spiels noch fehlt und Sie der Meinung sind, dass Ihnen eine weitere Trainingseinheit in diesem Bereich gut tun würde, dann trainieren Sie diesen Bereich. Das bedeutet nicht, dass wir den Bereich mit dem größten Potential ignorieren sollten. Doch wenn es einen Bereich in unserem Spiel gibt, der uns — wie ein nerviger Juckreiz — nicht aus dem Kopf geht, dann sollten wir uns diesem wahrscheinlich widmen. 

 #2: In die Länge ziehen 

Nicht unbedingt Ihre Trainingszeit, dafür allerdings Ihre Putts. Wir waren vor ein paar Jahren der Meinung, dass Distanzputts vor den Clubmeisterschaften überbewertet werden. „Die Grüns werden eh noch gemäht und gewalzt“, dachten wir — und lagen damit mehr als falsch. Auch wenn die Grüns am Samstagmorgen gemäht und gewalzt werden und damit sehr wahrscheinlich schneller sind, als noch am Donnerstag- oder Freitagnachmittag, ist es keine gute Idee, im Training auf lange Putts zu verzichten. 

Es gibt nicht allzu viele Möglichkeiten, einen Dreiputt zu machen. Hin und wieder verschieben wir einen kurzen Putt, doch in den seltensten Fällen, in denen wir drei oder mehr Schläge auf der kurzgemähten Fläche benötigen, sind unsere Distanzputts auf Tour-Niveau. Putten ist Gefühlssache und nirgends kommt unser Gefühl so zum Vorschein, wie bei einem langen Putt. Der Selbstvertrauens-Schub, den wir erhalten, wenn wir einen 15-Meter-Putt knapp am Loch ablegen, überträgt sich meist auch auf die anderen Bereiche unseres Spiels. 

Wer weiß, dass seine Distanzputts sitzen, muss zudem nicht jede Fahne attackieren, kann die Runde so etwas gelassener angehen und unnötiges Risiko aus dem Spiel nehmen. Auch wenn Sie Ihr Tempo am Samstagmorgen eventuell etwas anpassen müssen: Schnappen Sie sich heute noch Ihren Putter und putten Sie quer über das Übungsgrün. 

#3: Der spielerische Unterschied 

Unter #1 haben wir von den Aspekten des Spiels gesprochen, die für Sie — vor allem aus mentaler Sicht — einen Unterschied machen. Kümmern sollten wir uns jedoch auch um die Situationen und Schläge, die einen enormen spielerischen Unterschied machen. Für uns persönlich sind das meistens die Par-5-Löcher. Ein Birdie an einem Par 5 ist aus theoretischer Sicht deutlich einfacher, als ein Birdie an einem Par 3 oder 4. Anders als bei einem Par 3 oder 4, können wir das Grün meistens mit zwei Schlägen und damit nicht nur in, sondern gleichzeitig unter Regulation erreichen. Da wir nur an einem Par 5 eine Chance auf ein Zwei-Putt Birdie haben, schenken wir diesen Löchern besondere Aufmerksamkeit — vorausgesetzt wir können den Platz vor dem Turnier mehr als nur einmal spielen. 

Da das bei den Clubmeisterschaften definitiv der Fall ist, können wir auch Ihnen diesen Ansatz nur empfehlen. Was für uns die Par 5 Löcher sind, sind für Sie eventuell die kurzen Par 4 Löcher, auf denen Sie mit Ihren Wedges glänzen können. Werden Sie sich noch einmal glasklar darüber, was Sie gut können und finden Sie die Bahnen, auf denen Sie Ihre Stärken ausspielen können. Fragen Sie sich, was Sie dazu tun müssen. Wo Sie Ihren Abschlag platzieren müssen. Mit welchem Schläger Sie annähern wollen und aus welcher Distanz. Feintunen Sie Ihr Gefühl noch einmal für diese bestimmten Schlüsselsituationen, indem Sie an den jeweiligen Bahnen mehr Bälle spielen, als sonst. 

#4: Bonustipp 

Unser Bonustipp für die Clubmeisterschaften ist… Haben Sie Spaß! Nervosität am ersten (oder letzten) Abschlag ist völlig normal und nichts, was Sie aus der Bahn werfen sollte. Interpretieren Sie Ihre Nervosität als das, was es für Sie sehr wahrscheinlich ist: Vorfreude! Wir wünschen Ihnen viel Spaß und Erfolg bei den Clubmeisterschaften!


Freddy und Patrick Braun sind Brüder, Plus- und Singlehandicapper (+1,4 & 3,6), Bundesliga-Spieler und die Köpfe hinter der Golftrainings-Website BelowPar.de. Freddy spielte vier Jahre lang College Golf in den USA, wo er mit der Wilmington University bei den nationalen Meisterschaften 2016 unter die Top 8 Teams des Landes kam. Während seiner Zeit in den USA lernte er unter anderem von PGA-Tour-Trainern und gewann mehrere Turniere mit dem Team.


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