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Coverstory: Masters Tournament WUNDER WOODS
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Drei Übungen für knackige Ballkontakte 15.03.2019

Below Par: Schön knackig
Below Par: Schön knackig
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Dass Amateure von einer soliden Distanzkontrolle profitieren, sollte jedem klar sein. Weniger offensichtlich ist dagegen der Weg dorthin. 


Freddy und Patrick Braun von www.belowpar.de


Erinnern Sie sich noch an diesen Schlag von Tiger?



Spätestens danach hatten Tiger Fans keinen Zweifel mehr daran, dass Woods wieder der Alte ist und wieder regelmäßig um große Titel mitspielen kann. Fast noch bemerkenswerter als Tigers Fähigkeit, den Ball mit einem Eisen 9 so kurven zu lassen, ist die Distanzkontrolle des Schlages. 

Dass auch Amateure von einer soliden Distanzkontrolle profitieren, sollte jedem klar sein. Weniger offensichtlich ist dagegen der Weg dorthin. 

Knackige Ballkontakte als Grundvoraussetzung für Längenkontrolle

Grundvoraussetzung für eine solide Distanzkontrolle sind solide Ballkontakte. Unsere Ballkontakte entscheiden, ob unser Ball im Ziel landet, 10m darüber hinausschießt oder schon deutlich vor dem Ziel, wie ein Ziegelstein, vom Himmel fällt. In Tigers Situation ist letzteres alles andere als untypisch. Sand bremst, wie kaum ein anderer Untergrund auf dem Golfplatz. Wer den Ball im Fairwaybunker nicht optimal erwischt, verliert enorm an Länge und darf nach ein paar Metern gleich nochmal ran. 

Damit Sie zukünftig von diesen „Ausrutschern“ verschont bleiben und sowohl in, als auch außerhalb eines Fairwaybunkers mit Ihrer Distanzkontrolle glänzen, möchten wir Ihnen im folgenden Teil des Beitrags 3 Übungen für knackige Ballkontakte vorstellen. Doch bevor wir damit loslegen, ist es wichtig, dass wir uns darauf einigen, was ein guter Ballkontakt eigentlich ist. Wer das Endergebnis kennt, tut sich auf dem Weg dorthin deutlich leichter. 

Jeder gute Ballkontakt mit einem Eisen besteht aus einem Ball-Boden-Sweetspot-Treffer. Dabei trifft der Schläger den Ball in der Abwärtsbewegung. Die Hände sind dazu über oder leicht vor dem Ball. 

Jim Furyk hat einen der unorthodoxesten Schwünge auf (und vielleicht auch außerhalb) der Tour. Doch wer sich über Jim Furyks Bewegung lustig macht vergisst oft, dass Furyk alle Voraussetzungen für einen guten Ballflug mitbringt, denn Furyks Spiel stützt sich auf einen knackigen, wiederholbaren Ballkontakt. 

Die Kameraposition im folgenden Video ist nicht optimal, doch die Grundvoraussetzungen für einen soliden Ballkontakt werden darin deutlich sichtbar: Die Hände sind über, beziehungsweise leicht vor dem Ball. Um das zuverlässig umsetzen zu können, verlagert Furyk sein Gewicht vom rechten auf den linken Fuß. 


Abgesehen vom Wind ist es das, was den Ball wirklich interessiert. Der Golfball interessiert sich nicht dafür, wie wir auf den letzten 3 Löchern gespielt haben, ob wir fröhlich oder verärgert über den Platz laufen oder ob die Sonne scheint — der Golfball interessiert für das, was während des Treffmoments passiert. Aus diesem Grund stellen wir Ihnen in den folgenden Abschnitten 3 Übungen vor, die uns persönlich zu besseren und wiederholbaren Ballkontakten verholfen haben. 

Übung #1: Impact-Etiketten 


Wer ein Impact Etikett auf die Schlagfläche klebt und damit einige Bälle schlägt, erkennt mehrere Abdrücke an den Stellen, an denen der Ball getroffen wurde — ein Muster wird erkennbar. 

Idealerweise hat dieses Muster einen kleinen Durchmesser und kreist um die Mitte der Schlagfläche. Weniger ideal ist ein großes Muster, das sich durch weit auseinander liegende Abdrücke auszeichnet. Doch gerade in diesem Fall sind Impact Etiketten wichtig. 


Gerade Spielern und Spielerinnen höheren Handicaps ist enorm geholfen, wenn sie nach jedem Schlag exakt wissen, an welcher Stelle ihr Ball mit der Schlagfläche in Kontakt kam. Nur so ist der Körper in der Lage, ein bestimmtes Gefühl einem bestimmten Ballkontakt zuzuordnen. Wer die ersten dunklen Abdrücke in der Mitte der Schlagfläche sieht, hat es später leichter, das damit verbundene Gefühl erneut herbeizuführen.

Übung #2: Der Down Slope Drill


Um den Ball mit den Eisen in der Abwärtsbewegung treffen zu können, müssen wir unser Gewicht verlagern. Wer auf dem hinteren Bein „stehen bleibt“ hat kaum eine Chance, die Hände während des Treffmoments über oder sogar etwas vor den Ball zu bringen.

Der Down Slope Drill nutzt die Schwerkraft, um uns dieses Gefühl näher zu bringen und zeigt uns, was es für uns heißt, „voll durchzuschwingen“. Alles, was Sie für den Down Slope Drill brauchen, sind ein paar Bälle, ein Eisen 7 oder 8 und eine Bergab-Hanglage. 

 

Passen Sie Ihre Schultern dem Hang an und schlagen aus dieser Lage ein paar Bälle auf ein Ziel Ihrer Wahl. Achten Sie darauf, dass der Schaft Ihres Schlägers so geneigt ist, dass sich die Hände leicht vor dem Ball befinden. 

Übung #3: Der Towel Line Drill


Diese Übung schlägt 2 Fliegen mit einer Klappe, denn sie kombiniert den Sweetspot-Treffer mit der Gewichtsverlagerung und dem damit verbundenen Ball-Bodenkontakt. Falten Sie ein Handtuch dazu ein bis zwei Mal, legen es zirka zwei Faustbreiten hinter Ihren Ball und stecken zwei Tees um Ihren Ball. 


Wer mit diesem Aufbau einige Bälle schlägt, stellt schnell fest, dass die Übung anspruchsvoll ist. Dranbleiben lohnt sich allerdings, denn das mit diesem Aufbau „erzwungene“ Gefühl des optimalen Treffmoments überträgt sich positiv auf all Ihre weiteren Schläge. 


Wenn Sie in der Lage sind, das Handtuch zu vermeiden, erst den Ball und dann den Boden zu treffen, dann sind auch Sie nicht mehr allzu weit von einem tiger-ähnlichen Kunstschuss aus dem Fairwaybunker entfernt. 



Freddy und Patrick Braun sind Brüder, Plus- und Singlehandicapper (+1,4 & 3,6), Bundesliga-Spieler und die Köpfe hinter der Golftrainings-Website BelowPar.de. Freddy spielte vier Jahre lang College Golf in den USA, wo er mit der Wilmington University bei den nationalen Meisterschaften 2016 unter die Top 8 Teams des Landes kam. Während seiner Zeit in den USA lernte er unter anderem von PGA-Tour-Trainern und gewann mehrere Turniere mit dem Team.


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