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Eisenfitting: Das sollten Sie beachten 16.06.2017

Eisenspiel: Ein gutes Fitting führt oftmals zum Erfolg auf dem Platz
Eisenspiel: Ein gutes Fitting führt oftmals zum Erfolg auf dem Platz
Johannes Herbig
Johannes Herbig
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In den vergangenen Jahren haben sich in unserem Fittingcenter viele unterschiedliche Kunden eingefunden, mit dem Ziel, die Zuverlässigkeit ihres Eisenspiels zu verbessern. Zusammen mit dem Putter sind die Eisen die Schläger im Bag, die auf der Runde die meisten Einsätze bekommen. Insofern lohnt es sich durchaus, einen genauen Blick auf diese Schläger zu werfen, wenn es darum geht, einen Austausch vornehmen zu wollen. 

Länge versus Präzision

Es ist uns bewusst, dass vor allem männliche Golfer sehr anfällig für das Thema „Mehr Länge“ sind. Und natürlich ist sich auch die Schlägerindustrie darüber im Klaren, dass dieser Parameter einer der wichtigsten und am einfachsten zu vermittelnde ist, wenn neue Schläger anstehen. Viele Kunden orientieren sich im Rahmen von Demotagen und suchen sich dort anhand der Vergleiche mit ihren bisherigen Eisen einen neuen Satz aus. Hier sollte man aber im Vorfeld die eine oder andere Information einholen oder einen richtigen Fittingtermin vereinbaren.

In den letzten Jahren haben sich die Loftzahlen der Eisensätze zum Teil sehr deutlich verändert. Während vor gar nicht allzu langer Zeit ein Eisen 7 meist einen Loft von ca. 35° hatte, sind viele aktuelle Eisensätze mit 4° bis 5° weniger bei gleicher Eisennummer unterwegs. Da Loft einen sehr hohen Einfluss auf die Länge hat, ist es nicht verwunderlich, wenn ein aktueller Schläger bis zu 15 Meter mehr Länge produziert. Natürlich ist auch technisch betrachtet einiges passiert und die meisten Hersteller haben mindestens ein Eisen in der Linie, das mit einer eingesetzten Schlagfläche arbeitet, was zu höheren Ballgeschwindigkeiten bei gleichem Loft führen kann.

Es hilft also eine Information vorab, um nicht in die Längenfalle zu tappen. Wesentlich wichtiger ist es, dass die Eisen zuverlässig sind und eine möglichst geringe Streuung aufweisen. Denn: Was helfen Extrameter bei der Länge, wenn man mit den neuen Schlägern nicht in der Lage ist, aus 100 Metern ein Grün zu treffen?

Optimal vorbereitet

  1. Suchen Sie sich ihren Schlägerkopf nach Ihren persönlichen Vorlieben aus. Was soll im Vordergrund stehen? Spielkomfort, klare Rückmeldung, optische Präferenzen – all das können Sie bereits im Vorfeld entscheiden, sodass aus einem unübersichtlichen Angebot oft nur wenige Modelle übrig bleiben, bevor Sie den ersten Ball geschlagen haben.

  2. Informieren Sie sich vorab, welchen Loft Ihre Eisen haben und fragen Sie nach oder lassen vor Ort nachschauen, welchen Loft das getestete Modell hat. So vermeiden Sie es, in die Loftfalle zu tappen. Es ist nicht verwerflich, Eisen mit relativ weniger Loft zu konstruieren, solange der Ballflug stimmt. Wichtig ist, dass Sie in der Lage sind, die Eisen hoch zu schlagen, um beim Anspielen von Grüns möglichst wenig Roll zu erhalten. Suchen Sie nach optimaler Fluglänge – nicht nach Gesamtlänge mit hohem Rollanteil. 

  3. Gehen Sie mit möglichst klaren Zielsetzungen in einen Fittingtermin. Sie müssen wissen, was Ihnen wichtig ist. Eisensätze begleiten einen deutschen Golfer im Durchschnitt sieben Jahre lang. Sie sollten mit Ihrer Entscheidung sicher sein und sich wohlfühlen. 

  4. Stellen Sie im Fitting Fragen. Jeder qualifizierte Fitter verfolgt eine gewisse Idee und hat gewisse Vorstellungen, wenn er Ihnen Material in die Hand drückt. Wenn Sie für sich einen Eindruck beim Testen gewonnen haben, fragen Sie nach den Eindrücken des Fitters. Er sollte mithilfe eines Analysegerätes Daten zur Verfügung haben. Zahlen sind beileibe nicht alles in einem Fitting. Sie spielen aber eine wichtige Rolle und stellen eine sehr gute Entscheidungshilfe dar. 

  5. Seien Sie offen und ehrlich sich selbst gegenüber. Es bringt nichts, wenn Sie dem Fitter Ihren Wunschtraum schildern, bezogen auf den Aufwand, den Sie für Golf betreiben. Es könnte zu einer Voreingenommenheit aufseiten des Fitters führen und am Ende des Tages zu einem Satz, der für Sie unspielbar bleibt. 

  6. Lassen Sie sich nicht überreden zu einem Set-up, mit dem Sie sich nicht wohlfühlen. Natürlich spielen Daten von Launchmonitoren eine sehr große Rolle im modernen Clubfitting. Aber sie sind nicht alles. Was bringt ein Schlägersatz, der zwar auf dem Messgerät perfekte Daten liefert, Ihnen aber einfach nicht gefällt, oder wo die Rückmeldung nicht dem entspricht, was Sie mögen? 

  7. Gehen Sie unvoreingenommen in einen Termin. Die schlimmsten Fittingtermine sind für uns immer die, in denen ein Spieler schon am Anfang weiß, was am Ende in der Tasche landen soll. Das funktioniert aber nicht immer so glatt. Natürlich müssen Ihre Vorlieben in ein Fitting einfließen. Es bringt aber nichts, wenn Sie nicht offen an die Sache rangehen und auch Alternativen eine Chance geben. 

Wenn Sie vor Ihrem nächsten Fitting zumindest einen Teil dieser Punkte berücksichtigen, bin ich mir sicher, dass es ein produktiver Termin werden wird. 

 Johannes Herbig, Jahrgang ’61, Inhaber der Fitting-Schmiede Clubmate Golf mit Stützpunkten in Pfungstadt und im Jordan Golfdom, Köln


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