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Golf ist ein Weg 06.11.2015

Prominente Unterstützung für den Nachwuchs: Bernhard Langer bei einer Golf-Clinic im Walton Heath Golf Club bei der Senior Open Championship
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Golfer erleben, dass Verbesserungen Zeit brauchen und Fortschritte sich nicht erzwingen lassen. Beschließt man, Golf zu lernen, dann macht man sich auf einen Weg. Nicht selten trifft man auf unüberwindbare Hindernisse, bei denen z. B. die Schlagweite nicht ausreicht und man Umwege in Kauf nehmen muss. Daher ist es notwendig, den Weg zum guten Golf zu planen und so zu gestalten, dass bei gegebenen Voraussetzungen ein Optimum erreicht wird. Machen wir uns auf den Weg, um unser Golf zu verbessern. Nützen wir das Winterhalbjahr. In dieser Zeit müssen wir nicht jedes Wochenende unsere Fortschritte unter Beweis stellen. Wir können mit Umsicht planen und uns die Zeit geben, Bewegungsdetails zu erlernen. Dazu ist es jedoch notwendig, diese zu kennen und nicht irgendwelchen physikalisch nichtbegründbaren Floskeln Aufmerksamkeit zu schenken. Beweglichkeit. Was heißt es, den Weg zu gutem Golf zu planen? Wir müssen einen Golfschwung finden, der mit unserer Beweglichkeit durchführbar ist. Dieser Schwung entspricht nicht unbedingt dem Golfschwung, der von den meisten Golflehrern gelehrt wird. Golflehrer verwenden häufig die Schwünge der weltbesten Golfer als Vorbild, für uns beinhaltet dieser jedoch nicht durchführbare Bewegungen. Mit unserer Beweglichkeit den Golfschwung von McIlroy nachzuahmen, führt zu Überlastungen und aufgrund von fehlendem Bewegungsumfang zu kurzen Schlagweiten. Wir müssen konsequent ein Bewegungsmuster suchen, bei dem unsere altersgemäß bewegliche Wirbelsäule nicht zum Hemmnis wird. Als Biomechaniker, der Golf analysiert und diese Erkenntnisse auch im Golfunterricht einbringt, bin ich diesen Weg gegangen. Es zeigt sich, dass auch einige Spieler auf der Tour viele Elemente eines gesunden Schwunges verwenden. Es ist daher notwendig, sich aus den Reihen der Topgolfer jene Schwünge als Vorbilder auszusuchen, die mit unseren Voraussetzungen durchführbar sind. Vorbild. Viele gute Schwünge finden sich auch auf der LPGA Tour. Leider wird diese nur selten übertragen. Auch ist die Qualität der Übertragungen mehr „schlecht als recht“ und es wird versucht, mit zwei Kameras das Geschehen einzufangen, wohingegen bei Turnieren der PGA zahlreiche Kameras im Einsatz sind. So darf es einen nicht wundern, wenn Übertragungen der LPGA Turniere langweilig wirken. Eine der Ursachen dafür ist die mangelnde Bereitschaft der Medien, sich für den Damengolfsport einzusetzen. Wie kann sich nun der Einzelne auf den Weg machen und einen passenden Golfschwung erlernen? Der wichtigste Schritt ist, Dogmen über Bord zu werfen. Dazu gehören Anleitungen wie stabiler fester Stand, den Kopf still halten und fester Griff. Wir sehen ja bei Kindern, dass sie all diese Kriterien nicht erfüllen und trotzdem sehr gut spielen. Die vielen Details, die in Golfbüchern stehen, können ja teilweise hilfreich sein, aber zuerst müssen wir imstande sein, den Schläger möglichst frei zu schwingen. Dadurch ergibt es sich fast wie von selbst, wie der Griff aus-zusehen hat. Auch sollten wir ein Gefühl dafür entwickeln, wie die Bewegung des ganzen Körpers dazu führt, dass die Schwingung der Arme und des Schlägers verstärkt wird. Später ist es immer noch möglich, diese Effekte bei geringstmöglicher Körperbewegung zu erzielen. Tipp unter Freunden. Bei diesen Übungen ist es am günstigsten, alleine zu sein und einfach in den Körper hineinzuhorchen. So als ob man Tanzschritte übt. Die Bewegungen, die man anfangs durchführt, werden von Außenstehenden wohl eher belächelt, aber sie führen dazu, dass man spüren lernt, welche Bewegungen der eigentliche Motor des Golfschwunges sind. Oft zeige ich Golfschülern diese Art des Bewegens und das ermöglicht ihnen ihren Weg selbstständig weiterzugehen. Es benötigt Zeit, um Bewegungsmuster zu automatisieren, aber dieses Training ist zwischendurch und auch zu Hause möglich. Dr. Christain Haid ist Biomechaniker an der Universitätsklinik Innsbruck, [email protected] © GOLF TIME Verlag GmbH


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