Golf kann gesund sein 17.05.2017

Bernhard Langer
Bernhard Langer ist der Beweis dafür, wie man mit günsti­geren Bewegungsabläufen gesund und gut Golf spielen kann
Craig Stadler
Craig Stadler ist der schlagende Beweis dafür, dass man auch mit reichlich Übergewicht erfolgreich Golf spielen kann
Dr. Christian Haid
Dr. Christian Haid
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Wir haben alle gelesen, dass Bewegung in freier Natur günstig ist. Somit wird Golf eine gesundheitsfördernde Wirkung zu­geschrieben. Als nachteilig werden hohe Belastungen für die Wirbelsäule angeführt.

Jetzt gibt es jedoch Modellvorstellungen, die dem Golfschwung sogar therapeutische Wirkung nachsagen. Das Schöne an diesen Modellen ist, dass sie einerseits belastungsmindernde Wirkungsweisen aufzeigen und einige Top-Golfer wichtige Elemente dieser Bewegungsvorstellung verwenden. Somit wird gesundes Golf mit Spitzengolf unter einen Hut gebracht. Mit diesem Wissen sind wir auf dem besten Weg, Golf regelrecht als therapeutische Maßnahme einstufen zu können. Fehlt nur noch die Möglichkeit, sich das von der Krankenkasse bestätigen zu lassen.

Bei Personen mit Kreuzschmerzen kann die wiederholte Durchführung des Golfschwunges als Therapie wirken. Wir sind beim Golf motiviert, Bewegungen öfters durchzuführen. Dadurch entkommen wir den eintönigen Trainingstherapien. Der einzige Nachteil ist, dass wir meistens versuchen, mit so wenigen Schlägen wie möglich eine Runde zu absolvieren. Damit sinkt mit verbessertem Handicap der positive Effekt.

Wir können das jedoch mit zusätzlichen Probeschwüngen wettmachen. Dann kann man auch als Singlehandicapper noch gute therapeutische Erfolge erzielen.

Worauf müssen wir achten?

Was habe ich bei Healthy-Swing.at herausgefunden? Die maximale Bandscheibenbelastung entsteht bei gleichzeitiger Torsion und Seitneigung der Wirbelsäule. Somit erlernen alle Golfer, die zu mir kommen, wie sie mit minimierter Seitneigung den Golfschläger schwingen können. Dabei wird vielen typischen Anleitungen widersprochen: Der Kopf muss nicht still gehalten werden, der Ball muss nicht angeschaut werden.

Der Golfschwung gleicht eher einer tanzenden Bewegung. Wie in einem früheren Artikel bereits beschrieben, empfinden meine Schüler dabei immer das Gefühl von Leichtigkeit. Golf beginnt richtig Freude zu machen. Da die wichtigen physikalischen Grundsätze zur Erreichung hoher Schlägerkopfgeschwindigkeiten erfüllt werden, erreichen meine Schüler mit der Zeit immer bessere Schlagweiten. Das führt zur Möglichkeit, im fortgeschrittenen Alter noch zu wirklich gutem Golf zu kommen. Wir wissen, dass ab einem bestimmten Handicap auch gute Schlagweiten notwendig sind.

Physik des Golfschwungs

Wenn man nun diese mit wenig Krafteinsatz und geringer körperlicher Belastung erreicht, öffnen sich wieder die Möglichkeiten, zu wirklich niedrigen Scores zu kommen. Überhören Sie in Zukunft Äußerungen wie: Sie müssen mit der rechten Schulter hinunter, lassen Sie den Kopf unten, schauen Sie dem Ball nicht nach, Sie müssen die Bewegung im Durchschwung stoppen, damit die Schlägerkopfgeschwindigkeit steigt (kurz „the block“ genannt).

Das sind gut gemeinte Ratschläge, die meistens zu Belastungserhöhungen im Golfschwung führen. Manchmal steckt auch fehlendes physikalisches Bewegungsverständnis dahinter. Aus diesem Grund erkläre ich in meinen Golfstunden auch immer die Physik des Golfschwunges. Somit trägt mein Physikstudium zum Verständnis dieser Sportart bei.

Um Golfern diese Informationen zukommen zu lassen, unterrichte ich nicht nur indoor in Innsbruck, sondern fahre auch regelmäßig zu Golf and More nach Duisburg oder zu Golf City nach Köln. So erweitert sich der Kreis derer, die mit weniger Belastung besser golfen – so macht „Healthy-Swing“ Spaß: Wenn man erlebt, wie immer mehr sich auf den Weg machen, mit geduldig erlernten koordinativen Fähigkeiten, trotz abnehmendem Kräftevermögen, ihr Golf absolut zu verbessern. Mit 70 den besseren Score spielen als je zuvor, das ist ein Ziel, an dem man Spaß findet.

Dr. Christian Haid ist Biomechaniker und leitet die Golfschule www.healthy-swing.at
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