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Coverstory: Esther Henseleit HEISSES EISEN
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Golf & Musik: Mit oder ohne? 11.01.2015

Trainiert oft und gerne mit Musik, auf der Driving Range wie auch auf dem Platz: Ian Poulter
Trainiert oft und gerne mit Musik, auf der Driving Range wie auch auf dem Platz: Ian Poulter
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Trainieren mit Kopfhörern kann sich durchaus positiv auf den Lernerfolg auswirken. Doch nur, wenn richtig eingesetzt.


Vor allem junge Golfer sieht man häufig mit Kopfhörern auf der Driving Range üben, bisweilen sogar auf der Runde spielen. Das mag durchaus "cool" wirken. Aber hat Musik auf dem Golfplatz auch wirklich positive Auswirkungen auf unser Spiel?

Was spricht dafür?


Zunächst einmal hat Musik einen großen Einfluss darauf, wie wir uns fühlen. Studien haben belegt, dass Musik ein mächtiges Instrument darstellen kann, um die eigene Gefühlslage zu beeinflussen.

Durch das Hören spezieller Musik kann ein Golfer beispielsweise sein Selbstbewusstsein stärken oder sich in einen vertieften Entspannungszustand versetzen.

Musik kann vor äußeren Ablenkungen schützen. Viele Pros hören während ihrer Übungseinheiten auf der Range bewusst Musik, um sich von äußeren Einflüssen abzuschirmen. So kreieren sie ihre "eigene kleine Welt" und können sich besser auf ihr Training konzentrieren. Ian Poulter sagt dazu: "Wenn ich beim Training Musik höre, verliere ich mich in meiner Welt und bin immun gegen Ablenkungen von außen."

Musik hat zudem die Eigenschaft, beide Gehirnhälften zu stimulieren und Gehirnströme zu aktivieren, die ein erhöhtes Lernverhalten bewirken.

Was spricht dagegen?


Wir berauben uns durch das Hören von Musik eines wichtigen Sinns: Zu hören, ob ein Ball gut oder schlecht getroffen wurde, stellt eine wichtige Rückmeldung dar, die beim Hören von Musik fehlt.

Bei einer Turnierrunde wird ohne Musik gespielt. Studien belegen, dass ein erhöhter Lernerfolg vor allem dann erzielt wird, wenn das Training so nahe wie möglich an realen Situationen praktiziert wird. Es ist also keine realistische Situation, die beim Üben mit Musik kreiert wird, da bei Turnierrunden Musik nicht erlaubt ist.

Fazit:


Musik ist eine wunderbare Sache, aber ich empfehle sie nicht beim Trainieren und schon gar nicht während der Runde. Musik eignet sich sehr gut zur Einstimmung auf das Training oder die Runde, zum Beispiel im Auto auf dem Weg zum Golfplatz.

Doch spätestens nach einer kurzen Aufwärmphase sollten die Kopfhörer abgenommen werden. Dann nämlich, wenn es darum geht, sich konzentriert auf die Runde vorzubereiten.

Musik hat also durchaus ihre Vorzüge, doch nur, wenn sie richtig eingesetzt wird. Wie einfach bei allem im Leben.

Justin Walsh, Jahrgang ‘73, PGA Advanced Professional


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