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Coverstory: PHIL MICKELSON DER STRAHLEMANN
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Golfbag verzweifelt gesucht... 11.09.2013

Chris Kirks Bag
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GOLF TIME USA-Korrespondent Dominik Krautschun versorgt Sie wöchentlich mit kuriosen News und Geschichten rund um das Thema Golf – direkt aus den Vereinigten Staaten. Diese Woche: Golfbag und Golfschuhe auf Umwegen... Für Chris Kirk sollte der Donnerstag vor Beginn der Deutsche Bank Championship eigentlich ein recht ruhiger Tag werden. Der Mann aus Knoxville, Tennessee, musste beim Pro-Am nicht antreten. Chris, der 2010 den Sprung von der web.com Tour auf die PGA Tour gemacht hatte, verbrachte daher am frühen Morgen einige Stunden auf der Driving Range und plante im Anschluss, den restlichen Tag vor dem Fernseher und im Jacuzzi zu verbringen. Die Hotels auf der PGA Tour verfügen ja über jeglichen Luxus. Nach seiner Session auf der Driving Range stellte Kirk also sein Bag neben seinem Spind im Clubhaus ab und machte sich auf den Weg ins Hotel. Zum gleichen Zeitpunkt hastete allerdings ein überaus nervöser Amateur in den Pro-Shop. Der Amateur, der Name tut nichts zur Sache, hatte einen Platz im Pro-Am ergattert. Nur sein Problem war, dass er sein eigenes Golfbag nicht dabei hatte. Die Angestellten des Pro-Shops schickten den verständlicherweise aufgeregten Amateur zum Cart-Barn, wo die Caddies die Leihschläger bereithalten. Doch der Amateur hatte wohl nicht richtig zugehört, rannte ins Clubhaus zu dem Spind, den man ihm ebenfalls zugeteilt hatte – und frohlockte ob der Professionalität des Personals, denn direkt vor seinem Spind stand bereits ein Golfbag, ausgestattet mit dem neuesten Material – und einem Paar frisch geputzter Golfschuhe in der richtigen Größe. Der Amateur griff sich das Bag, schlüpfte in die Schuhe und seufzte vor Erleichterung, denn nun hatte er noch knapp eine Stunde Zeit, sich auf seine Runde vorzubereiten, bei der er unter anderem mit dem Pro John Merrick im Flight war. Als der Amateur allerdings zur rechten Zeit aufgewärmt am Abschlag erschien, war John Merrick überrascht einen Amateur zu sehen, auf dessen Golfbag der Name "Chris Kirk" eingestickt war. "Ich dachte zuerst, der Mann hätte das Golfbag vielleicht irgendwo bei einer Charity-Aktion ersteigert", erklärte Merrick später. "So etwas passiert ja ab und zu." Im Laufe der ersten Löcher stellte sich allerdings heraus, dass dieser Amateur mit dem vermeintlichen Satz Leihschläger mächtige Probleme hatte und auch das Bag nicht ersteigert hatte. Merrick: "Als der Amateur dann am zweiten Loch seinen Drive kaum in die Luft bekam und daraufhin erstaunt den Schläger in die Hand nahm, rief er erstaunt aus: 'Da steht Prototyp?! Das ist ja komisch. Und das bei einem Satz Leihschläger..." Der routinierte Pro Merrick wusste spätestens jetzt, dass hier irgendetwas faul war. Und nachdem ihm der Amateur bestätigt hatte, dass er das Bag aus dem Clubhaus genommen hatte – es war direkt neben seinem Spind gestanden – nahm Merrick sein Handy in die Hand und schrieb eine Mail an die Turnierveranstalter und eine an Chris Kirk. Die Mail an die Veranstalter lautete: "Ich brauche einen Satz Leihschläger an Loch Nummer drei und ein Paar Golfschuhe in der Größe 11. Und zwar schnell!" Und Chris Kirk teilte er mit: "Deine Schläger wurden irgendwie geklaut. Deine Schuhe auch. Ich habe aber alles unter Kontrolle..." Und zum Beweis machte er noch schnell ein Foto des Amateurs mit der Profi-Ausstattung. Letztendlich ging die Geschichte gut aus. Kirk konnte seine Ausrüstung und die Schuhe bereits bei Loch Nr. 8 wieder in Empfang nehmen. Der Amateur entschuldigte sich wortreich und Kirk konnte am Ende der Woche mit einem geteilten 16. Platz bei der Deutsche Bank Championship und einem Scheck über 124.000 Dollar sicher wieder ein Paar neue Golfschuhe kaufen. Denn das hatte Kirk wirklich Kopfzerbrechen bereitet: "Ich hatte kein Problem damit, dass der Mann meine Schläger gespielt hatte. Es war ja auch keine Absicht. Nur meine Schuhe, die er getragen hatte, waren ein Problem: Denn das war mein einziges Paar Golfschuhe, das diese Woche im Gepäck war. Daher musste ich die restlichen Tage damit spielen – und das fand ich echt unangenehm." Mal ehrlich, wie würden Sie reagieren, wenn jemand aus Versehen Ihr Bag und Ihre Schuhe für eine Runde Golf ausleihen würde? Schreiben Sie mir: [email protected] Ausgewählte Beiträge werden hier veröffentlicht. Dominik Krautschun, Jahrgang ‘70, lebt in Naples, Florida, der "Golf Capital of the World". Der Schreibtisch des Hcp -4,3-Golfers steht auf der Driving Range des Foxfire Golf & Country Club. © GOLF TIME Verlag GmbH Artikel zu diesem Thema:


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