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Golfen am Äquator 06.12.2018

MUTHAIGA GOLF CLUB - Das Signature Hole ist Loch Nummer 2 (Par 3, 189 m von Gelb) mit zwei möglichen anzuspielenden Plateaus
MUTHAIGA GOLF CLUB - Das Signature Hole ist Loch Nummer 2 (Par 3, 189 m von Gelb) mit zwei möglichen anzuspielenden Plateaus
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Tendiert der Golfball nördlich vom Äquator zum Fade und südlich davon zum Draw? Ausprobieren heißt die Devise. Aber Halt! Wir reisen nicht nach Nairobi und Mount Kenya alleine des Golfens wegen. 



Mount Kenya versteckt sich in einer dunklen Wolke. Der mit 5.199 m zweithöchste Gipfel Afrikas hat etwas Mystisches: Bergsteigern zeigt er die kalte Schulter – mitten im tropischen Klima, nur 15 km südlich vom Äquator. Und Golfer lenkt er vom Spiel ab, werfen sie doch ständig einen Blick auf das ungewöhnliche Bergmassiv mit der Wolkenkrone. Sei es von dem 9-Loch-Golfcourse im Fairmont Mount Kenya Safari Club oder von der historischen Terrasse des 5-Sterne-Hotels. 




Drinnen klimpert am Steinway-Flügel eine Pianistin alte Klänge, ein livrierter Butler serviert auf dem Silbertablett Cocktails zwischen umherstolzierenden Kranichen. Als gehörten sie schon immer zum Erscheinungsbild. Am Pool braten trotz bedeckten Himmels die Glücklichen dieses Planeten – wer hier seine Zelte aufschlägt, und sei es nur für ein paar Tage, bekommt mit jedem Atemzug eingehaucht: das könnte der Garten Eden sein. 

Der  Fairmont Mount Kenya Safari Club verdankt seine Existenz einer verrückten Lovestory
Tatsächlich verdankt dieser exklusive Fairmont Mount Kenya Safari Club Nanyuki, eine knappe Flugstunde nördlich von Nairobi, seine Existenz einer herzzerreißenden Liebesgeschichte, die nicht besser erfunden werden könnte. Rhoda Lewinsohn, damals 55-jährige, attraktive Millionärs-Gattin eines New Yorker Finanziers, lernte den um über zehn Jahre jüngeren Lebemann Gabriel Prudhomme auf Safari in Kenia kennen. 





Der abenteuerlustige Franzose, der mit seiner kleinen Privatmaschine die Savannen Kenias unsicher und Jagd auf die Big Five (Löwe, Elefant, Nashorn, Büffel, Leopard) machte, eroberte Rhoda quasi im Fluge: Die Amerikanerin ließ sich von ihrem Millionär kurzerhand scheiden, legte die US-Staatsbürgerschaft ab und heiratete in Paris Gabriel. Gemeinsam flogen sie wieder nach Kenia, dem Ort ihrer Liebe. Das war in den Dreißigerjahren des vergangenen Jahrhunderts, und das Nest, das sich die Verliebten damals einrichteten, ist das heutige Hauptgebäude des Fairmont Mount Kenya Safari Clubs. Eine exklusive Oase mitten in der Savanne, die genau auf dem Äquator liegt. 




Eine zugegeben originelle Stelle – hatten die beiden doch Sinn für Einmaliges. Mitten durch die Anlage führt ein aus roten Steinen gelegter ein Meter breiter Pfad – der Äquator. Ein Schild im Badezimmer der Suite 10 weist über dem rechten Waschbecken ein kleines Messingschild mit der Aufschrift „Südliche Hemisphäre“ aus, über dem linken Waschbecken „Nördliche Hemisphäre“. Umstritten ist die Theorie, dass jeweils rechts oder links des Äquators das Wasser rechtsrum bzw. linksrum abfließe. Jedenfalls ist einer der zahlreichen Programmpunkte neben Golfen, Reiten, Ballonsafari, Außen-Pool, Sundowner-Picknick, Tennis, Billard etc. die Demonstration an zwei am Äquator liegenden Kupferbecken, dass tatsächlich das Wasser unterschiedlich abrinnt. 

Die Love-Story aus dem Garten Eden endete jäh mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges – Rhoda musste zurück nach New York, und Gabriel diente als Pilot in der französischen Armee im Algerienkrieg. Nach dem Weltkrieg gab’s ein Wiedersehen – allerdings war die große Leidenschaft erloschen, die Liebe verflogen. 

Im Zeitraffer das nächste Kapitel: 1959 gastierte der Schauspieler William Holden („Die Brücke am Kwai“) mit seinen Freunden Ray Ryan und dem Schweizer Bankier Carl Hirschmann in Nanyuki. Die drei Großwildjäger waren von dem inzwischen ausgebauten „Mawingo“ so begeistert, dass sie es kurzerhand kauften und einen der exklusivsten Clubs der Welt, den „The Mount Kenya Safari Club“ gründeten. 

Hängen in den Foyers und Suiten eine Menge Fotos von den Promis mit ihren Trophäen, so besann sich William Holden der Tragweite dieses illustren Abknallens der Tiere. Er gründete die „William Holden Wildlife Foundation“ und rief zum Artenschutz der Tiere auf. Safari nur noch mit der Kamera. Die Liste der Gründungsmitglieder liest sich wie das „Who is Who“ der alten Welt: Sir Winston Churchill, Prinz Bernhard von den Niederlanden, Lord Louis Mountbatten, Ex-Präsident Lyndon B. Johnson, Conrad Hilton, Bob Hope oder Bing Crosby. Stephanie Powers war die erste Vorsitzende der von William Holden gegründeten Wildlife Fondation, Nachfolger das Ehepaar Iris und Don Hunt (heutige „Mount Kenya Wildlife Conservancy“ mit 800 Tieren).  

Fairmont Mara Safari-Club in Ngerende inmitten der Wildnis
Keine halbe Flugstunde entfernt die nächste Station, der Fairmont Mara Safari-Club in Ngerende. Nicht so exklusiv wie der Mount Kenya Club, dafür mitten drin in der Wildnis. Gewohnt wird in „Vier-Sterne“-Zelten, also Camping auf höchstem Niveau mit Doppelbett, Ankleide, Dusche und Toilette. Natürlich Pool und Sonnenterrasse, verschiedene Restaurants und eine Bar. 

Es ist das Land der Massai, einst gefürchtete Krieger, heute in ihrem bunten Outfit eine Touristenattraktion: Wer kerzengerade aufrecht am höchsten springt, darf sich die Braut aussuchen (keine Angst – unter den Dorfbewohnerinnen, nicht unter den Touris). Draußen in der Wildnis (800 Hektar) ist die Safari tatsächlich ein Erlebnis: Durch die Größe des Areals bedingt, gewinnt man den Eindruck, dass Löwen, Giraffen, Hippos, Zebras, Gnus etc. tatsächlich „wild“ und alleine auf sich gestellt leben. Übrigens 2013 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. 

Zwei Tage reichen, auch wenn man meinen könnte, hier ewig ausharren zu können: Tierwelt, Sonnenuntergang, die Erklärungen der Ranger, das Earlybird-Frühstück in der Savanne – es ist einfach ein einmaliges Erlebnis. Zurück mit der Safari-Air nach Nairobi, es ist ja auch Golf angesagt. Mitten in der pulsierenden Vier-Millionen-Metropole liegt das Fünf-Sterne Fairmont The Norfolk, klassisches britisches Hotel im Kolonialstil. Von da keine Viertelstunde mit dem Shuttle zum Muthaiga Golf Club. Die ersten neun Löcher 1913 gebaut, seit 1967 Austragungsort der Kenya Open (Sieger u. a. David Jones, Ian Woosnam, Vijay Singh, Sandy Lyle, Seve Ballesteros, Nick Faldo), seit 2009 zur Challenge Tour zählend. 2004 nach Redesign durch Peter Matkovich einer der besten Courses Kenias (Par 72, 6.450 m). Markenzeichen: pfeilschnelle Grüns, eine Menge Wasserhindernisse und recht enge Fairways. 

Karen Golf & Country Club - Austragungsort der Kenya Open
Keine halbe Stunde entfernt der 1937 gegründete Karen Golf & Country Club, seit 2004 Austragungsort der Kenya Open. Gleich nebenan die Villa von Pionierin Karen Blixen, der dänischen Autorin („Out of Africa“), heute ein Museum. 



Karen GC&C zählt zu den besten Kursen Kenias, besonders nach dem Redesign 1969, als aus den „browns“ (mit Öl getränkte sandige Grüns) richtige Greens mit Grasoberfläche gebaut wurden. Ein wunderschöner Parkland-Course (Par 72, 6.300 m) mit dem gemütlichen Clubhaus, das nach der Runde prima zum Relaxen einlädt. 

Windsor Golf Hotel & Country Club im victorianischen Stil - Vorbild das schottische Gleneagles
Nicht das älteste, sicherlich aber auch eines der besten Golf-Resorts Kenias ist der „Windsor Golf Hotel & Country Club“. Eine beeindruckende Hotel-Anlage im victorianischen Stil. Architekt Tom Macauley hat sich für den Championship Golfcourse als Vorbild das berühmte schottische Gleneagles genommen. 



Royal Nairobi Golf Club - der älteste Golfplatz Kenias
Die auf 1.600 m Seehöhe gelegene Anlage ist von Kaffee-Plantagen umgeben, die Fairways sind jeweils von Bäumen eingesäumt und spannende Wasserhindernisse sorgen für abwechslungsreiches Spiel. Der älteste Golfplatz Kenias ist der 1906 gegründete Royal Nairobi Golf Club (benannt nach König George V.), bereits seit 1920 komplett mit 18 Bahnen (Par 72, 6.420 m). Die ersten Neun liegen im flachen Gelände, während es dann in Berge geht und recht hügelig zu spielen ist. 

Signature-Loch ist die 18 mit dem einzigen Wasser vor dem Grün. 1932 erstmals Austragungsort der „First East African Ladies’ Championship“. Sicherlich – wir reisen nicht wegen der Golfplätze an den Äquator. Land und Leute, Historie und Geschichten, Kultur und Kulinarik sowie die exklusiven Hotels der Fairmont-Gruppe locken einfach in das pulsierende und aufstrebende Kenia. Und auch der – sagen wir „einfach gestrickte“ – 9-Loch-Kurzplatz im Fairmont Mount Kenya Safari Club (Par 27, 1.152 m) ist eine originelle Alternative zu den Championkursen in Nairobi. 

Wer kann schon sagen, mehrmals über den Äquator gespielt zu haben? Caddies samt Leihschläger warten darauf, während der Runde mit teils urigen, teils witzigen Geschichten aus der Vergangenheit den Ausflug an den Äquator unvergesslich zu machen. Keine Frage: Die Exkursion „Golfen am Äquator“ ist garantiert eine unvergessliche Reise. Zweifel? Dann ausprobieren… 

Angebot einer Golfreise nach Kenia mit GOLF TIMEtours

Eingeschlossene Leistungen:

  • 5x Übernachtung in einem Doppelzimmer inklusive Halbpension 
  • Transfer Flughafen Nairobi - Hotel - Mt Kenya Safari Club - Flughafen Nairobi 
  • 1x Greenfee auf dem Windsor Golf Course inkl. Transfer 
  • 1x Greenfee auf dem Karen Country Golf Course inkl. Transfer 
  • 1x Greenfee auf dem Muthaiga Golf Course inkl. Transfer 
  • 3x Übernachtung inkl. Vollpension im Fairmont Mt. Kenya Safari Club 
  • Ganztägig Besuch des Sweetwaters Game Sanctury und Pirschfahrt, inkl. Eintrittsgeld 
  • 1x Greenfee auf dem 9 Loch Mt.Kenya Golf Club

pro Person im Doppelzimmer ab € 3.390,00

Anfragen: 
Tel.: 089/42 71 81-84


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