Drei Tage, ein Loch, drei Asse 29.05.2017

Golfrekorde
Diese Rekorde gehören in eine andere Liga...
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Volltreffer: Andy Krawchuck gelangen zwei Asse während einer Runde
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Der Condor-Schauplatz: Green Valley, Bahn 9
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Loch mit Ass geteilt: Matt Sandy und Alice Plumb
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Vielen Spielern gelang schon ein glücklicher Schlag, bei dem ein Ball aus großer Entfernung direkt ins Loch ging. Doch diese Rekorde gehören in eine ganz andere Liga.

1: "Ich schlug ein Ass auf einem Par 5"

Eine Leistung, die erst vier Mal dokumentiert wurde: Nicht der Albatross, sondern der Condor ist der exotischste Vogel auf dem Golfplatz. Er ist so selten, dass er erst viermal gesichtet wurde. Falls Sie es sich nicht schon gedacht haben, der Condor ist ein Ass auf einem Par 5. Erstmals gelang dies dem Amerikaner Larry Bruce im Jahr 1962, als er auf Bahn 5 des Hope Country Clubs in Arkansas das Dogleg abkürzen wollte und seinen Ball schließlich im Loch wiederfand. Noch absurder war der Schlag von Shaun Lynch, denn er benutzte ein Eisen 3 (!), als er das 451 Meter lange Par 5 (Loch 17, Teign Valley GC, Exeter, England) 1995 mit einer „1“ absolvierte.

Mike Crean soll auf der 471 Meter langen Bahn 9 des Green Valley GC in Colorado den qualitativ besten Golfschlag in der Geschichte ausgeführt haben. Er und seine drei Spielpartner haben eidesstattliche Erklärungen unterzeichnet, dass es ein Hole-in-one war. „Ich kann es nicht beweisen oder widerlegen, aber der Ball war im Loch. An dem Tag war es sehr heiß, der Boden hart und Crean hatte circa 50 Stundenkilometer Rückenwind. Jüngstes Mitglied im „Condor-Club“ ist Jack Bartlett, der das Ass auf der 465 Meter langen 17. Bahn des Wentworth Falls Country Clubs in New South Wales, Australien, spielen konnte.

2: "Ich brauchte nur 19 Putts für meine 55..."

... und Sie dachten bestimmt, Jim Furyks 58 im vergangenen Jahr war der Knaller“

Eine Runde unter Par ist der Traum jedes Clubgolfers, während die Aufnahme in den „Club 59“ für Profis das Nonplusultra darstellt. Auf der PGA Tour gelang dies erst acht Spielern. Martin Kaymer erzielte 2006 seine 59 in Habsberg bei einem Turnier der EPD-Tour (heute Pro Golf Tour). Jim Furyk und der deutsche Web.com-Tour-Spieler Stephan Jäger erzielten im letzten Jahr kurz nacheinander eine 58. Das ist jedoch alles nichts gegen die Runde des australischen Web.com-Spielers Rhein Gibson, der im Mai 2012 im River Oaks GC in Edmond, Oklahoma, eine 55 (16 Schläge unter Par) gespielt hat. 

Seine Spielpartner sagten: „Das war das Unglaublichste, was wir je gesehen haben. Eine fast perfekte Golfrunde.“ Obwohl Gibson vom Abschlag nur sechs Fairways traf, spielte er zwölf Birdies und zwei Eagles auf dem 6.124 Meter langen Par-71- Platz. „Ich habe irrwitzig geputtet“, meinte Rhein Gibson später. „Ich habe nur 19 Putts benötigt. Wenn die Leute darüber reden wollen, sollen sie darüber reden. Ich stehe jedermann Rede und Antwort. Aber ich werde nicht von selbst damit anfangen oder mir gar die Scorekarte auf den Arm tätowieren lassen.“ 

Ein weiterer Profi-Golfer, der ähnlich gut gespielt hat, ist Curtis Reed, genannt „Mr. 57“. Diesen Score hat er in seinem Heimatclub Alsatian GC in Castroville, Texas, gleich zweimal, 2012 und 2015, erzielt.

3: "Ich spielte drei Tage in Folge ein Ass auf dem selben Loch!"

Man muss schon etwas ganz Besonderes leisten, bevor man zu Lebzeiten mit einer Plakette auf dem Platz geehrt wird. Aber auf dem 16. Abschlag des Hunstanton GC in North Norfolk, England findet man eine Tafel zu Ehren von Bob Taylor. Bei den Eastern Counties Men’s Foursomes 1974 spielte er an drei aufeinanderfolgenden Spieltagen auf dieser Bahn ein Ass.

„Es hätte noch besser kommen können“, erinnert sich Taylor, heute Ehrenmitglied des Clubs. „Ich habe für Ass Nr. 1 während der Übungsrunde am Tag vor dem Turnier ein Eisen 2 benutzt, bei dem ich den Loft so verändert habe, dass es einem Eisen 1 entsprach. In der Vormittagsrunde des Turniers hatte sich der Wind komplett gedreht und ich benutzte ein Eisen 6. Der Ball rasierte die Lochkante. Am Nachmittag schließlich fiel der Ball wieder ins Loch. Einer meiner Kumpel bot mir 250.000 Pfund, sollte mir das innerhalb von 24 Stunden noch einmal gelingen. Wir gaben uns darauf die Hand.

Bis heute schuldet er mit eine Viertelmillion. Zum Glück hatte ich eine Hole-in-one-Versicherung abgeschlossen, sonst wäre ich an der Clubhausbar wohl arm geworden. Ich reichte die Quittungen bei der Versicherungsgesellschaft ein. Ein paar Wochen später wurde das Geld erstattet. Bald darauf erhielt ich die Rechnung für das kommende Jahr. Ich stand auf der schwarzen Liste und musste die doppelte Prämie zahlen.“

4: "Wir teilten ein Par 3 mit einem Hole-in-One für jeden."

Wenn Sie glauben, es sei frustrierend, wenn Sie im Matchplay ein Birdie spielen und Ihr Gegner es Ihnen gleichtut, dann kennen Sie Aaron Saddleton nicht. 29 Jahre musste der Engländer auf sein erstes Ass warten und nur eine Minute später landete auch der Ball seines Matchplay-Gegners im gleichen Loch. Saddleton konnte sein Glück nicht fassen, als sein Ball auf dem 124 Meter langen Par 3 (Bahn 9, Royal Norwich GC, England) ins Loch ging. Dann machte es ihm sein Gegenspieler Mark Avis nach.

„Mein Ball landete kurz hinter der Fahne und rollte mit Spin zurück in Richtung Loch“, meinte Saddleton, der Handicap 6 spielt. „Ich glaubte zu hören, wie etwas den Fahnenstock getroffen hat, doch wir waren nicht sicher, ob der Ball wirklich im Loch ist. Mark meinte ‚Wenigstens weiß ich jetzt, was ich tun muss.‘ Sein Ball war im Flug zu lang, traf die Bunkerkante, prallte von dort ab und rollte ins Loch. Total verrückt! Kein Wunder, dass das Match am Ende unentschieden ausging. An diesem Tag wurde alles geteilt.“ Die Chancen, dass zwei Amateure ein Ass am gleichen Loch spielen, liegt bei 1:25 Millionen. 

Doch das gleiche Szenario gab es nochmals an Weihnachten 2016 im Sherborne GC, England. Erst traf Matt Sandy (Hcp. +1) bei einem Texas Scramble das Loch. Als sich der Jubel im Flight gelegt hatte, tat es ihm seine Mitspielerin Alice Plumb gleich.

5: "Meine Runde mit zwei Assen"

Im Dezember 2016 gelangen dem Engländer Andy Krawchuck zwei Volltreffer in einer Runde, als er auf einem 119 Meter und einem 177 Meter langen Par 3 jeweils eine „1“ notieren durfte. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei 1:40.0000. „Es war unglaublich schön und surreal“, freut sich Krawchuck (Hcp. 19) bis heute über sein Kunststück. „Das dritte Par 3 der Anlage war an dem Tag wegen Umbaumaßnahmen geschlossen, meine Abschussquote für diese Runde lag also bei 100 Prozent.“ 

So unglaublich die Geschichte klingt, auch Pat Smart gelang dieser Doppeltreffer 2014 auf der Anlage des Lytham Green Drive, England, als sie während einer Runde zwei Par-3-Löcher von 118 bzw. 126 Metern mit nur einem Schlag absolvierte. „Ich muss mich noch heute immer wieder kneifen“, sagte Smart später. „Ich habe an dem Tag auch zwei Neunen gespielt. Doch das hat mich nicht weiter gestört. Weder vor noch nach dieser Runde gelang mir ein Ass.“
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