golf time 82019
Coverstory: Profi-Tipps DIE HANDICAP TASKFORCE
Newsletter-Abo

Bleiben Sie am Ball: Abonnieren Sie unseren, zweimal pro Woche erscheinenden, Newsletter.

Kontrolliert und schmerzfrei ... 02.11.2016

Inbee Park: Olympiasieger müssen keinen Lehrbuchschwung haben
0
Übungen, mit denen Gesundheit, Schmerzfreiheit und zugleich weite, kontrollierte Schläge ermöglicht werden.
Vor Kurzem haben wir einen Workshop im Golfpark Mieming zusammen mit Kai Fusser durchgeführt. Sein Fitnessprogramm und der von mir entwickelte Healthy-Swing sind eine optimale Voraussetzung für gesundes gutes Golf. Wir starten jetzt schon dieses Programm, um Golfern kontinuierliche Verbesserungen zu ermöglichen. Wer in der Saison 2017 echte Fortschritte erreichen möchte, der muss sich jetzt schon um die optimale Vorbereitung kümmern. Besseres Bewegen lernt man nicht an einem Tag, aber man kann die richtigen Impulse setzen. 

Kai Fusser war Fitnesstrainer von Annika Sørenstam, die sechs Jahre lang die weltbeste Golferin war. Es zeigt sich, dass es sehr gute Übungen gibt, die einen effizienten Golfschwung unterstützen. Dabei wird immer auf genaue Bewegungsdurchführung und günstige Körperhaltung geachtet. Gesundheit, Schmerzfreiheit und zugleich weite kontrollierte Schläge werden mit diesen Übungen unterstützt.

Optimiertes Bewegen

Das Programm von Kai Fusser hat aufgezeigt, dass mit einfachen Trainingsmitteln gute Übungen möglich sind. Er lehnt das Training an Geräten eher ab, da es die koordinativen Notwendigkeiten einschränkt. Somit kann man mit einer freien Hantel, einem Seilzug und einem Gymnastikball schon sehr viel für sein Golf tun.

Für mich als Biomechaniker war auffallend, wie gut die Trainingslehre mit optimiertem Bewegen übereinstimmt. Es wird immer darauf geachtet, Vorspannung im Körper zu halten und Drehachsen zu stabilisieren. Dadurch werden die Belastungen minimiert und bessere Leistungen werden möglich.

Koordinative Übungen

Wenden wir nun dieses Trainingskonzept am Golfschwung an, dann sollte besonders der Rumpf während des Golfschwunges stabilisiert sein. Die Drehbewegungen werden mit den Beinen gegenüber dem Boden initiiert und durch die Körperspannung nach oben weitergeleitet. Dabei wird die Wirbelsäule in eine neutrale Haltung gebracht und die Rumpfmuskulatur vorgespannt.

Der Golfer muss lernen, trotz der muskulären Vorspannung die Arme locker zu bewegen. Da hohe Schlägerkopfgeschwindigkeiten schnelle Bewegungen voraussetzen, muss der Spieler lernen, seine antagonistische Muskulatur möglichst wenig anzuspannen. Das gelingt durch koordinative Übungen, bei denen die Bewegung anfänglich sehr bewusst durchgeführt wird. 

Schmerzfrei spielen

Mit diesen Bewegungsvorstellungen entfernen wir uns teilweise weit von dem, was in Golflehrbüchern steht, jedoch kann man immer mehr Spitzengolfer auf der Tour sehen, die dieses Bewegungsverhalten nützen. Dadurch können die Spieler schmerzfrei  spielen und verkraften ihre umfangreichen Trainingseinheiten besser. Nur so ist es zu erklären, dass Topspieler sich auf diesen Weg machen und Bewegungsveränderungen zulassen.

Mit der Lehrmeinung im Golf hat das natürlich wenig zu tun, aber wie wir ja alle schon oft erlebt haben, hinken Ausbildungskonzepte der rasch fortschreitenden Entwicklung oft hinterher. Das ist der Grund, weshalb ganzjährig in Innsbruck Indoor das Konzept Kai Fitness und Haid Healthy-Swing gelehrt wird.

Dr. Christain Haid ist Biomechaniker an der Universitätsklinik Innsbruck. [email protected].


Artikel zu diesem Thema:
Kommentare 0 Bitte registrieren (erstmalig) Sie sich bzw. loggen Sie sich ein, um einen Kommentar zu schreiben
AUCH VON INTERESSE