Klassenbester 02.04.2012

Charl Schwartzel
Sehr sportliches Set-Up (Körperwinkel ähnlich denen des jungen Tiger Woods); leicht geöffneter Stand lässt hier Fade-Tendenzen erkennen, typisch für Charl.
Takeaway: Leicht nach vorne gehobene Arme, ein eher aus dem Schultergürtel gestarteter Schwung; gut zu sehen ist die Wölbung des unteren Rückens nach innen, dadurch bleiben die Arme beim Start mehr vor dem Brustbein; der Nachteil: Die Schulterebene wird flacher und muss dann im Downswing wieder steiler werden; bei einem Fade ist das aber so gewollt.
Die 9 Uhr Position des Rückschwungs zeigt einen stabilen und kompakten Unterkörper, der langsam anfängt mitzudrehen.
Die Verwindung zwischen Ober- und Unterkörper nimmt zu; dadurch baut sich Spannung in den Muskeln auf, die Charl später im Durchschwung umsetzt.
Volle Spannung im höchsten Punkt des Rückschwungs, durch und durch athletisch. Charl ist im Unterkörper sehr stabil, was ihm eine starke Verwindung gegen den Oberkörper ermöglicht. Schön zu sehen, wie der Ansatz des Musculus latissimus dorsi (breiter Rückenmuskel) unter der linken Schulter hervortritt. Die linke Hand ist, wie beim Cut oder auch dem Fade üblich, leicht dorsal gebeugt, wodurch das Schlägerblatt etwas geöffnet ist.
In der Startphase des Abschwungs erfolgt eine laterale Bewegung des Unterkörpers durch das Abdrücken vom rechten Bein in Richtung Ziel.
Ein etwas steilerer Durchschwung wird durch das Einholen des Unterkörpers durch den Oberkörper initiiert. Für den Fade sind dies ideale Voraussetzungen.
Beeindruckend zu sehen, wie sich Ober- und Unterkörper in dieser Position verwinden: Die Hüften sind schon beinahe zum Ziel gerichtet, während die Schultern noch geschlossen sind. Der Schaft verläuft etwas oberhalb der Ausgangsebene, was ebenfalls normal für einen Fade ist.
Die Schultern sind in dieser Position schon fast parallel zu der im Set-Up, der Schlägerkopf befindet sich dabei aber noch nicht am Ball. Schön zu sehen, wie sich die geballte Kraft des Unterkörpers entlädt.
Treffmoment: Volle Kraftentladung durch den Ball. Auch hier ist gut zu erkennen, wie das Schlägerblatt leicht geöffnet ist, das linke Bein ist jetzt vollends gestreckt.
Langgestreckte Arme übertragen die gesamte Energie auf den Ball, die Handgelenke releasen. Selbst nach dem Treffmoment ist die Gluteus-Muskulatur (Gesäß) noch komplett angespannt.
Wie bereits angedeutet, bewegt sich der Durchschwung auf einer etwas steileren Schulterebene als der Rückschwung.
Charles steht aufrecht und ausbalanciert, mit hohen Handgelenken kurz vor dem Finish.
Fazit: Ein athletischer Golfschwung entstammt einem athletischen Körper. Wer so gut funktionierende Stabilität in Verbindung mit Mobilität besitzt wie Charl, wird noch viel von sich hören lassen.
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Schwungstudie Charl Schwartzel: Analysiert von LET Tour-Coach Danny Wilde. Es ist schon etwas verwunderlich: Da heißt es immer, der Augusta National sei allein schon wegen seiner Länge eine echte Herausforderung für die Masters- Recken. Und dann gewann 2011 mit Charl Schwartzel einer das Green Jacket, der während der vier Tage an der Magnolia Lane gerade in den Driving-Statistiken eher blass aussah: Sowohl bei der Länge vom Abschlag (Durchschnittlich 278,38 Yards) als auch bei der Anzahl der getroffenen Fairways (66,07 Prozent) rangierte Schwartzel hier mit dem Driver eher im hinteren Mittelfeld. Wahrscheinlich nur ein Ausrutscher, denn auf der European Tour gibt Schwartzel ein ganz anderes Bild ab: Da rangiert der 27- Jährige bei der Länge vom Tee an zwölfter Stelle mit durchschnittlich 296,8 Yards (Stand: April 2011). Wie der Masters-Champion 2011 seine Abschläge meistert und was man sich dabei abschauen kann, sehen wir uns auf den folgenden Bildern etwas genauer an. Sie haben Fragen? Wenden Sie sich gerne direkt an mich unter [email protected] Danny Wilde, 37, PGA G1 Professional, A-Trainer DGV/DOSB, TPI Golf Instructor 3, LET Tour-Instructor von Martina Eberl mit Stützpunkt im Münchener GC Thalkirchen/Straßlach, analysiert für GOLF TIME die Schwünge der Golfstars. Info: www.danny-wilde.com
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