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Temposünder bloßgestellt 02.05.2019

Unbequem im Kampf gegen die Temposünder: Edoardo Molinari
Unbequem im Kampf gegen die Temposünder: Edoardo Molinari
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Edoardo Molinari will Slow Play auf der European Tour bekämpfen – und greift zu harten Mitteln.

von Thomas Fischbacher

Edoardo Molinari hatte genug von Runden, die mehr als 5 Stunden und 30 Minuten andauern – zu dritt wohlgemerkt. Er beschwerte sich via Twitter bei seinem Publikum – und damit nicht genug. 

Der Ryder-Cup-Spieler von 2010 kündigte an, die Temposünder beim Namen zu nennen, sollte er 1.000 Retweets erhalten. Mehr als 1.300 Retweets später veröffentlichte er eine aktuelle Liste der European Tour von Spielern, die in diesem Jahr bereits wegen Slow Play verwarnt oder sogar bestraft wurden. 54 Spieler sind darauf zu finden, Geldstrafen (3.000 Euro) kassierten Louis Oosthuizen, Erik van Rooyen sowie Adrian Otaegui. Aus deutscher Sicht ist Maximilian Kieffer (drei Mal auf der Uhr) unter den Mehrfachtätern, auch Bernhard Langer (ein Mal während des Masters) ist auf der Liste zu finden.



Geheim sind die Informationen nicht wirklich, dennoch hält sie die Tour aus gutem Grund zurück. Man will seine Spieler schützen und negative Schlagzeilen vermeiden. Das gilt nicht nur für Slow Play, sondern für die allermeisten Fälle von Fehlverhalten. Insofern hat sich der Italiener sicher wenig Freunde gemacht. Weder bei den Offiziellen noch bei den Kollegen. 

Gegenwind kam prompt, zum Beispiel von Graeme McDowell: "Die Frage ist, was man tun soll. Das Thema ist durchgekaut. Es geht eben nicht viel schneller. Ändern 20 Minuten sein Leben? Ich mag ihn wirklich gerne, aber das ist für mich eine Trotzreaktion."

Aber: Molinari wollte aufrütteln. Ohne egoistisches Motiv, dafür mit jeder Menge unangenehmen Folgen. Dabei ging es ihm um das Bild, das der Golfsport auf der großen Bühne abgibt. Insofern sollte man diesen unbequemen Schritt gutheißen. 

Sicher ist es nicht die feine Art, Kollegen an den Pranger zu stellen. Aber wenn diese Kollegen konstant zu langsam zu spielen, auch zum Leid der Mitspieler, dann hält sich das Mitleid in Grenzen.


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