golf time 32019
Coverstory: Masters Tournament WUNDER WOODS
Newsletter-Abo

Bleiben Sie am Ball: Abonnieren Sie unseren, zweimal pro Woche erscheinenden, Newsletter.

Krankheit als Weg 27.03.2019

Ungünstige Drehbewegungen, die - wie in Bild 2 - zur Seitkrümmung der Wirbelsäule führen, sind zu vermeiden
Ungünstige Drehbewegungen, die - wie in Bild 2 - zur Seitkrümmung der Wirbelsäule führen, sind zu vermeiden
0

Golf als Kreuzschmerztherapie - Mit einem „gesunden“ richtigen Golfschwung können Kreuzschmerzen reduziert, wenn nicht gar völlig beseitigt werden. 



Es ist hinlänglich bekannt, dass körperliches Training bei Kreuzschmerzen meistens günstiger ist als ständige Schonung. Häufig wird Physiotherapie gepaart mit Bewegungstraining als Therapie 
verschrieben. Aufgrund meiner Zusammenarbeit mit Orthopäden, Neurochirurgen und Traumatologen wird immer deutlicher, dass ein richtiger, guter Golfschwung wie Therapie wirkt. 

Golfer kommen mit Kreuzschmerzen und fühlen sich nach dem Golftraining besser. Die Voraussetzung dafür ist ein dementsprechend gestalteter Golfschwung. Dieser ist keinesfalls leistungsmindernd, im Gegenteil, fast immer entwickeln Golfer mit diesem Schwung ein besseres Spiel, als sie es jemals zuvor hatten. So gesehen gilt der Spruch: „Krankheit als Weg.“ 

Belastungsarme Körperdrehung trainieren
Golfer mit Kreuzschmerzen sind bereit, an ihrem Schwung zu arbeiten und merken sehr schnell, dass vorgeschlagene Bewegungsabläufe ein Gefühl der Leichtigkeit erzeugen. Die Chance, wieder schmerzfrei golfen zu können, ist sehr motivierend. Veränderungen des Bewegungsablaufs führen anfänglich immer zur Verschlechterung des Spiels, aber trainiert man die belastungsarme Körperdrehung und nützt physikalische Effekte zur Schlägerkopfbeschleunigung, dann entsteht ein Golfschwung, der große Schlagweiten und optimierte körperliche Belastung vereint. 

Weshalb steht hier „optimierte körperliche Belastung“? Es geht nicht darum, die Wirbelsäule immer zu entlasten. Es muss uns gelingen, mit unserem Muskelkorsett die Wirbelsäule so zu stabilisieren, dass bestimmte ungünstige Belastungen nicht auftreten. Somit ist der Golfschwung – nach meiner Methode durchgeführt – ein Stabilisationstraining für die Wirbelsäule. Jeder Schwung wirkt als therapeutische Übung. 

Verabschieden Sie sich von alten Bewegungsmustern
Es ist wichtig, sich von alten Bewegungsmustern zu verabschieden und sich mit neuen anzufreunden. Das dauert, denn dazu müssen koordinative Fähigkeiten entwickelt werden. Die entsprechenden Übungen sind nicht unbedingt anstrengend, aber wir benötigen Ausdauer und die Gewissheit, dass für weite Schläge nicht besonders viel Kraft notwendig ist. Es kommt auf gute Technik an. Wir müssen unsere Drehachsen so wählen, dass der Widerstand gegen die Körperrotation möglichst klein ist. Wir müssen lernen, den Schläger möglichst frei schwingen zu lassen 
und unsere Muskulatur dabei exzentrisch einsetzen. Das heißt, dass wir die Muskeln vorspannen und wie Federn dehnen. Dadurch schützen wir den Bewegungsapparat und entwickeln sehr viel Kraft zur Beschleunigung unserer Drehbewegung. 

Golfspielern, die in dieser Saison tolle Scores spielen möchten, rate ich von einem derartigen Training ab. Jene, die wirklich Schmerzen haben und die sich die Zeit nehmen, über eine Saison hinweg umzustellen, sind mit dieser Methode auf dem richtigen Weg. 

Somit ist dieser Weg geeignet für Topgolfer, die sich trotz des vielen Trainings die Gesundheit erhalten möchten, und für Amateure, die motiviert sind, weil sie wirklich Probleme haben. 


Artikel zu diesem Thema:
Kommentare 0 Bitte registrieren (erstmalig) Sie sich bzw. loggen Sie sich ein, um einen Kommentar zu schreiben
AUCH VON INTERESSE