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Kris Blanks und eine .40-Kaliber Glock 27 24.07.2013

Kris Blanks
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GOLF TIME USA-Korrespondent Dominik Krautschun versorgt Sie wöchentlich mit kuriosen News und Geschichten rund um das Thema Golf – direkt aus den Vereinigten Staaten. Diese Woche: Ein PGA Pro mit der Waffe im Handgepäck… Kristoffer Blanks hatte sich diesen Sonntag Ende Juni sicher anders vorgestellt. Der 41-jährige PGA Tour-Spieler war auf dem Weg nach Washington D.C., um an einem prestigeträchtigen Wohltätigkeitsturnier teilzunehmen. Das Capital City Pro-Am auf dem Trump National Golf Club ist allerdings erst das zweite Turnier des aus Georgia stammenden Pros in dieser Saison. Bei der Waste Management Phoenix Open in Arizona Anfang dieses Jahres hatte sich Blanks eine Schulterverletzung zugezogen. Er musste die folgenden Monate eine Pause einlegen. Blanks verbrachte daraufhin die meiste Zeit in seiner Wahlheimat Jupiter, Florida, um sich auszukurieren. Ende Juni erhielt Kris Blanks dann die Einladung zu besagtem Pro-Am. Das dort erspielte Geld kommt der Hautkrebsforschung zugute. Ins Leben gerufen wurde dieses Turnier von Michael Muehr, einem PGA Pro, der von 2001 bis 2003 auf der Tour spielte, bis er an Hautkrebs erkrankte und seinen Rücktritt erklären musste. So ein Turnier ist eigentlich eine gute Gelegenheit alte Freunde zu treffen und ideal, um zu überprüfen, ob eine Verletzung komplett ausgeheilt ist. Auch Blanks wollte eine Antwort auf die Frage finden, ob er in den folgenden Wochen wieder auf die PGA Tour zurückkehren könne. Und für eine gute Sache nimmt man ja sowieso gerne den Golfschläger in die Hand. Blanks ist mit bisher drei Millionen Dollar erspieltem Preisgeld übrigens kein Schwergewicht auf der Tour, ein armer Mann ist er aber auch nicht. Am 30. Juni nahm sich Kris Blanks also frühmorgens ein Taxi, im Gepäck sein Golfbag, einen kleinen Rucksack als Handgepäck und fuhr zum Palm Beach International Airport. Dort wollte er die erste Maschine nach Washington D.C. nehmen. Blanks checkte sein Golfbag am Schalter ein und machte sich auf den Weg zur Sicherheitsschleuse. Was dort schließlich passierte? Blanks legte seinen Rucksack auf das Förderband, welches das Handgepäck durch den Scanner befördert. Und einen Augenblick später war er von Beamten der Transportation Safety Administration umringt, die ihn festhielten, bis der zuständige Sheriff vor Ort war, ihm Handschellen anlegte und schließlich abführte. Was hatten die Beamten denn in Blanks Handgepäck gefunden? Waffenkenner aufgehorcht: In Blanks Rucksack wurde eine .40-Kaliber Glock 27 Pistole gefunden. Die Waffe war geladen, im 9-Schuss-Magazin befanden sich noch acht Patronen. "Klein, leicht, zielgenau und mit großer Durchschlagskraft versehen" – so beschreibt der Hersteller Glock die Vorteile dieser Waffe. Blanks wird daraufhin ins Palm Beach County Police Department gebracht. Die Angaben, die der Golfpro dort macht: Er hätte die Waffe in seinem Handgepäck vergessen. Er sei die vergangenen Tage mit dem Auto unterwegs gewesen, und da hätte er die Waffe sicherheitshalber mitgenommen – und in eben jenem kleinen Rucksack deponiert. In Florida eigentlich kein Problem. Allerdings kann Blanks keine sogenannte "Concealed Weapon's Permit" vorweisen, die ihn dazu berechtigt hätte, in Florida die Waffe unter anderem im Auto mitzuführen. Für diese Erlaubnis muss man in Florida einen Kurs besuchen der knapp einen Tag dauert und ca. 180 Dollar kostet. Blanks wollte diesen Kurs erst letzte Woche besuchen, doch dann sei er plötzlich krank geworden. Er würde das aber sofort nachholen, beteuerte er. Für die Sheriffs von Palm Beach County ein alltäglicher Fall. Kris Blanks muss eine Kaution von 3000 Dollar zahlen, und seine Waffe wird fürs Erste beschlagnahmt. Nachdem die Formalitäten geklärt sind, ist der Golfer wieder auf freiem Fuß. Blanks ruft sich erneut ein Taxi und erwischt sogar noch die zehn-Uhr-Maschine nach Washington. Seinem Start beim Capital City Pro-Am stand also nichts mehr im Weg. Da Blanks nicht vorbestraft ist, erwartet den Golfpro wegen "3rd degree felony" eine Geldstrafe in Höhe von ca. 3000 bis 5000 Dollar. Nach dem Turnier twitterte Blanks übrigens, dass er eine ganz großartige Zeit in Washington verbracht hätte. Von seiner Verhaftung kein Wort. Als dieser Vorfall der Presse zugespielt wurde, ließen natürlich die ersten Kommentare nicht auf sich warten. Der Tenor ist für deutsche Golfer allerdings, nun ja, gewöhnungsbedürftig: "Wenn PGA Pros Waffen auch in ihren Golfbags hätten, dann wäre "Slow Play" schon lange kein Thema mehr auf der PGA Tour." Well... Was meinen Sie? Ist eine Waffe im Bag der richtige Weg, um "Slow Play" vorzubeugen? Oder haben Sie vielleicht eine bessere Idee? Schreiben Sie mir: [email protected] Ausgewählte Beiträge werden hier veröffentlicht. Dominik Krautschun, Jahrgang ‘70, lebt in Naples, Florida, der "Golf Capital of the World". Der Schreibtisch des Hcp -4,3-Golfers steht auf der Driving Range des Foxfire Golf & Country Club. © GOLF TIME Verlag GmbH Artikel zu diesem Thema:


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