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Langer dementiert 27.01.2017

Bernhard Langer, Christina Langer
Bernhard Langer zusammen mit seiner Tochter Christina, die ebenfalls zum Vorfall Stellung bezog
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Washington D.C./Boca Raton – Am Mittwoch hatte US-Präsident Donald Trump eine "umfassende Untersuchung" in puncto "angeblicher Wahlbetrug" bei der Präsidentschaftswahl angekündigt. Noch immer geht er davon aus, dass die gut 2,9 Millionen Stimmen, die seine Konkurrentin Hillary Clinton mehr bekommen hatte, nicht rechtmäßig waren. Dazu verweist er auf Bernhard Langer.
Donald Trump hatte bei einem Kennenlern-Treffen mit führenden Parlamentariern im Weißen Haus mit einer Anekdote für Aufsehen gesorgt, nach der der deutsche Golfstar Bernhard Langer ihm erzählt habe, dass ihm in Florida das Recht zu wählen verweigert wurde. Viele "andere, die nicht amerikanisch aussahen", hätten hingegen wählen dürfen. Die New York Times berichtete als erste über die angeblichen Aussagen Langers, die laut Trump als Grundlage für eine Wahluntersuchung heranzuziehen seien. 

Trump wurde zwar zum 45. Präsidenten der USA gewählt, aufgrund des als antiquiert geltenden Wahlmannsystems hatte er aber trotz eines Rückstands von 2,9 Millionen Stimmen gegenüber seiner demokratischen Konkurrentin Clinton, gewinnen können. Trump behauptete, es sei nur aufgrund von Stimmen von "drei bis fünf Millionen illegaler Einwanderer" möglich gewesen. 

Die Dementis folgten postwendend
Sein "Freund" Langer, so Donald Trump, habe ihm erzählt, vor einem Wahllokal in Florida abgewiesen worden zu sein. Das erklärte Trump auf Nachfrage, nachdem einer der beim Parlamentarier-Treffen anwesenden Demokraten protestiert hatte. Die Dementis folgten postwendend:

Bereits am Donnerstag sagte Bernhard Langers Tochter Christina der New York Times: "Er ist kein Freund von Präsident Trump, und ich weiß nicht, warum er über ihn reden würde". Sein Bruder Erwin erklärte via Bild: "Bernhard ist doch nicht so blöd und stellt sich als Deutscher in eine Schlange amerikanischer Wähler. Bernhard ist Briefwähler in Deutschland - und mehr gibt es dazu nicht zu sagen." - Scheinbar doch. 
Weil Trumps Behauptung derart hohe Wellen schlug, sah sich Bernhard Langer selbst genötigt, auf seiner Homepage mit folgenden Worten Stellung zu beziehen: 

Statement zur aktuellen Berichterstattung 
"Bedauerlicherweise kam es in einem Artikel einer amerikanischen Tageszeitung zu Äußerungen des Verfassers meine Person betreffend, die richtig zu stellen sind. Als deutscher Staatsbürger darf ich in den USA nicht wählen. Die 'Wahl-Geschichte' betraf nicht mich, sondern wurde mir erzählt und von mir an einen Freund weitergegeben, von dem sie wiederum in das Umfeld des Präsidenten gelangt ist." 

Der neue Passus "alternative Fakten" scheint auch hier zuzutreffen. 


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